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15. Oktober 2018

Frankfurter Buchmesse 2018

Oktober-Special

Dieses Jahr war ich nur einen Tag auf der Frankfurter Buchmesse, und das am Privatbesucher-Samstag. Ich liebe die Atmosphäre dort und fahre jedes Jahr gerne hin. Aber dieses Mal habe ich mir mehr Zeit für meine Freunde, Bekannten und ehemaligen Kollegen genommen, als wie wild von einem Stand zum anderen zu rennen, um möglichst viele Eindrücke zu fotografieren.
Und das war schön.

Außerdem habe ich relativ viel Zeit bei zwei Veranstaltungen auf der Buchmesse verbracht, über die ich euch auch noch berichten werde: Marc-Uwe Kling hat aus den Känguru-Apokryphen gelesen und ich war beim Harry-Potter-Weltrekordversuch von Carlsen dabei.

Trotzdem habe ich ein paar Bilder gemacht, von meinen Lieblings-Eindrücken sozusagen:

Starten wir mit einem Überblick. Ich habe mich viel draußen aufgehalten, das Wetter war einfach zu schön und in den Hallen war wie immer die Hölle los. Vor allem in Halle 3.0, wo es für meinen Geschmack die besten Bücher gibt. Ich habe ein paar Bücher entdeckt, die ich mir zulegen werde. Habe mich von den anderen Besuchern durch die Gänge schubsen lassen. Habe minutenlang einfach die Cosplayer angeschaut, die an mir vorbeigelaufen sind. Habe aus DSGVO-Gründen keine Fotos von weniger als acht Menschen gemacht. Mit Ausnahme von bekannten Persönlichkeiten natürlich. Ich wusste gar nicht, wie entspannt eine Buchmesse sein kann.



Beim Carlsen-Stand gab es in der Hektik ein wenig Ruhe im Lesesessel am Kamin, mit der neuesten Ausgabe von Harry Potter, zum 20-jährigen Jubiläum. Auf einem Bildschirm darüber flammten Zitate auf von Lesern, denen die Buchreihe viel bedeutet. Also, theoretisch war dort Ruhe. In Wahrheit hat natürlich ein Fan nach dem anderen in dem Sessel gesessen, um ein Foto von sich machen zu lassen. Ich habe die wenigen Sekunden zwischen zwei Statisten ausgenutzt und dieses Bild gemacht.


Connie war natürlich auch am Carlsen-Stand.


Nachdem ich Ursula Poznanski im Lesezelt verpasst habe, erwischte ich sie noch am Ende eines Interviews zu ihrem neuen Buch Thalamus (Rezension Thalamus). Das Gespräch schloss mit den Worten „Wir hoffen, euch Lust auf das Buch gemacht zu haben, ohne viel darüber zu erzählen.“ Das ist tatsächlich schwierig bei diesem Buch :-D Die Autorin ist einfach super sympthisch und man kann ihr ganz wunderbar zuhören.


Bei Loewe hat Ursula Poznanski auch, zu Recht, ihre eigene Bücherwand. „Von mir selbst erschlagen“ schrieb sie dazu auf Instagram, mit einem Augenzwinkern.


Den Coppenrath-Stand finde ich auch immer sehr schön. Die Farben und Lichtverhältnisse sind tatsächlich angenehm im Gegensatz zu den anderen, und die Verantwortlichen lassen sich immer spannende Dekorationen einfallen.







Das waren auch schon meine Highlights, die nichts mit anderen Leuten zu tun haben. Das Wochenende habe ich hauptsächlich mit Chrissy verbracht: Ihr findet sie auf Instagram unter @library_of_imaginations :-)


Wer war noch auf der Messe? Was waren eure Highlights? Wer ist absichtlich nicht hingegangen?

