Es ist Frühlingsanfang! Davon ist draußen allerdings leider gar nichts zu sehen. Wahrscheinlich muss ich gleich eher mein Auto kratzen, wenn ich los will.
Deswegen stelle ich euch heute drei Bücher vor, die wenigstens die warmen Gefühle in uns erwecken. Wie immer wurden sie mir von jemandem empfohlen – diesmal von einer Freundin, die gerne solche Bücher liest und diese drei relativ neu bei sich hatte. Vielleicht ist ja etwas für euren persönlichen Frühling dabei :-)
Mary Simses: Der Sommer der Sternschnuppen (links)
Bei der ordnungsliebenden Grace läuft alles glatt. Bis das Leben zuschlägt und sie auf einmal Job, Freund und Wohnung verliert. Wohin geht man, wenn man alles verloren hat? Grace zieht es ins heimatliche Nest, wo sie aufgewachsen ist. Dort sucht sie nach einer neuen Zukunft für sich. Doch was sie findet, ist ihre Vergangenheit, mit all ihren positiven Freundschaften und den negativen Verlusten, die sie damals erlitt. Sie muss entscheiden, wie ihr Leben weitergeht.
Arto Paasilinna: Der liebe Gott macht blau (Mitte)
Die Menschen veranstalten wirklich unglaublich viel Unsinn. Der liebe Gott hat keine Lust, sich das jeden Tag anzuschauen. Ein Jahr Urlaub hält er für eine gute Idee. Eine Vertretung für diese Zeit muss her. Leider kann Gott da nicht auf himmlische Unterstützung zählen. Aber gab es da nicht einen Menschen, der ihn in letzter Zeit immer bat, etwas an seinem Leben zu ändern? Wenig später bekommt Kranführer Birger ein neues Jobangebot und übernimmt die Urlaubsvertretung für Gott. Dass das alles andere als einfach wird, hätte er sich ja eigentlich denken können.
Matthias Sachau: Mit Flipflops ins Glück
Nina ist glücklich mit ihrem Freund Sami. Mit ihm will sie für immer zusammenbleiben. Dieser Entschluss wird auf die Probe gestellt, als Sami ein Jobangebot in Brasilien bekommt. Soll Nina mit ihm in ein fremdes Land auswandern, dessen Sprache sie nicht spricht? Zuhause hat sie ihre Freunde und Familie und ihr eigenes Café. Schwierige Entscheidungen und Zeiten stehen an, vor allem als Ninas erste große Liebe wieder auf den Plan tritt.
Vielleicht ist ja eins der Bücher interessant für euch und ihr könnt den Frühling so in euer Haus holen :-)
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20. März 2018
12. August 2017
Jennifer Niven: All the bright places
Labels:
Drama,
jessyliest,
Liebesgeschichte,
Rezension
Wie mich Finchs Worte berührten
Handlung
Finch steht oben auf dem Rand des Glockenturms an seiner Schule als er merkt, dass er nicht allein ist. Violet ist ebenfalls dort. So richtig springen wollen beide nicht. Aber beide glauben, Grund dazu zu haben. Finch hat Aufs und Abs, er kann sich nicht richtig mit dem Alltag arrangieren und sticht mit seinem Verhalten hervor. Violet hat einen Autounfall überlebt, der ihre Schwester das Leben gekostet hat. Die beiden kennen sich eigentlich nicht. Noch nicht.
Meinung
Dieses Buch ist wundervoll, die Geschichte der beiden Jugendlichen hat mich tief berührt. Besonders Finchs Worte und Taten haben mich zum Nachdenken gebracht.
Die Handlung besteht aus den kleinen Alltags-Abenteuern, die Finch und Violet für ein Schulprojekt erledigen. Sie besuchen besondere Orte in Indiana. Finch ist sofort fasziniert von Violet. Diese öffnet sich ihrem merkwürdigen Mitschüler nur langsam. Doch er lässt nicht locker und zeigt der mürrischen Jugendlichen, wie schön ihre Umgebung ist.
Finch: But then I realized, believe it or not, it’s actually beautiful to some people. It must be, because enough people live here, and they can’t all think it’s ugly.
Die Geschehnisse sind sanft, filigran und aufregend. Es geht um die Welt in den Köpfen der beiden und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Finch peppt Violets Alltag mit den kleinen Abenteuern und seinen Ideen und Erzählungen auf, während Violet ihm zeigt, dass es auch in der Wirklichkeit lebenswerte Dinge gibt. Im Verlauf des Buches schraubt sich der Spannungsbogen nur langsam in die Höhe, was neben den kleinen Abenteuern aber überhaupt nicht schlimm ist. Die Geschichte ist weniger action-driven, sondern sie wird getrieben von den inneren Monologen und den Dialogen der beiden Hauptcharaktere.
Die Geschichte ist abwechselnd aus der Ich-Perspektive der beiden geschrieben. Dadurch bekommen wir Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Figuren und es ist spannend, sie jeweils auch durch die Augen des anderen zu sehen.
Finch: She is oxygen, carbon, hydrogen, nitrogen, calcium, and phosphorus. The same elements that are inside the rest of us, but I can’t help thinking she’s more than that and she’s got other elements going on that no one’s ever heard of, ones that make her stand apart from everybody else.
