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9. Februar 2020

Zurück! Ein Versuch.

Der Blog stand still – die Zeit nicht.


Über ein Jahr ist der letzte Post her, die letzte Rezension noch länger. Woran liegt das? Ich lese kaum. Und ungelesene Bücher lassen sich nur schwer rezensieren. Ich könnte jetzt auf hohem Niveau jammern, und ich tue es auch: Vollzeitjob, mit Freund zusammengezogen, Projekte für den Verlag schreiben, Projekte für mich schreiben, Garten, Netflix.

Aber ich möchte weiter rezensieren und bloggen, wenn auch unregelmäßig. Das habe ich öfter geschrieben, das passiert den meisten Blogs, man hat einfach nicht mehr die Zeit. Vor allem, wenn man vor einem Post erst noch ein ganzes Buch lesen „muss“. Aber es macht Spaß und so langsam bekomme ich einen Alltag in meinen Alltag. Ich vermisse das Lesen und werde öfter explizit Zeit dafür suchen.

In letzter Zeit habe ich nicht viel gelesen, und das sind die Bücher, durch die ich es dann doch geschafft habe. Vielleicht rezensiere ich sie auch noch rückwirkend. Bis dahin, einen schönen Sonntag euch!


28. Oktober 2018

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Apokryphen [Rezension + Lesung]

Wie die Känguru-Reihe endlich, endlich weiterging.

Hörbuch: Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Apokryphen
Am Freitag lag ich krank auf dem Sofa und konnte mich darüber überhaupt nicht beschweren. Denn ich habe die kompletten Känguru-Apokryphen von Marc-Uwe Kling gehört. Ich habe absichtlich gewartet, dafür ganz allein zu sein, und habe die kurzen Stories quasi gebinge-hört.

Wer die Känguru-Chroniken und die zwei vorigen Fortsetzungen noch nicht kennt, hat etwas verpasst und hört jetzt bitte sofort auf zu lesen und kauft sich mindestens den ersten Teil. Ja, ich liebe diese Bücher sehr. Sie die witzigsten gesellschaftskritischen Episoden überhaupt. Vielleicht habe ich nicht alle gelesen, die es gibt, aber sei’s drum.

Die Känguru-Apokryphen: Inhalt

Der vierte Teil der aufmüpfiges-Beuteltier-Reihe spielt zu keinem bestimmten Zeitpunkt und knüpft nicht an den dritten Teil an. Es sind kurze Geschichten, die Marc-Uwe vergessen hat, aufzuschreiben. Sie gehören irgendwo in die drei anderen Teile, aber wichtig ist das sowieso nicht. Der Kleinkünstler und das Känguru wohnen zusammen in Berlin und philosophieren, streiten sich und gehen anderen Menschen auf deren strapazierte Nerven.

In diesem Teil lernen Nazis, dass sie unter Minderwertigkeitskomplexen leiden, und alle anderen Wähler, wann sie doch die SPD wählen dürfen. Der Leser begleitet Marc-Uwe und das Känguru zurück in die Zukunft – ein neuer Club – und wird Zeuge, wie das Känguru einem Polizisten erklärt, dass der Körper automatische Mechanismen gegen das Sterben durch Höflichkeit entwickelt hat. Der Polizist dürfe also ruhig mal höflich sein.

Die beiden Hauptfiguren treffen Entscheidungen ab sofort mit einem Open Schnick: Schnick Schnack Schnuck mit neuen Regeln. Man darf sich völlig frei Dinge ausdenken, um sie mit den Händen darzustellen, eine Kettensäge zum Beispiel oder einen herabstürzenden Meteor (der übrigens ein Pleonasmus ist). Ohne Brunnen, versteht sich.

Die Känguru-Apokryphen: Meinung







Ich weiß ja nicht, ob es schon zwischen den Zeilen zu lesen war – ich liebe die Känguru-Bücher. Auch dieses ist wieder ein gelungener Streich des versierten Autors. Zugegeben, so richtig laut gelacht habe ich etwas weniger als bei den Büchern davor. Aus einem ordentlichen Schmunzeln kam ich aber keine Sekunde heraus.

Die einzelnen Geschichten erinnern mich besonders an das zweite Buch, in dem sich die beiden Protagonisten schon sehr gut kennen. Es gibt aber nicht wie im dritten Band eine durchgehende Handlung. Trotzdem ist der Leser oder Hörer natürlich nicht sicher vor Running Gags. Auch einige Anspielungen auf die vorigen Bände sind der Grund für das anhaltende Schmunzeln.

Lesung der Känguru-Apokryphen auf der Frankfurter Buchmesse

Ich dachte ja immer, ich sei der größte Känguru-Fan. Weil ich die Bücher so sehr mag. Zum Fantum gehört aber scheinbar einiges mehr, zum Beispiel im Känguru-Kostüm zur Lesung zu erscheinen oder den Autor mit Känguru-Keksen ködern zu wollen. Das möchte ich allerdings beides nicht machen. Kekse weggeben, was für ein Schwachsinn.