Die FBM17

26. September 2018

10 Buchnerd-Probleme

September-Special

Als Booknerd hat man es nicht leicht. Zwar gibt es viele andere Buchliebhaber, mit denen man sich austauschen kann. Dennoch ist man im Leben mit einigen Problemen konfrontiert, die andere Leute einfach nicht verstehen. Wer kennt diese Booknerd-Problems nicht?

10 Buchnerd-Probleme


1. Reiseübelkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln


Mit diesem Problem hat nicht jeder Leser zu kämpfen. Ich gehöre aber zu denen, die im Zug lieber vorwärts sitzen und im Bus nach draußen schauen MÜSSEN, damit mir nicht schwummrig wird. Im Bus ein Buch lesen? Auf gar keinen Fall. Im Zug schmökern? Nur vorwärts, aber niemals im Sprinter zwischen Köln und Frankfurt. Wir Booknerds mit Übelkeitsfaktor verlieren soviel wertvolle Lesezeit! Wie gut, dass ich jetzt zu Fuß zur Arbeit gehe. Da stolpert man vielleicht über Steine, wenn man die Nase in einem Buch stecken hat. Schlecht wird mir aber nicht.

2. Das Wetter


Gutes Wetter vor allem. Und Leute, die dann mit einem nach draußen möchten. Etwas unternehmen. Ein Ausflug, bei dem man nicht lesen kann. Scheint die Sonne und man hat Freunde und Familie (auch ein Problem), bleiben die Bücher im Regal. Auf Wanderungen, beim Eisessen. Sie erwarten, dass man nicht weiterliest. So ein Glück, wenn es endlich wieder regnet! Tee kochen, Kerze an, Buch auf.

3. Man kann Bücher nur einmal zum ersten Mal lesen


Und das ist ein ernsthaftes Problem. Wie soll man noch einmal SO überwältigt sein von Hogwarts? Wie soll man noch einmal geschockt sein, dass Prim für die Hunger Games ausgewählt wird? Was für ein Traum, man könnte sich die Erinnerung rausnehmen lassen! Noch einmal entdecken, was es mit der Sternenschildkröte aus sich hat. Sich noch einmal freuen, wenn man zum ersten Mal versteht, wer da in Großbuchstaben spricht.

4. „Es ist nur eine Geschichte“


Wie bitte? Dieses Unverständnis für die Liebe zu Charakteren und dass man den gerade verstorbenen Figuren am liebsten ein Begräbnis zuteil werden lassen möchte. Und diese Leute, die nicht verstehen, dass sich die Moral der Geschichte eins zu eins auf deren Leben übertragen ließe! Was machen wir nur mit den Leuten, die die Namen der Hauptcharaktere vergessen? Und meinen, sie kennen Harry Potter, wenn sie die Häuser aufzählen können?

5. Immer diese Schokolade zwischen den Seiten


Weil die Bücher immer von alleine zuklappen. Man will ja nicht den Rücken brechen. Es ist so schwierig, mit einer Hand zu lesen! Dabei ist das unvermeidlich, wenn ein Buchnerd mal essen möchte. Die Geschichte dafür aus der Hand legen? Wovon träumt ihr denn?

6. Fehler in Film-Adaptionen


In Filmen, die dann auch niemand mehr mit einem schaut. Weil wir konstant erklären, dass das im Buch aber anders lief. Dass man diese Szene jar gar nicht ohne das Hintergrundwissen verstehen kann. Warum es anders besser gewesen wäre. Warum Änderungen gar keinen Sinn ergeben. Und dass die Figur im Buch aber ganz anders beschrieben wurde. Wieso haben sie das Buch überhaupt verfilmt, wenn sie es so schlecht machen? Und ja, wir werden den Film trotzdem schauen, wenn er im Free-TV läuft. Aber er ist nicht gut! Um das nochmal festzuhalten!