Violet: This is the single loveliest thing anyone’s ever done form e. It’s movie lovely. It feels somehow epic and fragile
Sich selbst gegenüber sind sie sehr kritisch. Ihre Selbstwahrnehmung macht einen Großteil des Buches aus und zeigt, wie sie beide Schwierigkeiten im Alltag haben.
Violet: I love the world that is my room. It’s nicer in here than out there, because in here I’m whatever I want to be.
Finch: I know life well enough to know you can’t count on things staying around or standing still, no matter how much you want them to.
Finch: One year later, I grew out of my clothes because, it turns out, growing fourteen inches in a summer is easy. It’s growing out of a label that’s hard. Which is why it pays to pretend you‘re just like everyone else, even if you’ve always known you’re different.
Beide Figuren empfinden sich selbst als unzumutbar und anders, der Welt nicht gewachsen. Gemeinsam lernen sie, wie sie das Leben wieder meistern. Aber während Violet wieder in den Alltag zurückfindet und anfängt, ihre Träume wieder zu verfolgen, findet Finch sich bald in immer düsteren Gedanken wieder.
Das Thema des Buches sind die Probleme, mit denen die beiden zu kämpfen haben. Violets kamen von außen, als ihre Schwester bei dem Unfall starb. Finchs kommen von ihm selbst und er kann sie nicht richtig einordnen. Mich hat fasziniert, wie ehrlich der Einblick in die Gedanken und Gefühle der beiden ist, den der Leser bekommt. Jennifer Niven hat zwei authentische Charaktere aufgebaut, denen man abnimmt, wie sie sich fühlen, und die auch ihre negativen Gefühle nicht verschweigen.
Insgesamt hat mich das Buch also sehr gut abgeholt und ich kann es jedem weiterempfehlen, der ein solches Genre gerne liest. Es ist rasant und sanft, aufwühlend und beruhigend, es lässt einen mit dem Gefühl zurück, jetzt schlauer und tiefgründiger zu sein und den darauf folgenden Bookhangover schon zu überstehen.
29. Juli 2017
Lori Nelson Spielman: Morgen kommt ein neuer Himmel
Labels:
jessyliest,
Liebesgeschichte,
Rezension
Wie ich dem Genre eine weitere Chance gab
Handlung
Brett ist todunglücklich. Ihre Mutter ist an Krebs gestorben und enthält ihr zu allem Überfluss ihr Erbe vor. Wenn Brett das Geld haben möchte, muss sie innerhalb eines Jahres eine Liste mit Lebenswünschen abarbeiten, die sie mit 14 Jahren geschrieben hat. Und diese Wünsche haben es in sich.
Meinung
In Buchhandlungen lese ich die Klappentexte von diesen Frauen- und Liebesromanen und denke mir meistens: Das riecht gewaltig nach Klischee. Man bekommt das Gefühl, dann schon zu wissen, wie das Ganze ausgeht. Bei diesem Buch hatte ich endlich das Gefühl, es ginge dieses Mal vielleicht um etwas mehr als eine Männerjagd auf High Heels. Wie ihr meinem Ton entnehmen könnt: Die meiste Zeit war das nach meinem Empfinden nicht so.
Die Handlung ist angenehm, ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen und mich in dem Sinne nicht gelangweilt. Der Leser fiebert mit Brett mit und hofft auf die Erfüllung ihrer Lebensziele. Er geht mit ihr in einen Comedy-Club auf die Bühne und überlegt, wie um alles in der Welt man in einem Jahr sowohl ein Pferd als auch ein Baby anschaffen soll. Ganz zu schweigen von dem Haus oder – dem richtigen Mann. Das ist der Knackpunkt der ganzen Geschichte. Mag alles andere noch so unerreichbar und auch utopisch wirken, was die Hauptfigur umtreibt ist die Männersuche. Und die Exemplare purzeln ihr nur so in den Schoß.
Brett ist ganz normal. Sie wirkt auf den Leser sympathisch, ich hatte Mitleid mit ihr. Die Figur geht ein wenig stolpernd durchs Leben und muss erst den Glauben an sich selbst finden. Die neuen Männer in ihrem Leben pushen ihr Selbstbewusstsein. Ansonsten hat sie keine Ecken und Kanten. Die Nebenfiguren spielen ihre Rollen. Tatsächlich war ich dann doch die ganze Geschichte über unsicher, ob und welcher Mann ihr bei der Erfüllung dieses Lebensziels behilflich ist. Das wollte ich dann nun doch gerne wissen :-D
Das Thema ist, wie man diesem Text anmerkt, nicht so meines. Es fällt mir schwer, mich auf Männerjagd zwischen zwei Buchdeckeln einzulassen. Es gibt auch noch weitere Themen in diesem Buch, Familie, Freundschaft, die Erfüllung seiner Träume, Nächstenliebe. Sie spielen zuweilen auch etwas größere Rollen, treten aber in meinem Rückblick auf das Buch eher zurück.
Insgesamt habe ich das Buch schnell durchgelesen, weil ich wissen wollte, wie es endet. Es lässt sich sehr gut runterlesen, doch es fehlt an tiefen Gefühlen und Gedanken, die mit sich selbst zu tun haben und nicht mit der Erfüllung in einer Partnerschaft.
Wer gerne Bücher rund um Männer und Frauen liest und Brett auf ihrem Weg begleiten möchte, den Richtigen zu finden, ist mit diesem Buch gut beraten. Für mich ist es leider weniger geeignet.
Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!