Marc-Uwe Kling auf der Frankfurter Buchmesse
Die Lesung war super! Marc-Uwe Kling ist ein so sympathischer Autor, der wenig Brimborium um sich selbst macht. Wenn das Publikum zu Anfang lange und laut klatscht, sagt er „Vielen Dank, aber so kann ich nicht vorlesen“. Dann hört das Publikum auf und Marc-Uwe liest. Schon immer fasziniert es mich, wie mühelos er die verschiedenen Stimmen und Dialekte spricht. Er liest und das Publikum lacht. Und dann sagt er plötzlich „Das nächste Kapitel ist dann das letzte“. Ganz cool fügt er hinzu: „Wir machen das so: Ich lese das vor, dann klatscht ihr, ich verstecke mich kurz und dann komme ich zurück und lese noch eins vor. So machen wir das.“ Ach, der Herr Kling :-D

Was lässt sich zum Schluss noch sagen? Es ist traurig, dass dies vielleicht wirklich der letzte Band der Reihe sein wird. Ach ja, und dass schwedische Wissenschaftler in einem Feldversuch an Finnen herausgefunden haben, dass dieses Hörbuch ganz besonders witzig ist, 91 Prozent, um genau zu sein, das habe ich irgendwo gelesen ;-)

19. Oktober 2018

Harry-Potter-Weltrekordversuch

Am Frankfurter-Buchmesse-Samstag veranstaltete der Carlsen Verlag, in dem Harry Potter in Deutschland natürlich erschienen ist, einen Weltrekordversuch: So viele Menschen als Harry Potter verkleidet wie möglich. Es galt, den Rekord aus Australien zu schlagen. Dieser lag bei 997.

Vorneweg: Der Rekord wurde nicht gebrochen. Nur rund 800 Harry Potters waren anwesend. Und das, obwohl der Verlag Verkleidungen verteilte. Vorgabe waren ein Umhang, eine Brille und eine Blitznarbe. Es wurden sogar irgendwann schwarze Müllsäcke zu Umhängen umfunktioniert. Leider hat auch das nicht geholfen.

Das Rahmenprogramm allerdings war sehr schön.

Mein Favorit war das Spiel „Zauberspruch oder Medikament?“ Die Zuschauer mussten erraten, ob es sich bei einem Wort um die Bezeichnung eines Zauberspruchs oder Medikamentes handelte. Wundervoll :-D

Der Zeicher der neuen Harry-Potter-Ausgabe, der Italiener Jacob Bruno, erzählte auf der Bühne, dass er tatsächlich am liebsten Harry Potter selbst gemalt hat. Dass seine „Lieblingsfigur“ aber Joanne K. Rowling sei, da sie die Welt erfunden habe und alles zusammenhalte.

Ein Quiz mit acht Zuschauern, zwei für jedes Haus, lockerte die Stimmung etwas auf, auch wenn der Moderator mit unlustigen, geskripteten Witzen für Augenrollen sorgte.

Rufus Beck las aus dem ersten Buch vor. Eindrucksvoll schallte Hagrids Stimme durch den Saal und durch die Hütte auf dem Felsen: „Harry, du bist ein Zauberer.“

Insgesamt war der Weltrekordversuch eine schöne Veranstaltung rund um Harry Potter. Alles war etwas hektisch und es tut mir leid, aber der Moderator wirkte wie jemand, den jemand anderes kurz zuvor in die Bücher eingeweiht hatte. Trotzdem, so eine Versammlung aus waschechten Harry-Potter-Fans kann an sich ja nur gut sein ;-)

15. Oktober 2018

Frankfurter Buchmesse 2018

Oktober-Special

Dieses Jahr war ich nur einen Tag auf der Frankfurter Buchmesse, und das am Privatbesucher-Samstag. Ich liebe die Atmosphäre dort und fahre jedes Jahr gerne hin. Aber dieses Mal habe ich mir mehr Zeit für meine Freunde, Bekannten und ehemaligen Kollegen genommen, als wie wild von einem Stand zum anderen zu rennen, um möglichst viele Eindrücke zu fotografieren.
Und das war schön.

Außerdem habe ich relativ viel Zeit bei zwei Veranstaltungen auf der Buchmesse verbracht, über die ich euch auch noch berichten werde: Marc-Uwe Kling hat aus den Känguru-Apokryphen gelesen und ich war beim Harry-Potter-Weltrekordversuch von Carlsen dabei.

Trotzdem habe ich ein paar Bilder gemacht, von meinen Lieblings-Eindrücken sozusagen:

Starten wir mit einem Überblick. Ich habe mich viel draußen aufgehalten, das Wetter war einfach zu schön und in den Hallen war wie immer die Hölle los. Vor allem in Halle 3.0, wo es für meinen Geschmack die besten Bücher gibt. Ich habe ein paar Bücher entdeckt, die ich mir zulegen werde. Habe mich von den anderen Besuchern durch die Gänge schubsen lassen. Habe minutenlang einfach die Cosplayer angeschaut, die an mir vorbeigelaufen sind. Habe aus DSGVO-Gründen keine Fotos von weniger als acht Menschen gemacht. Mit Ausnahme von bekannten Persönlichkeiten natürlich. Ich wusste gar nicht, wie entspannt eine Buchmesse sein kann.



Beim Carlsen-Stand gab es in der Hektik ein wenig Ruhe im Lesesessel am Kamin, mit der neuesten Ausgabe von Harry Potter, zum 20-jährigen Jubiläum. Auf einem Bildschirm darüber flammten Zitate auf von Lesern, denen die Buchreihe viel bedeutet. Also, theoretisch war dort Ruhe. In Wahrheit hat natürlich ein Fan nach dem anderen in dem Sessel gesessen, um ein Foto von sich machen zu lassen. Ich habe die wenigen Sekunden zwischen zwei Statisten ausgenutzt und dieses Bild gemacht.


Connie war natürlich auch am Carlsen-Stand.


Nachdem ich Ursula Poznanski im Lesezelt verpasst habe, erwischte ich sie noch am Ende eines Interviews zu ihrem neuen Buch Thalamus (Rezension Thalamus). Das Gespräch schloss mit den Worten „Wir hoffen, euch Lust auf das Buch gemacht zu haben, ohne viel darüber zu erzählen.“ Das ist tatsächlich schwierig bei diesem Buch :-D Die Autorin ist einfach super sympthisch und man kann ihr ganz wunderbar zuhören.