7. Book-Hangovers


Und Menschen, die sie nicht verstehen. Was wir nicht verstehen. Kennt ihr das auch? Ihr habt gerade eine epische Trilogie beendet. Ihr starrt in die Leere. Endlich nehmt ihr euch ein Herz und klappt das Buch zu. Ihr bewundert es von außen. Völlig mitgenommen. Mit dem Kopf noch in der Welt. Und dann will irgendwer wissen, was ihr morgen essen wollt. Oder sonst einen völlig nichtsbedeutenden Unsinn. :-D

8. Reale Menschen benehmen sich komisch


Vor allem Dates. Heutzutage umwirbt einen ja gar niemand mehr ordentlich. Mit keuschen Spaziergängen durch wilde Wiesen. Beim Vater um die Hand anhalten. Liebesbriefe schreiben, in denen man jemanden Siezt. Wo ist denn nur die Tugend hin?

9. Unterbrechungen


Denn Menschen meinen, sie könnten einen ansprechen, wenn man liest. Selbst wenn man dann nicht aufschaut, reden sie weiter. Über unwichtige Dinge. Sie scheinen zu meinen, man könne gleichzeitig lesen und sich unterhalten. Dem ist nicht so. Oder registrieren sie gar nicht, dass man liest? Vielleicht halten wir das Buch ja auch nur zu Dekozwecken in den Händen. Liebe Mitmenschen, liebe Nicht-Buch-Nerds! Wenn jemand anderer seine Nase in einem Buch stecken hat, dann lasst ihn lesen.

10. Positionen


Denn wirklich JEDE Lese-Position wird irgendwann unbequem. Und in jeder Position tut einem nach einiger Zeit ALLES weh. Ich hätte da eine Idee für einen Job: Buchfesthalter und Seitenumblätterer. Aber nicht wackeln :-)


Welches sind eure größten Buchnerd-Probleme? Wie geht ihr damit um? Und wieviel Verständnis bekommt ihr von den Muggeln?


13. Mai 2018

Muttertag in der Jugendliteratur: Wo sind sie hin?

Mai-Special

Zum Muttertag wollte ich etwas schreiben über Mutterfiguren. Positive, negative, unterstützende, liebevolle, nervige. Ich stand also vor meinem Regal und schaute die Bücher an. Und stellte fest: Mütter in Jugendliteratur glänzen durch Abwesenheit. Schauen wir uns das im Detail an. (Achtung, hier wird bedingt gespoilert.)

Kategorie 1 von 2: Mütter verschwinden

Cornelia Funke: Tintenherz

Maggie lebt bei ihrem Vater, weil ihre Mutter durch einen Zauber verschwand. Sie erinnert sich nicht wirklich an sie. Ohne dass Maggie es weiß, ist ihr Vater Mo auf der Suche nach seiner Frau und somit treibt die Liebe der Frau und Mutter die Geschichte voran.

Veronica Roth: Divergent

Tris lebt bei ihren Eltern und ihre Mutter bringt ihr Liebe und Zuneigung entgegen. Sie versucht, ich zu helfen und sie zu unterstützen. Im Verlauf der Geschichte aber zieht Tris zu den Dauntless, fort von ihrer Familie. Beim einzigen Treffen mit ihrer Mutter findet das Mädchen heraus, dass diese einige Geheimnisse vor ihr hatte. Sie entfernt sich so auch emotional von ihr. Am Ende muss Tris zuschauen, wie ihre Mutter erschossen wird und muss nun endgültig ohne sie auskommen. Trotzdem kann sie auf den positiven Erfahrungen aus der Vergangenheit aufbauen. Das wird besonders am Ende des dritten Buches deutlich.

Joanne K. Rowling: Harry Potter

Harry ist ein Waisenjunge und wohnt bei seinen Verwandten. An seine Mutter hat er keine Erinnerung, aber früh erfährt er, dass seine Eltern ihn geliebt haben. Die Sehnsucht nach ihnen treibt Harry vor den Spiegel Nerhegeb. Die geisterhaften Gestalten seiner Eltern helfen ihm im Kampf gegen Voldemort, sowohl im vierten als auch im siebten Buch. Obwohl James und Lilly Potter tot sind, möchte Harry sie stolz machen und fühlt sich durch Zauber mit ihnen verbunden. Oft genug wird Harry erzählt, dass er innerlich und äußerlich viel Ähnlichkeit mit den beiden hat. Sie stärken ihn.