Handlung
Brett ist todunglücklich. Ihre Mutter ist an Krebs gestorben und enthält ihr zu allem Überfluss ihr Erbe vor. Wenn Brett das Geld haben möchte, muss sie innerhalb eines Jahres eine Liste mit Lebenswünschen abarbeiten, die sie mit 14 Jahren geschrieben hat. Und diese Wünsche haben es in sich.
Meinung
In Buchhandlungen lese ich die Klappentexte von diesen Frauen- und Liebesromanen und denke mir meistens: Das riecht gewaltig nach Klischee. Man bekommt das Gefühl, dann schon zu wissen, wie das Ganze ausgeht. Bei diesem Buch hatte ich endlich das Gefühl, es ginge dieses Mal vielleicht um etwas mehr als eine Männerjagd auf High Heels. Wie ihr meinem Ton entnehmen könnt: Die meiste Zeit war das nach meinem Empfinden nicht so.
Die Handlung ist angenehm, ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen und mich in dem Sinne nicht gelangweilt. Der Leser fiebert mit Brett mit und hofft auf die Erfüllung ihrer Lebensziele. Er geht mit ihr in einen Comedy-Club auf die Bühne und überlegt, wie um alles in der Welt man in einem Jahr sowohl ein Pferd als auch ein Baby anschaffen soll. Ganz zu schweigen von dem Haus oder – dem richtigen Mann. Das ist der Knackpunkt der ganzen Geschichte. Mag alles andere noch so unerreichbar und auch utopisch wirken, was die Hauptfigur umtreibt ist die Männersuche. Und die Exemplare purzeln ihr nur so in den Schoß.
Brett ist ganz normal. Sie wirkt auf den Leser sympathisch, ich hatte Mitleid mit ihr. Die Figur geht ein wenig stolpernd durchs Leben und muss erst den Glauben an sich selbst finden. Die neuen Männer in ihrem Leben pushen ihr Selbstbewusstsein. Ansonsten hat sie keine Ecken und Kanten. Die Nebenfiguren spielen ihre Rollen. Tatsächlich war ich dann doch die ganze Geschichte über unsicher, ob und welcher Mann ihr bei der Erfüllung dieses Lebensziels behilflich ist. Das wollte ich dann nun doch gerne wissen :-DDas Thema ist, wie man diesem Text anmerkt, nicht so meines. Es fällt mir schwer, mich auf Männerjagd zwischen zwei Buchdeckeln einzulassen. Es gibt auch noch weitere Themen in diesem Buch, Familie, Freundschaft, die Erfüllung seiner Träume, Nächstenliebe. Sie spielen zuweilen auch etwas größere Rollen, treten aber in meinem Rückblick auf das Buch eher zurück.
Insgesamt habe ich das Buch schnell durchgelesen, weil ich wissen wollte, wie es endet. Es lässt sich sehr gut runterlesen, doch es fehlt an tiefen Gefühlen und Gedanken, die mit sich selbst zu tun haben und nicht mit der Erfüllung in einer Partnerschaft.Wer gerne Bücher rund um Männer und Frauen liest und Brett auf ihrem Weg begleiten möchte, den Richtigen zu finden, ist mit diesem Buch gut beraten. Für mich ist es leider weniger geeignet.
Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!
23. Februar 2017
Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne
Labels:
jessyliest,
Liebesgeschichte,
Rezension
Wie mich diese Achterbahnfahrt der Emotionen gepackt hat
Der cbt Verlag hat mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Und darüber bin ich sehr froh, denn diese Geschichte hat mich sehr berührt und ich habe sie so runter gelesen.
Handlung
Noah und Jude sind Zwillinge und gleichzeitig sehr verschieden. Noah ist künstlerisch extrem begabt, sehr emotional und homosexuell. Jude ist die sexy Surferin, mit vielen Freundinnen und auch einer guten Portion Kreativität. Die beiden führen eine gute Geschwister-Beziehung, doch sie müssen sich beide vor ihrer künstlerischen Mutter und dem anspruchsvollen Vater beweisen. Das Schicksal schlägt bei beiden hart zu und die Geschwister verändern sich. Allein kämpfen sie jeder um den Weg zu ihrem früheren Selbst zurück.
Meinung
Ich gebe dir die Sonne ist ein sehr emotionales und ein sehr ehrliches Buch. Der Leser taucht auf den tiefsten Grund der Gedanken und Gefühle von den beiden Hauptfiguren, wo nicht alles Licht ist und die Dunkelheit gelegentlich die Oberhand hat. Die metaphorische Sprache der Autorin unterstreicht diese Beschreibungen und Aussagen auf eine blumige, aber passende Weise.
Die Handlung springt zwischen Noah, als er 13 ist, und Jude mit 16 Jahren. Der Fokus liegt auf den Beziehungen zwischen den Figuren, besonders zwischen den Zwillingen und auch zu jungen Männern, denen sie neue Gefühle entgegenbringen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen verändern sich stetig und die beiden versuchen, sich durch das Leben zu schlagen. Weil wir so tief in die beiden Jugendlichen hineinschauen können, können wir ihre Handlungen und Motive verstehen. Man kann nachvollziehen, wie sich Noah in Brians Nähe fühlt, man versteht, warum Jude ihrem Bruder schlimme Dinge antut, und man fiebert sehr mit ihnen mit, ob sie den künstlerischen Durchbruch schaffen.