Bei Loewe hat Ursula Poznanski auch, zu Recht, ihre eigene Bücherwand. „Von mir selbst erschlagen“ schrieb sie dazu auf Instagram, mit einem Augenzwinkern.


Den Coppenrath-Stand finde ich auch immer sehr schön. Die Farben und Lichtverhältnisse sind tatsächlich angenehm im Gegensatz zu den anderen, und die Verantwortlichen lassen sich immer spannende Dekorationen einfallen.







Das waren auch schon meine Highlights, die nichts mit anderen Leuten zu tun haben. Das Wochenende habe ich hauptsächlich mit Chrissy verbracht: Ihr findet sie auf Instagram unter @library_of_imaginations :-)


Wer war noch auf der Messe? Was waren eure Highlights? Wer ist absichtlich nicht hingegangen?

Die FBM17

1. September 2018

Back to Hogwarts Checkliste

Heute ist es wieder soweit und der Hogwarts Express fährt von Gleis 9 ¾ Richtung Norden. Wie jedes Jahr ein sehr emotionaler Moment! Dampf quillt aus der Lok, Eulen kreischen, Katzen entwischen. Eltern zuppeln an der Kleidung ihrer Töchter und Söhne. Die Kleinen sind aufgeregt und die Großen sitzen bereits in den Waggons und erzählen sich vom Sommer. Endlich werden die Zauberstäbe ausgepackt und die Magie beginnt!

Habt ihr an alles gedacht?
  • Haustier. Wer eine Kröte dabei hat, versteckt sie besser schnell in der Umhangtasche. Katzen bitte alle einmal festhalten! Und die Eulen stecken genervt ihre Köpfe unter die Flügel. So viel Trubel!
  • Zauberstab. Einhornschwanzhaar, Drachenherzfaser, Phönixfeder. Wenn ihr bei Ollivander gekauft habt – und das habt ihr vermutlich. Packt die Stäbe aus und übt schon mal ein wenig! Accio, Kesselkuchen!
  • Bücher. Die Geschichte von Hogwarts, das Buch der magischen Tierwesen, Zaubertränke für Fortgeschrittene. Oder welche Fächer habt ihr gewählt? Braucht ihr endlos lange Runentabellen? Und gleichzeitig eine Deutungsübersicht für Teeblätter? Ihr wisst, was das bedeutet: Zeitumkehrer dabei?
  • Umhang. Schwarz, bitte nicht zu kurz. Und einen Schal in euren Hausfarben. Dieses Jahr übrigens auch den Festumhang! Um Weihnachten herum wird getanzt!
  • Kessel. Gefüllt mit klebrigen Süßigkeiten und genügend Socken. Irgendwo tief unten ist die Karte des Rumtreibers versteckt. Aber vor dem ersten Zaubertrankunterricht rausnehmen!
  • Fotos von Muggelfreunden. Die sich nicht bewegen. Merkwürdige Sache.
  • Geschichten aus den Sommerferien. Von haarsträubenden Kämpfen mit Trollen, von schwebenden Tanten, von fliegenden Motorrädern, von geheimnisvollen Nachbarn. Wer die magischste Geschichte erzählt, bekommt einen Lakritzzauberstab!
Dann kann die Reise ja losgehen. Verabschiedet eure Eltern und Geschwister und dann alle einsteigen! Sucht euch mit euren Freunden ein leeres Abteil und steckt die Köpfe zusammen. Euch erwarten spannende Abenteuer, magischer Unterricht, verborgene Räume, mysteriöse Wesen und ein wundervoller Zauber, um euch endlich wieder zu Hause zu begrüßen. Back to Hogwarts!

22. Juli 2018

3 Jahre Jessys Momente, 23 Jahre lesen


Es war ruhig hier die letzten zwei Monate. Auch auf Instagram war ich weniger aktiv. Ich erzähle euch, warum:

Anfang Mai habe ich einen neuen Job angefangen. Dieses Mal bin ich wieder in die Heimat gezogen und ich fühle mich unglaublich wohl. Ein wenig Bedenken hatte ich schon, wo ich zuvor in Frankfurt am Main und in Köln gewohnt habe. Aber es ist schon schön, wieder zu Hause zu sein :-)

Ein neuer Job schlaucht zu Anfang immer erst und auch in der Freizeit denkt man darüber nach. Ich lerne sehr viel über Online-Redaktion, Keywords, Texten, Analyse-Software, Satzlänge und so weiter. Die Arbeit gefällt mir und die Kollegen sind sehr nett. Das ist ja die halbe Miete, wie ihr wisst.

Außerdem bin ich umgezogen und habe zum ersten Mal eine Wohnung für mich allein in Unna. Das ist wunderbar, ich fühle mich richtig zu Hause. Und zum allerersten Mal seit neun Jahren habe ich alle meine Bücher wieder an einem Ort. Das mag Nicht-Bücherwürmern unwichtig vorkommen. Ihr habt keine Ahnung ;-)

Und zu guter Letzt bin ich neulich 30 geworden. Tatsächlich bedeutet mir die Zahl gar nichts, ich habe nicht das Gefühl, ich müsste noch was machen. Oder ich sei alt und habe alles Mögliche verpasst. Vielleicht liegt das daran, dass gerade so viel anderes vor sich geht. Trotzdem musste ich eine kleine Sause schmeißen und das hat auch viel Zeit und Kapazität eingenommen.

