12. März 2018

10 Gründe, Terry Pratchett zu lesen

März-Special

Der Todestag meines Lieblingsautors jährt sich nun zum dritten Mal. Ich gebe es offen zu: Ich habe geweint, damals. Weil mir seine Bücher so viel gegeben haben und ich von dem Moment an sicher sein konnte – es wird nie wieder eines geben.
Wer Terry Pratchetts Fantasy-Parodien auf die Gesellschaft und das Leben kennt, der weiß, wie verrückt seine Scheibenwelt und seine anderen Bücher sind. Ja, darunter sind durchaus auch nicht-phantastische Erzählungen. Trotzdem ist er mit der flachen Weltscheibe auf dem Rücken von vier Elefanten, die wiederum auf einer riesigen Schildkröte stehen, die durchs All schwimmt, berühmt geworden. Hier könnt ihr meinen Tribut-Post von 2016 lesen. Wer immer noch nicht überzeugt ist, dem lasse ich mal 10 Argumente da:

1. Terry Pratchett ist ein Ritter

Sir Terence David John Pratchett, OBE – Liebe Leute, der Gute wurde 2008 von der Queen zum Ritter geschlagen! Zwei Jahre später erhielt er sogar sein eigenes Wappen, das sich am Wappen der Scheibenwelt-Hauptstadt Ankh-Morpork orientiert. Der Mann kennt sich aus, wenn es um Abenteuer geht!

2. Er hat eine wundervolle Schriftsprache
Terry Pratchetts Texte sind nicht einfach zu lesen, zugegeben. Aber man kann schon sehr stolz auf sich sein, ein oder gar mehrere Bücher von ihm gelesen und verstanden zu haben :-D Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Sein eigener, manchmal etwas anspruchsvoller Sprachstil macht den Charme seiner Bücher aus. In der Sprache versteckt er wundervolle Anspielungen und Ideen und es macht einfach Spaß, sie zu finden!

3. Die Geschichten sind ein Spiegel unserer Gesellschaft
Der Autor schafft es, Geschichten zu erfinden, die nicht weiter weg von unserer Realität sein könnten und gleichzeitig nicht näher dran. In seiner phantastischen, verrückten Welt voll Zauber und merkwürdiger Kreaturen findet man schnell und humorvoll die eigene Gesellschaft mit all ihren Tücken und den echten Verrückten wieder.

4. Es gibt auch Kinderbücher
Es gibt auch Kinderbücher von Herrn Pratchett. Für, eben, die Kinder oder für diejenigen, die auf sexuelle Anspielungen lieber verzichten wollen. Denn belanglos, langweilig oder weniger gesellschaftskritisch als die Geschichten für Große sind die für die Kleinen auf keinen Fall!

5. Terry Pratchett hat mein Lieblingsbuch geschrieben
Mein Lieblingsbuch ist von Terry Pratchett. Ja. Es ist nicht Harry Potter. Es ist The Amazing Maurice And His Educated Rodents. Ihr solltet es lesen und ich sollte es auch mal wieder lesen.

6. Die Bücher sind bunt
Die Illustrationen auf den Covern sind gewöhnungsbedürftig. Ich finde sie auf den deutschen Ausgaben auch nicht sonderlich schön. Davon abgesehen, dass ich mittlerweile die englischen Ausgaben kaufe und lese und es schöne Sonderausgaben gibt, kann man die bunten deutschen aber total toll nach Regenbogenfarben sortieren ;-) Und manche englischen Cover stehen dem deutschen Illustrations-Horror in nichts nach :-D

7. Terry Pratchett ist Kult
Als Freund der Scheibenweltromane schließt man sich einer riesigen Fangemeinde an, mit der man wunderbar diskutieren und nerden kann. Terry Pratchett ist Kult. Und das macht Spaß!

8. INSIDER-Witze
DA BIN ICH WIEDER. Es gibt Insider-Witze. Wer sich in Pratchetts Multiversum – ja, so heißt das da – auskennt, der entdeckt ein paar lustige Dinge, die dem Erstleser verborgen bleiben. Es lohnt sich also, die Bücher auch mehrmals zu lesen.

9. Abgeschlossene Bücher
Es gibt viele Geschichten mit denselben Charakteren und wenn man sie nacheinander liest, entdeckt man ihre Entwicklung. Trotzdem ist jedes Buch für sich abgeschlossen und kann allein stehen. Man muss also nicht alles lesen. Im Zeitalter der Trilogien oder Heptazyklopäditanten ist das doch mal eine nette Abwechslung.

10. Die Bücher sind für Männlein und Weiblein
Terry Pratchetts Bücher sind völlig geschlechtsunabhängig. Manchmal mag einem das vielleicht anders erscheinen, wenn wieder mal eine Figur über Ehefrau oder -mann meckert, aber man kann nicht sagen, dass sie typische Frauen- oder Männerlektüre sind. Man kann die Geschichten also ganz wunderbar mit dem Partner teilen.

Wer jetzt nicht überzeugt ist, schreibt mir gerne eine E-Mail. Ich werde dann zurückschreiben, dass das so nicht geht ;-) Im Ernst: Ich empfehle gerne immer wieder aufs Neue, Terry Pratchett zu lesen und sich vor allem auf die Geschichten einzulassen, bevor man zu schnell urteilt. Sie mögen wirken wie einfache und „nur“ verrückte Fantasy-Geschichten. Aber als eigentliche Parodien auf diese und auf unsere Gesellschaft sind sie so viel mehr :-)

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