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

In diesem Jugendbuch löst der Tod der Mutter die Geschichte an sich aus. Ihre beiden Kinder verändern sich stark und trauern um sie. Obwohl sie nicht mehr da ist, beeinflussen ihre früheren Handlungen immer noch den Plot. Die Jugendlichen und der Vater müssen das Bild von ihr ständig neu erfinden und sich trotzdem von ihr lösen, um ihr eigenes Leben fortzuführen.

Amy Ewing: Das Juwel

Violet wird ihrer Familie entrissen, um als Surrogate missbraucht zu werden. Bereits zu Beginn des Buches ist sie selbstständig und hat sich emotional von ihrer Mutter entfernt. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist die Mutter kaum noch relevant. Stattdessen übernimmt Violet die Rolle der Beschützerin für ihre Schwester Hazel. Durch die Abwesenheit der Mutter wächst die Hauptfigur selber zu einer Art Schutzengel für die Jüngere heran.

Suzanne Collins: Die Tribute von Panem

Dasselbe Prinzip treffen wir bei den Hunger Games an. Katniss hat von Anfang an die Mutterrolle für Prim inne und opfert sich sogar für ihre Schwester. Danach muss sie sich aber von beiden räumlich entfernen. Einzig der Gedanke, dass sie diese wichtige Rolle für Prim spielt, lässt sie kämpfen. Das alles gewinnt überhaupt an Gewicht, weil ihre eigentliche Mutter ihre Pflichten vernachlässigt.


Kategorie 2 von 2: Mütter? Gibt es hier nicht.

James Dashner: Maze Runner

In dieser Dystopie gibt es – zunächst – gar keine Erwachsenen. Die Jugendlichen sind auf sich gestellt und müssen über sich hinauswachsen. Sie werden nicht angeleitet von Ratschlägen, Rollenbildern oder Fürsorge. Das lässt sich schnell erwachsen werden und sich selbst Kraft geben.

Terry Pratchett: Maurice, der Kater

Obwohl in diesem Buch zwei Kinder große Rollen spielen, sind deren Mütter und auch Väter gar nicht zugegen. Der Leser erfährt auch nichts von Keiths Familie. Die beiden und auch die tierischen Figuren müssen sich selbst aus jeglichem Schlamassel befreien und können nicht auf die Hilfe oder Ratschläge einer Mutter hoffen.

Ursula Poznanski: Die Verratenen

Ria wächst als Waise auf und ihr fällt das zunächst gar nicht so sehr auf. Sie hat Lehrer und Vertraute, die ihr zur Seite stehen. Als sie jedoch mehr über ihre Vergangenheit erfährt und das Konzept einer Familie kennenlernt, fragt sie sich nach ihrer Herkunft. Trotzdem ist sie in der Lage, für sich selbst zu sorgen und sich aus gefährlichen Situationen zu retten.

Kai Meyer: Arkadien

Die Hauptfigur dieser Trilogie ist ganz bewusst eigenständig und allein unterwegs. Rosa ist tough und fühlt sich niemandem zugehörig. Im Verlauf der Geschichte lernt der Leser, dass ihr dennoch etwas fehlt und sie auf der Suche nach einer Bezugsperson ist. Sie muss über ihren Schatten springen und allein herausfinden, wer und was ihr hilft.

Kai Meyer: Die fließende Königin

Hier wird wieder mit dem Waisen-Motiv gearbeitet. Merle arbeitet wie viele andere Jugendliche für magische Handwerker und alle sind sie auf sich gestellt beziehungsweise aufeinander angewiesen, wenn es um so etwas wie Familie geht. Das Mädchen gerät unabsichtlich in ein rasantes Abenteuer, in dem sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für die jüngere Junipa kämpft.