Bei mir war also viel los. Zum Lesen bin ich da auch weniger gekommen. Dennoch:


Jessys Momente wird dieses Wochenende drei Jahre alt!
Das sind drei Jahre Rezensionen, Specials, Zitate, Gedanken und Ideen rund um die Buchwelt.
Und es macht mir immer noch Spaß :-)

Es gibt aber eine kleine Änderung. Mehr einen Zusatz.
Was mich vom Lesen auch viel abhält, sind Serien. Ich fühle mich manchmal richtig schlecht, wenn ich wieder Netflix oder Prime anschmeiße, anstatt ein Buch aufzuschlagen. Aber eigentlich sind auch das Geschichten. Und sie machen viel Spaß. Deswegen werde ich in Zukunft auch andere Dinge als Bücher vorstellen, zum Beispiel Serien. Oder Spiele, wie ich es schon mit What Remains of Edith Finch oder Hogwarts Mystery gemacht habe.

Der Fokus soll aber beim Lesen und den Büchern bleiben. Die Specials werden sich weiterhin um die Buchwelt drehen. Und ich werde mir in meinem Offline-Leben wieder mehr Zeit fürs Schmökern nehmen. Das Lesen ist immerhin seit 23 Jahren Teil meines Lebens. Bücher an sich waren es natürlich von der ersten Sekunde an. Aber vor 23 Jahren bin ich eingeschult worden und habe gelernt, aus den Buchstaben Wörter und Geschichten zu machen. Eine lange Zeit, in der ich schon lesen kann. Ein volles Bücherregal, das sich in der Zeit angesammelt hat ...

Soviel zu einem kleinen Statusupdate. Ich hoffe, ihr lest fleißig weiter. Den Blog und die Bücher ;-)


26. April 2018

Hogwarts Mystery: Die Zauberwelt in einer App

Seit gestern ist das Spiel Harry Potter: Hogwarts Mystery als App für Android und iOs verfügbar. Ich, Potterhead, habe es sofort runtergeladen und ausprobiert. Bisher habe ich ungefähr 50 Minuten gespielt und gebe euch hier meinen ersten Eindruck :-)

Hier geht's zur offiziellen Seite und zum offiziellen Youtube-Video, in dem ihr ein paar Inhalte sehen könnt.

Als Erstes ist mir die tolle Grafik aufgefallen. Alles bunt und in 3D und mit süßen Details. Das Spiel startet sofort und ohne Vorwarnung mit Professor McGonagall, die den Spieler informiert, dass er in Hogwarts aufgenommen wurde. Ich hatte mich gar nicht richtig hingesetzt, da war ich schon aufgenommen. Dann geht es aber etwas langsamer voran und ich habe einen detaillierten Avatar erstellt, mit Nase und allem Drum und Dran. Und dann ging es richtig los.

In der Winkelgasse lernt der Spieler die Mechaniken der App. Während ich Schulutensilien einkaufte und Tipps von einer anderen Schülerin bekam, lernte ich, die richtigen Dinge anzutippen, Räume zu erkunden und wie Zaubersprüche funktionieren. Die Steuerung ist sehr intuitiv und es kann gar nichts schief gehen.

Und dann geht es nach Hogwarts. Der Sprechende Hut wird aufgesetzt und dann darf man sich sein Haus aussuchen. Zumindest glaube ich das, denn der Hut hat mich nach meinem Wunschhaus gefragt und ich wurde dort hinein sortiert: Gryffindor ;-) Ja, ich bin ein Gryffindor und stehe dazu.

Während sich der Avatar in der Zauberwelt einlebt, lernt der Spieler die Story des Spiels kennen. Das Ganze spielt kurz nachdem Harry Potter als Baby den Angriff von Voldemort abgewehrt hat. (Was theoretisch ja nicht ganz passt. Das war an Halloween und das Schuljahr startet im September. Aber nun ja, so können wir das einordnen.) Hogwarts ist also das, wie wir es aus den ersten Büchern kennen: Dumbledore ist Schulleiter und die Lehrer sind auch dieselben. Mein Avatar hat aber seine eigene Geschichte. Mein Bruder war vor mir in Hogwarts und auf der Suche nach Versteckten Verliesen, bis er von der Schule geworfen wurde. Direkt zu Anfang werde ich mit Vorwürfen konfrontiert, dass ich ja nicht anders sein könne und nur Ärger bringen würde. Und was ist dran an dem Gerücht, dass mein Bruder zu Voldemort übergelaufen sei?

Neben den Abenteuern und Geheimnissen muss aber wie in den Büchern der Unterricht bestritten und der Hauspokal gewonnen werden. Der Spieler lernt Zaubersprüche, bei denen er verschiedene Muster mit dem Finger nachzeichnet (erinnert mich an die PC-Spiele), mischt Zaubertränke und lernt das Besenreiten. Eine der Mechaniken (bisher) ist es, blau umrandete Dinge anzutippen. Für eine bestimmte Anzahl von Berührungen verdient man Sterne. Durch die Sterne meistert man die Aufgabe. Allerdings verbraucht jedes Tippen Energie.

Der Energieverbrauch ist etwas, das das Spiel interessant und uninteressant macht. Der Energiebalken lädt sich mit der Zeit wieder auf, auch wenn die App geschlossen ist. Es kann also sein, dass man mitten in einer Aufgabe warten und das Handy zur Seite legen muss. Stattdessen kann man per in-App-Kauf neue Energie kaufen. So verdienen die Macher also Geld. Man kann das aber auch positiv sehen, brav warten und sich denken, dass der Spielspaß so viel länger anhält. Bisher war es das Einzige, was mich dazu gebracht hat, das Spiel zu unterbrechen.