Es wird nicht langweilig, denn durch die Sprünge deutet Jude viele Geheimnisse an, die im Vorfeld geschehen sind, die der Leser in Noahs Geschichte entdecken darf. Worauf ihre Handlungen und Bemühungen hinauslaufen, ist zwischendurch undurchschaubar. Sie leben ein Teenager-Leben, von außen wie das aller anderen: sie besuchen Partys, treffen Freunde und streiten sich. Im Inneren sind sie besonders.
Die beiden Hauptfiguren stehen sich in ihren innersten Gefühlen in nichts nach. Noah malt in seinem Kopf ständig Bilder seiner Emotionen, seiner Familie und Freunde, seiner Gedanken. Vor allem Brian kommt darin vor, ein Nachbarsjunge. Sein größtes Ziel ist die Aufnahme an einer Kunst-High-School. Er will gar nicht „normal“ sein. Jude dagegen will die Anerkennung ihrer Altersgenossen. Sie flirtet mit älteren Jungs und die Kunst spielt nur eine kleine Rolle in ihrem Leben.
Dann geschieht eine Katastrophe und die beiden ändern sich. Es ist, als hätten sie ihre Rollen getauscht, Jude zieht sich in sich zurück, zwingt sich zur Arbeit mit Ton und zelebriert einen Jungs-Boykott während Noah neue Freunde findet und sie mit halsbrecherischen Sprüngen von der Klippe beeindruckt. Aber das sind nicht sie selbst.
Der Stil ist wie bereits geschrieben sehr metaphorisch und blumig. Die ersten paar Seiten musste ich mich daran gewöhnen. Die so verpönten Adjektive häufen sich hier und feiern ein buntes Fest der Emotionen. Und das passt zur Geschichte wie die Faust aufs Auge. Die tiefen Emotionen von Noah und Jude werden durch die Metaphern und Vergleiche veranschaulicht und ich dachte oft: Ja, genau so fühlt sich das an!
Auch dass Geister von verstorbenen Familienmitgliedern sich in die Handlung einmischen, muss man so akzeptieren. Die Autorin lässt offen, ob die Geister in dieser Geschichte tatsächlich existieren oder ob sie nur in den Köpfen der Hauptfiguren sind.
Insgesamt kann ich dieses Buch nur empfehlen. Eine Seifenblase Abzug gibt es für den Kitsch, der sich durch das Buch zieht und gegen Ende noch zunimmt. Wer damit leben kann hat mit Ich gebe dir die Sonne ein wundervolles Exemplar vor sich, mit dem er in ehrliche Emotionen und nachvollziehbare Beziehungen eintauchen kann.
Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!
Der cbt Verlag hat mir das Buch freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Und darüber bin ich sehr froh, denn diese Geschichte hat mich sehr berührt und ich habe sie so runter gelesen.
Handlung
Noah und Jude sind Zwillinge und gleichzeitig sehr verschieden. Noah ist künstlerisch extrem begabt, sehr emotional und homosexuell. Jude ist die sexy Surferin, mit vielen Freundinnen und auch einer guten Portion Kreativität. Die beiden führen eine gute Geschwister-Beziehung, doch sie müssen sich beide vor ihrer künstlerischen Mutter und dem anspruchsvollen Vater beweisen. Das Schicksal schlägt bei beiden hart zu und die Geschwister verändern sich. Allein kämpfen sie jeder um den Weg zu ihrem früheren Selbst zurück.
Meinung
Ich gebe dir die Sonne ist ein sehr emotionales und ein sehr ehrliches Buch. Der Leser taucht auf den tiefsten Grund der Gedanken und Gefühle von den beiden Hauptfiguren, wo nicht alles Licht ist und die Dunkelheit gelegentlich die Oberhand hat. Die metaphorische Sprache der Autorin unterstreicht diese Beschreibungen und Aussagen auf eine blumige, aber passende Weise.
Die Handlung springt zwischen Noah, als er 13 ist, und Jude mit 16 Jahren. Der Fokus liegt auf den Beziehungen zwischen den Figuren, besonders zwischen den Zwillingen und auch zu jungen Männern, denen sie neue Gefühle entgegenbringen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen verändern sich stetig und die beiden versuchen, sich durch das Leben zu schlagen. Weil wir so tief in die beiden Jugendlichen hineinschauen können, können wir ihre Handlungen und Motive verstehen. Man kann nachvollziehen, wie sich Noah in Brians Nähe fühlt, man versteht, warum Jude ihrem Bruder schlimme Dinge antut, und man fiebert sehr mit ihnen mit, ob sie den künstlerischen Durchbruch schaffen.
Es wird nicht langweilig, denn durch die Sprünge deutet Jude viele Geheimnisse an, die im Vorfeld geschehen sind, die der Leser in Noahs Geschichte entdecken darf. Worauf ihre Handlungen und Bemühungen hinauslaufen, ist zwischendurch undurchschaubar. Sie leben ein Teenager-Leben, von außen wie das aller anderen: sie besuchen Partys, treffen Freunde und streiten sich. Im Inneren sind sie besonders.
Die beiden Hauptfiguren stehen sich in ihren innersten Gefühlen in nichts nach. Noah malt in seinem Kopf ständig Bilder seiner Emotionen, seiner Familie und Freunde, seiner Gedanken. Vor allem Brian kommt darin vor, ein Nachbarsjunge. Sein größtes Ziel ist die Aufnahme an einer Kunst-High-School. Er will gar nicht „normal“ sein. Jude dagegen will die Anerkennung ihrer Altersgenossen. Sie flirtet mit älteren Jungs und die Kunst spielt nur eine kleine Rolle in ihrem Leben.
