Sonntag, 31. Januar 2016

Ally Condie: Die Auswahl



Allie Condie: Die Auswahl. S. Fischer Verlag GmbH Frankfurt. 3. Auflage 2014. 

Originalausgabe: 2009: Matched

Wie ich das Buch sehr schnell las, auch wenn es manchmal kitschig war






Handlung:

Die 17-jährige Cassia erfährt endlich, wer ihr idealer Partner ist, den das System für sie bestimmt hat und den sie heiraten wird. Mit der Auswahl ist sie sehr zufrieden, doch auf dem Mikrochip mit den Daten über ihren Zukünftigen erscheint plötzlich das Gesicht eines anderen. Ky. Von dem Tag an beobachtet sie ihn und bemerkt, dass er sich auch für sie zu interessieren scheint. Aber das System hat ihr den perfekten Partner bereits zugewiesen. Und das System macht keine Fehler.

Meinung:

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine schwierige Liebesgeschichte, durch die die Ich-Erzählerin vom Leser begleitet wird. Ich habe mit Cassia mitgefühlt und habe mit ihr gespannt auf die Wendungen gewartet. Gleichzeitig kommt das System, in dem die Figuren leben, nicht zu kurz und ich habe viel über die neue, zukünftige Welt erfahren.

Die Handlung beginnt langsam und ergeht sich nicht in actionreichen Szenen. Der Leser folgt öfter den Gedanken der Protagonistin als ihren Schritten, doch das hat der Geschichte für mich keinen Abbruch getan. Ich würde es als zartes Buch beschreiben, dem wahrscheinlich die weiblichen Leser mehr abgewinnen können. Dennoch gibt es auch Momente, in denen gehandelt werden muss, in denen die Handlung schneller läuft, in denen Gefahren lauern. Gelangweilt habe ich mich keine Sekunde, ich musste immer unbedingt wissen, wie es weiter geht, denn Cassias Gedanken und ihre Beziehungen sind genauso spannend wie eine rasante Autofahrt bei offenen Türen.

Die Hauptfigur ist sympathisch und entwickelt sich zusammen mit dem Leser. Zu Anfang kann sie sich gar nicht vorstellen, dass das System Fehler macht oder gar etwas vor ihnen verheimlichen könnte. Mehr und mehr entdeckt sie, dass nicht nur das System, sie selbst und auch die anderen Figuren Geheimnisse haben. Ihr idealer Partner, den sie oft trifft, ist nicht unsympathisch, kommt jedoch am Anfang sehr logisch rüber und ich konnte deswegen erst keine Verbindung zu ihm aufbauen. Ky ist anders, er betont seine Gefühle, wenn er mit Cassia zusammen ist, doch die beiden sind mir manchmal ein wenig zu gefühlsbetont. Die anderen Figuren sind ebenfalls interessant und vielschichtig.

Red Queen kommt auch bald dran ;-)
Das Thema ist natürlich wieder meins, eine Dystopie. Dass in dieser die Liebesgeschichte in den Vordergrund tritt, tut der Beschreibung der Welt wie gesagt keinen Abbruch. Stattdessen bekam ich einen guten Einblick in die Regelungen des Systems, die erzwungene Gleichheit der Menschen, die geregelten Tagesabläufe sowie die Vorherbestimmung jedes einzelnen Individuums. Natürlich geht es um einen Ausbruch aus diesem System. Das allein reicht mir. Außerdem geht es um Worte und ihre Macht, und wer gerne liest, wird das mögen.

Der Stil ist sehr gut zu lesen, auch die Passagen, in denen Cassias Gedanken ausführlich beschrieben werden, halten nicht auf. Ich konnte mir die Personen und Orte gut vorstellen, wusste immer, worum es gerade geht und fühlte mich wie mitten in der Geschichte.

Insgesamt also sehr zu empfehlen! Eine Seifenblase Abzug gibt es wegen des Kitsches, was wahrscheinlich eine persönliche Sache ist, und der Tatsache, dass mich noch keine Szene völlig vom Hocker gehauen oder geflasht hat, inhaltlich. Ich bin mir aber sicher, dass das noch kommt, und werde die Folgebände hoffentlich bald zu Lesen bekommen! Ein super Trilogie-Auftakt!

Würdet ihr das Buch empfehlen oder habt Lust bekommen, es zu lesen?

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!


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