Zu verschiedenen Momenten sind Entscheidungen vom Spieler gefragt. Aus zwei oder drei Antwortmöglichkeiten wählt man die seiner Meinung nach passende. Das Spiel erweckt den Eindruck, dass man den Ablauf dadurch beeinflusst und so einige Begebenheiten wären bei anderen Entscheidungen vielleicht nicht passiert. Ob das tatsächlich so ist, erfahre ich erst, wenn ich mit anderen verglichen habe, was bei ihnen passiert ist.

Neben der Energie gibt es weitere zusätzliche Dinge: Der Spieler sammelt Punkte in Mut, Empathie und Wissen. Manche Entscheidungen, die man trifft, werden überhaupt erst wählbar, wenn man bei diesen drei Fähigkeiten genügend Punkte gesammelt hat. So hatte ich nicht genügend Mut, um einer Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen, und musste mich mit einer Mitschülerin duellieren.

Der Avatar schließt im Laufe der Schuljahre in Hogwarts Freundschaften. Diese müssen aktiv verbessert werden und bringen dem Spieler Hilfe bei Abenteuern. Das finde ich eine spannende Idee.

Gut gefällt mir auch, dass man zwar einer Geschichte folgt und immer einen bestimmten Raum für den nächsten Step aufsuchen soll. Trotzdem kann man die einzelnen Räume und Gegenden besuchen und quasi durch Hogwarts streifen.

Den Charme der Bücher erreicht die App natürlich nicht. Das haben ja schon die Filme nicht, also wäre das wohl etwas viel erwartet. Die Story kommt lange nicht an die Romane heran, die Dialoge sind einfach und stereotypisch. Aber mehr verlange ich von diesem Spiel auch nicht. Das magische, mystische Kribbelgefühl bleibt bisher noch aus, doch warten wir mal ab.

Insgesamt gefällt mir das Spiel sehr gut und ich bin ganz aus dem Häuschen, in Hogwarts zu sein! Ständig schaue ich nach, ob die Energie wieder aufgeladen ist, um weiterzumachen. Durch die Zeit, in der es spielt, fühlt man sich wie Zuhause, mit all den bekannten Lehrern und natürlich auch Hagrid. Es macht Spaß, eine neue Geschichte in der Zauberwelt durchzuspielen. Insgesamt ist das Spiel bisher relativ einfach (auch wenn ich manche Fähigkeiten noch verbessern muss – ich weiß allerdings noch nicht genau, wie). Man braucht keine zwei Anläufe für eine Aufgabe. Besonders anspruchsvoll waren sie auch nicht ... Trotzdem macht es wahnsinnig viel Spaß! Vielleicht auch, weil ich bisher alles auf Anhieb geschafft habe :-D

Sobald ich das Spiel durchgespielt und das Geheimnis um den verschwundenen Brudder gelöst habe, schreibe ich hier wieder dazu :-) Bis dahin: Spiel Spaß beim Daddeln!

2. März 2018

Die Stadtbibliothek Stuttgart: Ein Besuch

Letztes Wochenende war ich mit Freunden in Stuttgart. Und weil die genau wissen, wie sehr ich Bücher liebe, haben wir direkt als Erstes einen Abstecher in die Stadtbibliothek gemacht.

Das Gebäude sieht hypermodern aus. Von außen ist es im Grunde ein heller Klotz, der zwischen anderen Klötzen steht. Ich persönlich finde alte Gebäude mit Holzboden, in denen jeder Schritt ein Gruselfilm-Knarren hervorruft, viel schöner. Aber trotzdem hat es mir in dem modernen Ding gefallen. Vor allem, weil es innen so lese-kuschelig warm war. Leider habe ich den Klotz nicht bei Dunkelheit gesehen, da leuchtet er dann durch die Nacht (wie man im Internet recherchieren kann).

Von innen die gleiche Architektur, übrigens vom koreanischen Architekten Eun Young Yi: alles weiß und eckig, ausgestattet mit Technik. Die Atmosphäre ist trotzdem gemütlich. Vor allem, wenn man näher an die Regale herantritt. Bibliotheksbücher bleiben nun einmal etwas abgegriffene Bücher mit einer aufgeklebten Beschriftung. Das ist das Schöne daran. Man kann ein noch so neues oder altes Haus bauen oder finden: Der Inhalt bleibt derselbe.

Wir haben direkt den Fahrstuhl genommen und einen kurzen Abstecher in die Kinderbuchabteilung gemacht. Selbst hier alles hell und aus Glas. Aber die niedlichen Leseecken mit den Bücherkisten haben einige Kinder zum Verweilen und Schmökern eingeladen. Das war sehr süß.

Mit dem Fahrstuhl ging es weiter nach oben. Ich wollte auf die achte Etage und den Ausblick auf die Bücher haben, den man bei einer Bildersuche im Internet immer sieht. Und tatsächlich: Direkt aus dem Fahrstuhl raus entblößte sich die schneckenförmige, quadratische Gestalt im Innern der Stadtbibliothek in Stuttgart. Sehr hübsch!

Trotz des eisigen Wetters besuchten wir dann die Dachterrasse. Die Sonne schien und von oben hatten wir einen Rundumblick auf Stuttgart. Ein älterer Herr mit Zeitung trotzte dem Wind und blätterte sich durch die neuesten Nachrichten. Der Freund, den wir besuchten, erzählte etwas über die Gleise, die Stuttgart 21 verschwinden lassen möchte, und zeigte uns von Fern seinen Arbeitsplatz.