Dann geschieht eine Katastrophe und die beiden ändern sich. Es ist, als hätten sie ihre Rollen getauscht, Jude zieht sich in sich zurück, zwingt sich zur Arbeit mit Ton und zelebriert einen Jungs-Boykott während Noah neue Freunde findet und sie mit halsbrecherischen Sprüngen von der Klippe beeindruckt. Aber das sind nicht sie selbst.
Der Stil ist wie bereits geschrieben sehr metaphorisch und blumig. Die ersten paar Seiten musste ich mich daran gewöhnen. Die so verpönten Adjektive häufen sich hier und feiern ein buntes Fest der Emotionen. Und das passt zur Geschichte wie die Faust aufs Auge. Die tiefen Emotionen von Noah und Jude werden durch die Metaphern und Vergleiche veranschaulicht und ich dachte oft: Ja, genau so fühlt sich das an!
Auch dass Geister von verstorbenen Familienmitgliedern sich in die Handlung einmischen, muss man so akzeptieren. Die Autorin lässt offen, ob die Geister in dieser Geschichte tatsächlich existieren oder ob sie nur in den Köpfen der Hauptfiguren sind.
Insgesamt kann ich dieses Buch nur empfehlen. Eine Seifenblase Abzug gibt es für den Kitsch, der sich durch das Buch zieht und gegen Ende noch zunimmt. Wer damit leben kann hat mit Ich gebe dir die Sonne ein wundervolles Exemplar vor sich, mit dem er in ehrliche Emotionen und nachvollziehbare Beziehungen eintauchen kann.
Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!
29. März 2016
Drei Lesetipps im März
Labels:
jessyliest,
Lesetipps,
Liebesgeschichte,
Phantastisches
Der März ist zwar nicht mehr lang, aber hier kommen noch die drei Lesetipps für diesen Monat. Vielleicht ist ja eine Anregung für euch dabei :-)
Zuerst zwei von einer Freundin:
Gabriella Engelmann: Inselsommer
Paula steckt in einer Ehekrise und nimmt eine Einladung an, eine Zeitlang auf Sylt zu verbringen. Ihr geht der junge Vincent nicht aus dem Kopf, obwohl sie immer dachte, glücklich zu sein. Ist es der unerfüllte Kinderwunsch, der sie verfolgt? Die Galeristin muss sich Gedanken über ihr Leben machen und nimmt sich eine lange Auszeit auf der Insel.
David Safier: Muh!
Die Kuh Lolle findet heraus, dass ihr Stier eine Affäre mit der blöden Susi hat. Außerdem will der Bauer, auf dessen Hof sie lebt, sein Grundstück verkaufen und seine Kühe an den Metzger verschachern. Zum Gück trifft Lolle auf einen Kater, der ihr von einem Paradies für Kühe erzählt: Indien! Mit zwei Freundinnen macht Lolle sich auf den Weg.
Und meine Empfehlung:
Eoin Colfer: Artemis Fowl
Artemis Fowl ist ein Ganove erster Liga, hochintelligent und zwölf Jahre alt. Dank seiner Genialität schafft er es, das Buch der Unterirdischen zu beschaffen und eine Elfe in seine Gewalt zu bringen. Er hat eine Idee, wie er so seine Familie retten kann. Holly Short, besagte Elfe, aber, findet sich ganz und gar nicht damit ab, eine Gefangene zu sein.
Habt ihr schon was davon gelesen?
Zuerst zwei von einer Freundin:
Gabriella Engelmann: Inselsommer
Paula steckt in einer Ehekrise und nimmt eine Einladung an, eine Zeitlang auf Sylt zu verbringen. Ihr geht der junge Vincent nicht aus dem Kopf, obwohl sie immer dachte, glücklich zu sein. Ist es der unerfüllte Kinderwunsch, der sie verfolgt? Die Galeristin muss sich Gedanken über ihr Leben machen und nimmt sich eine lange Auszeit auf der Insel.
David Safier: Muh!
Die Kuh Lolle findet heraus, dass ihr Stier eine Affäre mit der blöden Susi hat. Außerdem will der Bauer, auf dessen Hof sie lebt, sein Grundstück verkaufen und seine Kühe an den Metzger verschachern. Zum Gück trifft Lolle auf einen Kater, der ihr von einem Paradies für Kühe erzählt: Indien! Mit zwei Freundinnen macht Lolle sich auf den Weg.
Und meine Empfehlung:
Eoin Colfer: Artemis Fowl
Artemis Fowl ist ein Ganove erster Liga, hochintelligent und zwölf Jahre alt. Dank seiner Genialität schafft er es, das Buch der Unterirdischen zu beschaffen und eine Elfe in seine Gewalt zu bringen. Er hat eine Idee, wie er so seine Familie retten kann. Holly Short, besagte Elfe, aber, findet sich ganz und gar nicht damit ab, eine Gefangene zu sein.
Habt ihr schon was davon gelesen?
26. Februar 2016
Jane Austen: Stolz und Vorurteil
Labels:
jessyliest,
Klassiker,
Liebesgeschichte,
Rezension
Jane Austen: Stolz und Vorurteil. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co KG. München. 1997. Welttag des Buches 2012 Ausgabe.
Originalausgabe: Pride and Prejudice. London. 1813.