Mütter sind in der Jugendliteratur grundsätzlich ein wichtiger Faktor. Für Heranwachsende gehören sie zum Leben und Mutterfiguren treffen die Realität der Leser. Was die Hauptcharaktere in den Büchern aber stark macht, ist die Abwesenheit der Mütter. In der zweiten Kategorie kämpfen sich die Jugendlichen von vorn herein allein durch das Leben und die Abenteuer. Weil sie auf sich gestellt sind, wachsen sie über sich hinaus. Sie müssen selbst bestehen und können sich nicht auf den Rat einer Mutter verlassen. Die Charaktere aus Kategorie 1 hatten das Glück, mütterliche Fürsorge und Ratschläge zu bekommen oder fühlen sich ihnen zumindest verbunden. Trotzdem müssen auch sie früher oder später ohne eine Mutter, und oft auch ohne Vater, auskommen. Die emotionale und räumliche Trennung stellt sie auf eine Probe, die sie allein bestehen müssen. Plötzlich müssen auch sie für sich selbst und nicht selten auch für andere kämpfen.

Eine Ablösung von der Mutter und vom Elternhaus an sich ist etwas, das auch die Zielgruppe beschäftigt, die gerade erwachsen wird und von nun an für sich selber einstehen muss. Die Hauptcharaktere sind zunächst davon gehemmt oder lernen noch, allein klarzukommen. Die harte Probe aber lässt sie wachsen und ihre Grenzen übertreten. Sie schaffen es, ihre Abenteuer ohne mütterliche Hilfe zu bestehen, und werden zum Helden der Geschichte.

Liebe Mütter! Leider seid ihr in der Jugendliteratur eher abwesend, das liegt in der Sache der Pubertät. Trotzdem sind eure Liebe und eure Ratschläge der Motor, der viele der Hauptfiguren antreibt. Wenn die Charaktere ihr Abenteuer allein bestehen, dann habt ihr euren Job richtig gemacht. Danke für eure Unterstützung, die selbst dann greift, wenn ihr nicht da seid. In den Geschichten wie im wahren Leben.

28. April 2018

Was soll ein Lieblingsbuch sein?

April-Special

Ja, was soll so ein Lieblingsbuch sein?
Von den unzähligen Büchern, die es auf der Welt gibt, sollte es auch für jeden ein Buch geben, das er sein Lieblingsbuch nennen kann. Immerhin ist die Anzahl ja schier unendlich. Wer soll sie alle zählen, die alten Schinken, die neuen Ebooks, die nicht verzeichneten selfgepublishten? Immerhin liest ja auch kaum jemand seine eigene (große) Bibliothek komplett. Oder wer besitzt (oder besaß) nur Bücher, die er auch gelesen hat? Ich nicht.

Die Auswahl ist also groß. Trotzdem fällt es schwer, ein Lieblingsbuch zu nennen.
Fragt man mich, schieße ich direkt meine Antwort los: The amazing Maurice and his educated Rodents von Terry Pratchett. Dann füge ich hinzu: Also, ich meine, Harry Potter steht ja irgendwie außer Konkurrenz. Weil es mich geprägt hat. Es ist ja auch ein ganz anderes Buch. Vorletztes Jahr habe ich eine neue coole Buchreihe gelesen, die hat mich auch besonders berührt. Also, mein Lieblingsgenre sind ja Dystopien ...

Was sind die Kriterien für ein Lieblingsbuch?
Soll es spannend sein? Soll es mich mitreißen? Muss es mich zum Weinen bringen? Sollte die Hauptfigur sympathisch sein? Soll ich mich darin wohl fühlen? Muss ich mich im Nachhinein an jedes Detail erinnern können? Wie oft muss ich so ein Lieblingsbuch gelesen haben?
Für jeden spielt ein anderes Kriterium eine wichtige Rolle. Meine Mutter kann sich meist nicht einmal an die Namen der Hauptfiguren erinnern. Trotzdem weiß sie, welches Buch ihr gefällt und warum. (Zu ihrer Verteidigung: Sie liest wirklich viel und schnell.)