Nach einem kurzen Blick in die Cafeteria und einem Abstecher in die Medien-Abteilung, in der ein Freund über die Bücher zu veralteter Software kichern musste – die müssen aber immerhin auch irgendwo stehen – haben wir dann den Rückweg angetreten. Die Stadt wartet ja noch mit mehr Sehenswürdigkeiten auf.

Seid ihr also einmal in Stuttgart, dann besucht auf jeden Fall die Stadtbibliothek. Sie fällt zwischen den anderen hohen Gebäuden gar nicht so sehr auf (zumindest bei Tag). Von innen ist es einen zweiten Blick aber allemal wert. Auch an modernen Medien mangelt es nicht. Es gibt Computer, Audio- und Videoproben und einen durchsichtigen Blick auf die kleinen niedlichen Schienenfahrzeuge, die Bücher aus dem Archiv holen. Ein Ort für Bücher, also ein Ort für uns.


10. Februar 2018

What Remains of Edith Finch

Ich möchte euch ein Spiel vorstellen, das eigentlich mehr eine Geschichte ist und somit wunderbar hierher passt: „What Remains of Edith Finch“ von Giant Sparrow für die PS4 oder die Xbox One.

Es war halb zwölf nachts und ich wollte eigentlich schlafen gehen. Super müde habe ich auf dem Sofa herum gelümmelt. Aber ich habe mich überreden lassen, das Spiel wenigstens anzufangen, immerhin musste ich am nächsten Tag nicht raus.

Drei Stunden später war ich hellwach und fertig mit Edith Finch. Was ein Spiel!

Es handelt sich bei diesem Game quasi um eine Erzählung, die man durchläuft. Der Spieler besucht aus der Ich-Perspektive und mithilfe eines Buches das ehemalige Wohnhaus von Edith Finch. Die Stimmung ist melancholisch und ein wenig gruselig, aber gleichzeitig wunderschön und emotional berührend. Ediths Stimme begleitete mich auf dem Weg zum Haus und hinein. Ihre Worte erscheinen auf zauberhafte Weise in der Umgebung und leiten den Spieler durch die Geschichte.

Was hat es mit all den rätselhaften Todesfällen in der Familie auf sich? Wieso wurden die Zimmer alle verschlossen? Und warum ist Edith damals fortgegangen?

Eine mystische Story, die man durch Geheimgänge und Kletterpartien erlebt und erkundet. Ein Walking Simulator, der erfahrene Spieler und Neueinsteiger, Jung und Alt, Männlein und Weiblein durch seine Erzählweise in den Bann zieht. Alle Todesfälle werden einzeln besucht: eine Reise durch Raum und Zeit, bei der man einen kleinen aktiven Part in den Geschehnissen spielt und die Geheimnisse der Familie Finch aufdeckt.

Solltet ihr also Gelegenheit haben, mal in das Spiel zu schauen oder es gar anzufangen – unbedingt machen! Trotz relativ kurzer Spielzeit und unkompliziertem Walk Through ist es ein wundervolles und durchdachtes Spiel, das mich von vorne bis hinten gepackt hat.

26. Januar 2018

Kalender – Was sind das für Bücher?

Januar-Special 2018

Jahresende und -anfang – das bedeutet Kalender kaufen! Wahrscheinlich haben die meisten von euch bereits einen käuflich erworben. Oder vielleicht selbst gebastelt oder euch schenken lassen?

Wozu Kalender? Klar, in der heutigen Zeit sind wir alle so beschäftigt, dass wir viele Termine und weit in die Zukunft planen. Wir wohnen weiter weg von Familie und Freunden und wir müssen unser Leben strukturieren. Aber Kalender sind schon viel älter als unser Job- und Freizeitstress. Früher konnte sich die Landwirtschaft an den Tagen und Monaten orientieren. Daher auch die ganzen Bauernregeln. Zum Beispiel: „März trocken, April naß, Mai lustig von beiden was, bringt Korn in'n Sack und Wein ins Faß.“ (http://www.bauernregeln.net/bauernregeln.html) Die Tage und Monate zu beobachten ist notwendig, um Aussaat und Ernte zu planen.

„Der heißeste Sommer aller Zeiten“. Das Wetter und der Klimawandel lassen sich nur über die Jahre und Jahrhunderte tatsächlich gut ablesen. Von daher gibt es auch die 100-jährigen Kalender, die so etwas wie Wettervorhersagen versuchen. Kalender sind also ursprünglich weniger dazu da, das nächste Meeting mit dem Chef zu planen, sondern die tatsächlich lebenswichtigen Dinge zu organisieren ;-)

„Das Wort „Kalender“ entstammt dem lateinischen Calendarium (Schuldbuch). Dies war ein Verzeichnis der Kalendae, der jeweils ersten, auszurufenden (calare „ausrufen“) Tage der antiken Monate. An diesen wurden Darlehen ausgezahlt und Darlehensrückführungen sowie Zinsforderungen fällig.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Kalender)

Wir benutzen heute den gregorianischen Kalender mit 365,2425 Tagen pro Jahr. Die Anzahl orientiert sich am Lauf der Erde um die Sonne. Da dieser in einem Jahr ein klein wenig schneller ist als 365 Tage, wird alle vier Jahre ein Schalttag hinzugefügt, der 29. Februar. Da dadurch die Zeiteinteilung über die Jahrhunderte wieder etwas zu lang wird, ist ein Jahr, das ein Jahrhundert abschließt (zum Beispiel 2100) kein Schaltjahr. Außer, ein solches Jahr ist durch 400 teilbar (zum Beispiel 2000). Kompliziert, aber anscheinend passend :-D

Feiertage werden auch nicht durch Zufall verteilt. Ostern zum Beispiel, welches jedes Jahr an einem anderen Datum liegt, findet immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling statt. Dadurch lassen sich andere Feiertage (Aschermittwoch: 40 Tage vorher, Pfingsten: 50 Tage danach) berechnen. Man kann quasi bis in alle Ewigkeit berechnen, wann die Karnevals-Jecken ihr Unwesen treiben (in der Woche vor Aschermittwoch).