Elizabeth Bennet und ihre vier Schwestern leben noch bei
ihren Eltern. Ihre Mutter ist ganz versessen darauf, sie zu verheiraten, weil
sie nach dem Tod des Vaters nicht viel erben werden. Als ein neuer Nachbar
einzieht, jung, reich und gutaussehend, setzt sie alles daran, ihre Töchter mit
ihm bekannt zu machen. Elizabeth nimmt das Ganze gelassener und sieht nicht
ein, warum sie ohne Liebe heiraten sollte. Aber dann trifft sie einen Mann, der
sie beeindruckt.
Meinung
Stolz und Vorurteil ist ein ganz wunderbares Buch, und das
hatte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Natürlich ist es bereits über 200
Jahre alt und die Sprache erfordert etwas Konzentration. Aber die
Charakterzeichnungen sind einfach nur gelungen. Die etwas überzogenen Aussagen
und Handlungen der verschiedenen Figuren haben mich zum Lachen gebracht.
Die Handlung mag nicht so actionreich geladen sein wie die
heutiger Romane. Dennoch geschieht eine Menge und nachdem ich mich eingelesen
hatte, musste ich wissen, wie es weiter geht. Austen hält die Spannung hoch und
fesselte mich ans Buch. Es geht um die Beziehungen zwischen den Menschen und
die Liebe, die sich ihren Weg bahnt durch die damalige Gesellschaft.
Die Figuren sind wie gesagt höchst amüsant. Elizabeth selbst
beobachtet die anderen und versucht, mit ihrer hochzeitswütigen Mutter, ihrem
sehr ruhigen Vater, ihren unterschiedlichen Schwestern und den Männertypen
ihrer Welt klarzukommen. Am lustigsten sind ihre Mutter, die sich die Welt
dreht, wie sie ihr gefällt, und Mr. Collins, der absolut nicht merkt, wie er
auf andere wirkt. Es ist wunderbar! :-D
Der Stil besteht oft aus längeren Sätzen und Passagen. Für
heutige Verhältnisse wirken die wörtlichen Reden gestelzt, doch wenn man sich
daran erinnert, dass der Roman 200 Jahre alt ist, kommt man gut damit zurecht.
Insgesamt ist Stolz und Vorurteil ein tolles Buch über
Menschen und über die Liebe, die sich nicht an Standesgrenzen hält. Es ist
spannend, wie die Charaktere aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts denen unserer
Zeit sehr ähneln. Und der romantische Aspekt dieser Geschichte hat mein inneres
Mädchen vollauf zufrieden gestellt ;-)
Euch auch?
Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!
14. Februar 2016
Frohen Valentinstag!
Labels:
jessyliest,
Liebesgeschichte
Ich wünsche euch allen Happy Valentine's Day!
Ganz gleich, ob ihr zu zweit oder alleine auf der Couch lümmelt.
Von mir gibt es keine Liste der schnulzigsten Bücher, ich habe noch gar nicht so viele gelesen. Liebesromane sind nicht so ganz mein Genre, auch wenn mir immer mal wieder einer unter kommt. Aber Liebe und Beziehungen gibt es ja in vielen Romanen, ganz gleich, wovon sie vordergründig handeln.
Die schönste Liebesgeschichte, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist definitiv Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin. So viele Gefühle in einem Buch!
Also, ich hoffe, ihr habt und hattet einen schönen Tag, wie auch immer euer Beziehungsstatus ist. Man kann seine Liebe ja auch anderweitig investieren. In die Familie. In die Lieblingsband. In sein Haustier. In die lieben Follower natürlich. Und in Bücher. Keine Frage.
Fühlt euch fest gedrückt, ich liebe euch!
Ganz gleich, ob ihr zu zweit oder alleine auf der Couch lümmelt.
Von mir gibt es keine Liste der schnulzigsten Bücher, ich habe noch gar nicht so viele gelesen. Liebesromane sind nicht so ganz mein Genre, auch wenn mir immer mal wieder einer unter kommt. Aber Liebe und Beziehungen gibt es ja in vielen Romanen, ganz gleich, wovon sie vordergründig handeln.
Die schönste Liebesgeschichte, die ich in letzter Zeit gelesen habe, ist definitiv Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin. So viele Gefühle in einem Buch!
Also, ich hoffe, ihr habt und hattet einen schönen Tag, wie auch immer euer Beziehungsstatus ist. Man kann seine Liebe ja auch anderweitig investieren. In die Familie. In die Lieblingsband. In sein Haustier. In die lieben Follower natürlich. Und in Bücher. Keine Frage.
Fühlt euch fest gedrückt, ich liebe euch!
31. Januar 2016
Ally Condie: Die Auswahl
Labels:
Dystopie,
jessyliest,
Liebesgeschichte,
Rezension
Allie Condie: Die Auswahl. S. Fischer Verlag GmbH Frankfurt.
3. Auflage 2014.
Originalausgabe: 2009: Matched.
Wie ich das Buch sehr schnell las, auch wenn es manchmal
kitschig war
Die 17-jährige Cassia erfährt endlich, wer ihr idealer
Partner ist, den das System für sie bestimmt hat und den sie heiraten wird. Mit
der Auswahl ist sie sehr zufrieden, doch auf dem Mikrochip mit den Daten über
ihren Zukünftigen erscheint plötzlich das Gesicht eines anderen. Ky. Von dem
Tag an beobachtet sie ihn und bemerkt, dass er sich auch für sie zu
interessieren scheint. Aber das System hat ihr den perfekten Partner bereits
zugewiesen. Und das System macht keine Fehler.