Was lesen wir so?
Der Spiegel veröffentlicht Bestsellerlisten in verschiedenen Kategorien (Belletristik und Sachbuch als Hardcover, Softcover und Taschebuch und eine Liste für Kinderbücher und Jugendbücher). Auf den Listen tummeln sich viele verschiedene Genres. Romane, Krimis, Lustiges und Romantisches. Aber nur weil sich ein Buch oft verkauft, wird es nicht automatisch zum Lieblingsbuch. Der Bestseller mag vielen Leuten gut gefallen. Aber bringt er Zeug zum absoluten persönlichen Bestseller mit?

Eine private, kleine, absolut nicht repräsentative Umfrage unter meinen engsten Freunden hat ergeben, dass es nicht das eine Lieblingsbuch gibt. Stattdessen würde es ihnen, und mir, leichter fallen, einzelne Lieblingsdinge zu benennen. Zum Beispiel eine Lieblingsfigur, ein Lieblingssetting, ein Lieblingsautor, Schreibstil, Genre, Atmosphäre, Cover und so weiter. Tatsächlich hat nur ein Mensch angekreuzt, nur ein einziges liebstes Buch zu haben. Auch eine Lieblingsfigur kam nicht aus dem einen oder den mehreren Lieblingsbüchern, die man angeben konnte.

Meine Lieblinge
Drei Bücher zusammengenommen ergeben schon ein gutes Bild meiner Vorlieben. Der Grund für The amazing Maurice and his educated Rodents ist die Geschichte. Es handelt sich um meine Lieblingsstory mit ihren Höhen und Tiefen und dem Ausgang. Die Harry-Potter-Bücher beherbergen meine liebste Welt. Das magische Setting von Hogwarts und der Zauberwelt ist phantastisch und so etwas wie Zuhause. Meine Lieblingsfigur – auch das ist nicht schwer, sondern ziemlich mainstream: Katniss Everdeen. Sie ist wundervoll, gerade weil sie es eigentlich nicht sein will.

Lieblingsbücher sind also schwer zu benennen. Einfacher ist es, Lieblinge in bestimmten Kategorien auszusuchen. Weil es so viele Bücher gibt, ist das vielleicht auch der sinnvollere Weg. Viele Bücher sind spannend und bringen mich zum Weinen. Harry Potter und Maurice habe ich mehrfach gelesen, Panem nur einmal. Maurice besitze ich auf zwei Sprachen, Harry nicht. Aber sie alle haben mich auf ihre eigene Art und Weise berührt. So wie Menschen auch positive und negative Eigenschaften haben, weist jedes Buch gute und weniger gute Aspekte auf.

Was haltet ihr davon? In welcher Kategorie könnt ihr eure Lieblinge benennen?

12. März 2018

10 Gründe, Terry Pratchett zu lesen

März-Special

Der Todestag meines Lieblingsautors jährt sich nun zum dritten Mal. Ich gebe es offen zu: Ich habe geweint, damals. Weil mir seine Bücher so viel gegeben haben und ich von dem Moment an sicher sein konnte – es wird nie wieder eines geben.
Wer Terry Pratchetts Fantasy-Parodien auf die Gesellschaft und das Leben kennt, der weiß, wie verrückt seine Scheibenwelt und seine anderen Bücher sind. Ja, darunter sind durchaus auch nicht-phantastische Erzählungen. Trotzdem ist er mit der flachen Weltscheibe auf dem Rücken von vier Elefanten, die wiederum auf einer riesigen Schildkröte stehen, die durchs All schwimmt, berühmt geworden. Hier könnt ihr meinen Tribut-Post von 2016 lesen. Wer immer noch nicht überzeugt ist, dem lasse ich mal 10 Argumente da:

1. Terry Pratchett ist ein Ritter

Sir Terence David John Pratchett, OBE – Liebe Leute, der Gute wurde 2008 von der Queen zum Ritter geschlagen! Zwei Jahre später erhielt er sogar sein eigenes Wappen, das sich am Wappen der Scheibenwelt-Hauptstadt Ankh-Morpork orientiert. Der Mann kennt sich aus, wenn es um Abenteuer geht!