Im Alltag sind Kalender für uns aber reine nützliche Helfer. Und für viele Leute sollen sie auch schön sein. Es gibt Kalender, in denen jeder Tag mit einer ganzen Seite aufgeführt wird. Es gibt Wochenkalender für den Wohnzimmer- oder Arbeitstisch. Es gibt riesige Wandkalender mit wunderschönen Bildern oder aufmunternde Sprüche und Weisheiten auf einem Monats- oder Wochenblatt. Es gibt sie zu Themen wie niedliche Katzenkinder oder die besten Biere Europas. Ich hatte auch ein paar selbstgebastelte Kalender, sowohl zum Aufhängen mit Fotos als auch als Büchlein mit besonderen Kennzeichnungen für Geburtstage, Klausuren oder anderen Dingen.

Was hat das nun mit Büchern zu tun? Ganz davon abgesehen, dass Kalender auch in Verlagen entstehen. Das tun Zeitungen auch. Kalender existieren zunächst oft in Buchform. Äußerlich bestehen Bücher aus bedruckten Seiten in einem Block, der zusammengebunden und umschlagen wird. Tadaa, ein Buch. Und in diesen Kalender-Büchern? Da steht Geschichte. Meine, deine, die der Welt. Kalender sind voller Geschichten, wie es Romane auch sind. Wir können das Leben eines Menschen nachvollziehen, seine Gewohnheiten und besonderen Erlebnisse kennenlernen und ihn ein Stück weit verstehen.

Tagebücher können diese Kalender auch sein. Ich habe mir für dieses Jahr zwei Kalender zugelegt: einen ganz kleinen für die Handtasche mit zukünftigen Terminen. Und einen großen, mit einer Din-A-5-Seite für jeden Tag. Dort hinein schreibe ich alles, was mir durch den Kopf geht, wie ich mich gefühlt habe, was ich genau mit wem und wo unternommen habe. Es sind Erinnerungen und Pläne enthalten und ich kann alles im Nachhinein nachlesen.
Kalender sind also sehr praktisch und in ihrer Art uralt. Sie beherbergen aber genauso Geschichten und Gedanken, Pläne und Erinnerungen. Sie sind Zeitzeugen und persönliche Geheimnisse. Sie teilen unser Leben in strikte Abläufe, doch zugleich bieten sie den Platz, um alles Wichtige festzuhalten. Auch in digitaler Form ;-)


Was für Kalender habt ihr? Was genau schreibt ihr hinein? Habt ihr mehrere für verschiedene Teile eures Lebens? Oder merkt ihr euch einfach alles?

15. Januar 2018

Theaterstück „Die Känguru-Chroniken“ von Marc-Uwe Kling

Viel Schönes dabei – werden wohl die meisten darüber sagen. Ohne einen Ohrwurm von diesem Satz kommt man wohl nur schwer aus diesem Stück. Es ist auch viel Schönes dabei. Und das soll gar nicht so abwertend klingen, wie wenn der Autor über die Straßen in Mecklenburg-Vorpommern schreibt.

Am Samstag war ich im Kölner Comedia Theater im Theaterstück der Känguru-Chroniken. Die Karte hatte ich zum Geburtstag bekommen und bin nun also nach meinem Wegzug aus Köln diese Woche noch einmal in die Domstadt. Aber ein Theaterstück mit einem kommunistischen Känguru, Anti-Terroranschlägen und einer Flugreise? Kann das funktionieren?

Für Fans der Känguru-Trilogie, und ich bin einer von denen, deswegen kann ich das sagen, funktioniert das Theaterstück sehr gut. Im Vorfeld habe ich mich gefragt, wie sie auf der Bühne wohl die Dunkel-Café-Szene darstellen wollen, bis mir einfiel, dass – nur weil das Ganze auf den Büchern basiert – die Geschichte ja keinesfalls analog zum ersten Band laufen muss. Das tut sie dann auch nicht.

Die Handlung: Marc-Uwe und das Känguru wohnen zusammen und tun, was sie eben den ganzen Tag tun. Hauptsächlich existieren und ihren etwas verqueren Gedanken nachhängen. Dann erzählt Marc-Uwe, dass er ein Theaterstück schreiben soll. Natürlich geht es darin um das Känguru. Um was genau?, will dieses wissen. Na, um alles eben. Und so lernt der Zuschauer (noch einmal), wie die beiden sich kennenlernten und welche besonderen Abenteuer sie bereits erlebt haben.

Das Stück wirkt an manchen Stellen vielleicht etwas unzusammenhängend. Das ist im (Hör-)Buch nicht anders. Auf der Bühne wird auch in Kapitel unterteilt und für mich ergab sich daraus kein Problem. Man mag das Känguru nicht, weil der Plot so unglaublich linear aufgebaut ist. Vor allem eine Szene passt nicht ins Geschehen – aber das macht nichts, beschließen die Figuren. Die Leute liebten dieses Kapitel eben und wollten es deswegen sehen (man versteht sich ja mehr als Dienstleister :-D – und ja, auch ich liebe dieses eine bestimmte Kapitel besonders).