Meinung:
Im Mittelpunkt der Handlung steht eine schwierige
Liebesgeschichte, durch die die Ich-Erzählerin vom Leser begleitet wird. Ich
habe mit Cassia mitgefühlt und habe mit ihr gespannt auf die Wendungen
gewartet. Gleichzeitig kommt das System, in dem die Figuren leben, nicht zu
kurz und ich habe viel über die neue, zukünftige Welt erfahren.
Die Handlung beginnt langsam und ergeht sich nicht in
actionreichen Szenen. Der Leser folgt öfter den Gedanken der Protagonistin als
ihren Schritten, doch das hat der Geschichte für mich keinen Abbruch getan. Ich
würde es als zartes Buch beschreiben, dem wahrscheinlich die weiblichen Leser
mehr abgewinnen können. Dennoch gibt es auch Momente, in denen gehandelt werden
muss, in denen die Handlung schneller läuft, in denen Gefahren lauern. Gelangweilt
habe ich mich keine Sekunde, ich musste immer unbedingt wissen, wie es weiter
geht, denn Cassias Gedanken und ihre Beziehungen sind genauso spannend wie eine
rasante Autofahrt bei offenen Türen.
Die Hauptfigur ist sympathisch und entwickelt sich zusammen
mit dem Leser. Zu Anfang kann sie sich gar nicht vorstellen, dass das System
Fehler macht oder gar etwas vor ihnen verheimlichen könnte. Mehr und mehr
entdeckt sie, dass nicht nur das System, sie selbst und auch die anderen
Figuren Geheimnisse haben. Ihr idealer Partner, den sie oft trifft, ist nicht
unsympathisch, kommt jedoch am Anfang sehr logisch rüber und ich konnte
deswegen erst keine Verbindung zu ihm aufbauen. Ky ist anders, er betont seine
Gefühle, wenn er mit Cassia zusammen ist, doch die beiden sind mir manchmal ein
wenig zu gefühlsbetont. Die anderen Figuren sind ebenfalls interessant und
vielschichtig.
![]() |
| Red Queen kommt auch bald dran ;-) |
Das Thema ist natürlich wieder meins, eine Dystopie. Dass in
dieser die Liebesgeschichte in den Vordergrund tritt, tut der Beschreibung der
Welt wie gesagt keinen Abbruch. Stattdessen bekam ich einen guten Einblick in
die Regelungen des Systems, die erzwungene Gleichheit der Menschen, die
geregelten Tagesabläufe sowie die Vorherbestimmung jedes einzelnen Individuums.
Natürlich geht es um einen Ausbruch aus diesem System. Das allein reicht mir.
Außerdem geht es um Worte und ihre Macht, und wer gerne liest, wird das mögen.
Der Stil ist sehr gut zu lesen, auch die Passagen, in denen
Cassias Gedanken ausführlich beschrieben werden, halten nicht auf. Ich konnte
mir die Personen und Orte gut vorstellen, wusste immer, worum es gerade geht
und fühlte mich wie mitten in der Geschichte.
Insgesamt also sehr zu empfehlen! Eine Seifenblase Abzug
gibt es wegen des Kitsches, was wahrscheinlich eine persönliche Sache ist, und
der Tatsache, dass mich noch keine Szene völlig vom Hocker gehauen oder
geflasht hat, inhaltlich. Ich bin mir aber sicher, dass das noch kommt, und
werde die Folgebände hoffentlich bald zu Lesen bekommen! Ein super
Trilogie-Auftakt!
Würdet ihr das Buch empfehlen oder habt Lust bekommen, es zu
lesen?
Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!
10. November 2015
Anna McPartlin: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Labels:
jessyliest,
Liebesgeschichte,
Rezension
Anna McPartlin: Die letzten Tage von Rabbit Hayes. Rowohlt
Taschenbuch Verlag. Reinbeck bei Hamburg. 2015.
Originalausgabe:
The Last Days of Rabbit Hayes. Transworld Publishers. Random House Group London.
2014.
Wie ich Familie Hayes lieben lernte
Dieses Buch mit dem wunderschönen Cover habe ich oft auf Instagram gesehen und es machte mich neugierig. Ich habe es spontan gekauft und nicht bereut. Es ist wundervoll.
Handlung
Rabbit Hayes wird ins Sterbehospiz gebracht. Sie hat Krebs
und die Ärzte geben ihr nicht mehr lange. Ihre große, kunterbunte Familie
kümmert sich um sie, doch ihre Eltern, Geschwister und ihre Tochter kämpfen mit
der Vorstellung, ohne Rabbit zu leben. Die Autorin hat wunderbare Charaktere entworfen,
die mit sich selbst genauso viel zu tun haben wie mit Rabbits bevorstehendem
Tod. Dabei lernt der Leser alle familiären und freundschaftlichen Seiten einer
Krebserkrankung kennen, samt wunderbarer und trauriger Erinnerungen.
Zunächst wusste ich nicht, was mich in diesem Buch erwartet.
Ich hatte mit der Beschreibung des Sterbeprozesses gerechnet und einer Rabbit,
die auf ihre letzten Tage noch versucht, alles so zu richten, wie sie es
möchte. Doch stattdessen lernte ich Familie Hayes inklusive Freunde kennen und
lieben. Die Story aus verschiedenen Blickwinkeln ist so liebevoll, dass sie
Rabbits Tod den Schrecken nimmt. Alle Figuren kämpfen mit der Situation und
machen sich Gedanken um ihr eigenes Leben. Dabei kommen viele Geschichten aus
der Vergangenheit zutage, die dem Leser die Gegenwart verständlicher machen.
Dabei gibt es bei Weitem nicht nur traurige Szenen, im Gegenteil, das Buch
zauberte viele Lächeln auf mein Gesicht.
Da die Charaktere alle so unterschiedlich wie liebenswert
sind und sowohl spannend als auch harmonisch miteinander agieren, kommt keine
Langeweile auf. Die Mischung aus ihren aktuellen und früheren Problemen, ihren
Gedanken und Lösungen rund um Rabbit ließ mich Seite um Seite umblättern. Besonders
hervorgehoben werden muss Rabbits Mutter Molly Hayes, die, wenn auch dreckig fluchend,
alle zusammenhält. Und Johnny. Weil er da war.
Doch Rabbits Kampf, ihre Krankheit und ihre Schmerzen werden
nicht unter den Tisch gekehrt. Deutlich bekommt der Leser geschildert, dass
Krebs schrecklich ist. Aber die Liebe, von der Rabbit umgeben ist, hilft ihr,
damit umzugehen.
Insgesamt kann ich dieses Buch also nur weiter empfehlen,
wenn man eine wunderbare Geschichte um eine wundervolle Familie lesen möchte,
flüssig und gut geschrieben, schmunzelnd und nachdenklich.
Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!
15. Oktober 2015
Kiera Cass: Selection - Der Erwählte
Labels:
Dystopie,
jessyliest,
Liebesgeschichte,
Rezension
Kiera Cass: Selection – Der Erwählte. S. Fischer Verlag GmbH
Frankfurt a.M. 2015.
Originaltitel: The One
Dritter Teil der Selection-Reihe
Enthält Spoiler zu den vorigen Teilen
Wie die Trilogie einfach zu Ende ging
Nachdem ich die beiden ersten Teile um Americas Kampf für Maxon und Aspen gelesen habe, musste ich natürlich den letzten Band lesen. Es interessierte mich, wie die Geschichte ausgeht und ob die politischen Belange noch eine größere Rolle spielen würden.
Insgesamt hat mir das Buch besser gefallen als der zweite Teil, auch wenn ich mir persönlich noch ein wenig mehr gewünscht hätte. Das Mädchen in mir wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht.
Handlung
Es geht nahtlos weiter mit vier Mädchen, die um Maxon
kämpfen. Doch das Casting neigt sich dem Ende zu, America trifft Entscheidungen,
die vier Finalistinnen machen sich Geständnisse und die Angriffe der Rebellen
werden schlimmer. Das Buch lässt sich sehr gut runterlesen und wird nicht
langweilig.
Wie immer fällt es mir schwer, einen letzten Teil einer
Reihe zu beschreiben, ohne viel zu spoilern.
Es gefällt mir aber, dass America sich nach dem Hin und Her im zweiten Teil endlich über einige Dinge bewusst wird. Auch werden die politischen Zustände des Landes etwas mehr in den Fokus gerückt, nehmen neben dem Casting jedoch immer noch einen weniger hohen Stellenwert ein.
Es gefällt mir aber, dass America sich nach dem Hin und Her im zweiten Teil endlich über einige Dinge bewusst wird. Auch werden die politischen Zustände des Landes etwas mehr in den Fokus gerückt, nehmen neben dem Casting jedoch immer noch einen weniger hohen Stellenwert ein.
America entwickelt sich ein kleines Stückchen und
entschließt sich endlich, eine Entscheidung zu treffen und diese durchzuziehen.
Ihre Dickköpfigkeit und Aufmüpfigkeit bleiben, was mir gut gefällt. Sie stellt
sich gegen die Erwartungen und tut, was sie für richtig hält. Auch die anderen
drei Mädchen werden aus anderen Perspektiven betrachtet und bekommen dadurch
eine reellere und menschlichere Seite. Maxon ist und bleibt der alte, lieb und
verständnisvoll, im Gegensatz zu Aspen. Doch America übt einigen Einfluss auf
Maxon aus und es wird deutlich, dass sie ihm guttut und er sein eigenes Volk
samt Kastensystem aus ihrem Blickwinkel betrachten kann.
Endlich geschehen auch relevante Dinge außerhalb des
Palastes und America erkennt die Aufgaben und Pflichten einer potentiellen
Prinzessin. Dadurch erscheint die Geschichte wirklicher und beschränkt sich
nicht mehr vollständig auf einen eifersüchtigen Kampf um die Gunst eines
Mannes.
Alles in allem steuert der dritte Band auf das Ende und die
Entscheidung von America und die von Maxon zu. Ich muss jedoch zugeben, dass
mir das Casting, das als Handlung im Vordergrund steht, nicht aufregend genug
ist. Glücklicherweise gesellen sich andere Stränge hinzu und der Leser verlässt
sogar zusammen mit America den Palast! Ich las das Buch also runter und wollte
unbedingt wissen, wie es ausgeht. Es ist nicht langweilig, sondern eine
Liebesgeschichte in einem Casting, welches mit einigen Höhepunkten aufwartet.
Weitere Gedanken zum Buch und zur Trilogie: Achtung Spoiler!
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