So haben mich die drei 17-jährigen Jungen hinter mir schon etwas gestört. „So war das im Buch nicht. Es heißt Koooopf und nicht Kopf. …“ Jaaa jaa. Geht nach Hause und lest das Buch. (Ich gebe zu – ungefähr so muss es sich anfühlen, mit mir Romanverfilmungen zu schauen …)

Die Umsetzung hat mir sehr gut gefallen. Im Theater konnte die Geschichte durch visuelle Aspekte erweitert werden und der Autor hat sich ein paar lustige Dinge einfallen lassen. Außerdem gab es Live-Musik, ein Kanguroosical sozusagen (für Fans von Scheißvereinen, zum Beispiel). Auch die Schauspieler haben aus meiner Sicht gute Arbeit geleistet und die Charaktere in der bekannten Art und Weise getroffen.

Heimliche Heldin beziehungsweise heimlicher Held des Stückes ist Hertha. Alias der Psychiater, alias der Nazi, alias die Frau der Jobagentur, alias … Ein wundervolles, unverstecktes Schauspiel aus Rollenwechsel und Selbstironie, welches nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten, möglich ist.
Unwissende, die die Känguru-Chroniken nicht kennen, verstehen vielleicht das ein oder andere nicht. Running Gags aus den Büchern werden nur einmal gebracht und sind somit nur Running für die Kenner. Gut unterhalten fühlen sich auch Neulinge. Trotzdem entspringt der Charme des Ganzen doch schon dem Vorwissen, das der Zuschauer besser mitbringt.

Alles in allem habe ich mich – als fanatischer Liebhaber, der die Hörbücher mehrfach gehört hat – gut amüsiert und unterhalten gefühlt. Vor allem deswegen, weil ich erneut in die Känguru-Welt eintauchen und auch ein paar neue Pointen erleben durfte. Wer also die Bücher mag, verbringt im Theaterstück „Die Känguru-Chroniken“ einen schönen Abend.

Mehr von Marc-Uwe Kling: Hier geht’s zur Rezension von Qualityland


1. Januar 2018

Frohes 2018!

Ein farben-frohes neues Jahr 2018 wünsche ich euch!
Habt ihr euch neue Lese-Ziele vorgenommen? Eine Anzahl an Büchern oder die Erkundung eines neuen Genres? Was bei mir in 2017 war und was für das neue Jahr ansteht erfahrt ihr bald im Rückblick-Ausblick-Post. Bis dahin schon mal:
Viel Erfolg, Glück, Liebe, Freundschaft, Abenteuer, Sonnenschein und vor allem Lesestoff!


25. Dezember 2017

Frohe Weihnachten!

Liebe Bücherwürmer und alle anderen,
ich wünsche allen Frohe Weihnachten und (/oder, für Nicht-Feiernde) eine schöne und kuschelige Zeit mit euren Lieben!

24. Dezember 2017

Harry-Potter-Adventskochen, die Vierte

Dezember-Special 4/4

Da dieses Jahr der Vierte Advent und Heilig Abend auf denselben Sonntag fallen, ist jetzt fast schon Weihnachten! Wie verbringt ihr euren Tag? Feiert ihr zu Hause oder seid ihr schon unterwegs?

Ich mache heute mit euch als krönenden Abschluss der Harry-Potter-Koch-und-Back-Sessions mit euch die Zimtbrötchen aus dem inoffiziellen Buch vom riva Verlag. Zuvor gab es Porridge, Vanillecreme-Kekse und Butterbier.

Zunächst habe ich ganz traditionell alle Zutaten zusammengestellt und für euch fotografiert :-D Nick musste natürlich auch wieder dabei sein – er kann Süßigkeiten nicht widerstehen! Dann habe ich Zucker, Milch und Hefe zusammengerührt sowie Zucker und Eier in einer Schüssel geschlagen. Nick wollte auch mal den Mixer bedienen ;-)


Danach kam ich ganz schön in die Bredouille. Ich hätte vorher checken sollen, wie viele Schüsseln man für dieses Rezept braucht, eine hat vorne und hinten nicht ausgereicht. Jedenfalls habe ich dann Butter und Milch in einem Topf erhitzt: witzige Kombi, die sich ganz wunderbar in zwei Schichten aufteilt :-D Danach kommt alles in eine Schüssel (da reichte dann zum Schluss doch wieder eine) und durchmixen. Mein Teig war leider mal wieder viieel zu flüssig-zäh. Man sollte ihn danach in einem Klumpen aus der Schüssel nehmen können. Das ging so gar nicht :-D


Deswegen habe ich einfach große Flatschen auf das Blech gemacht. Eigentlich sollte man das Ganze nach dem Gehen lassen (da hätte ich mir das Rezept vorher auch intensiver anschauen sollen :-D) ausrollen und in Schnecken formen sollen. Das hat nicht ganz hingehauen, obwohl ich noch extra Mehl hinzugefügt habe ...



Doch nachdem ich die Fladen gemacht und mit einer Mischung aus Butter, braunem Zucker und Zimt bestrichen habe (ja, das vielleicht auch eher radikal), konnte das Blech dann in den Ofen.


Als sich dann der wunderbar zimtig-hefige Duft in unserer Küche verbreitet hat, habe ich noch das Frosting aus Frischkäse, Creme fraiche und Puderzucker gemacht. Und weil ich noch rote Lebensmittelfarbe hatte und die ja ganz wunderbar zu Weihnachten passt, kam die auch noch da hinein. Ro-o-o-te Weihnacht überall!


Und schon waren die leckeren Zimtbrötchen fertig! Sie haben sehr saftig geschmeckt, hätten für meinen Geschmack aber noch etwas süßer sein können, so als Leckerei im Advent. Dieses Backrezept war das aufwendigste der vier – aber auch das mit dem coolsten Ergebnis :-)

Ich wünsche euch schon einmal leckere Feiertage!