2. Er hat eine wundervolle Schriftsprache
Terry Pratchetts Texte sind nicht einfach zu lesen, zugegeben. Aber man kann schon sehr stolz auf sich sein, ein oder gar mehrere Bücher von ihm gelesen und verstanden zu haben :-D Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Sein eigener, manchmal etwas anspruchsvoller Sprachstil macht den Charme seiner Bücher aus. In der Sprache versteckt er wundervolle Anspielungen und Ideen und es macht einfach Spaß, sie zu finden!

3. Die Geschichten sind ein Spiegel unserer Gesellschaft
Der Autor schafft es, Geschichten zu erfinden, die nicht weiter weg von unserer Realität sein könnten und gleichzeitig nicht näher dran. In seiner phantastischen, verrückten Welt voll Zauber und merkwürdiger Kreaturen findet man schnell und humorvoll die eigene Gesellschaft mit all ihren Tücken und den echten Verrückten wieder.

4. Es gibt auch Kinderbücher
Es gibt auch Kinderbücher von Herrn Pratchett. Für, eben, die Kinder oder für diejenigen, die auf sexuelle Anspielungen lieber verzichten wollen. Denn belanglos, langweilig oder weniger gesellschaftskritisch als die Geschichten für Große sind die für die Kleinen auf keinen Fall!

5. Terry Pratchett hat mein Lieblingsbuch geschrieben
Mein Lieblingsbuch ist von Terry Pratchett. Ja. Es ist nicht Harry Potter. Es ist The Amazing Maurice And His Educated Rodents. Ihr solltet es lesen und ich sollte es auch mal wieder lesen.

6. Die Bücher sind bunt
Die Illustrationen auf den Covern sind gewöhnungsbedürftig. Ich finde sie auf den deutschen Ausgaben auch nicht sonderlich schön. Davon abgesehen, dass ich mittlerweile die englischen Ausgaben kaufe und lese und es schöne Sonderausgaben gibt, kann man die bunten deutschen aber total toll nach Regenbogenfarben sortieren ;-) Und manche englischen Cover stehen dem deutschen Illustrations-Horror in nichts nach :-D

7. Terry Pratchett ist Kult
Als Freund der Scheibenweltromane schließt man sich einer riesigen Fangemeinde an, mit der man wunderbar diskutieren und nerden kann. Terry Pratchett ist Kult. Und das macht Spaß!

8. INSIDER-Witze
DA BIN ICH WIEDER. Es gibt Insider-Witze. Wer sich in Pratchetts Multiversum – ja, so heißt das da – auskennt, der entdeckt ein paar lustige Dinge, die dem Erstleser verborgen bleiben. Es lohnt sich also, die Bücher auch mehrmals zu lesen.

9. Abgeschlossene Bücher
Es gibt viele Geschichten mit denselben Charakteren und wenn man sie nacheinander liest, entdeckt man ihre Entwicklung. Trotzdem ist jedes Buch für sich abgeschlossen und kann allein stehen. Man muss also nicht alles lesen. Im Zeitalter der Trilogien oder Heptazyklopäditanten ist das doch mal eine nette Abwechslung.

10. Die Bücher sind für Männlein und Weiblein
Terry Pratchetts Bücher sind völlig geschlechtsunabhängig. Manchmal mag einem das vielleicht anders erscheinen, wenn wieder mal eine Figur über Ehefrau oder -mann meckert, aber man kann nicht sagen, dass sie typische Frauen- oder Männerlektüre sind. Man kann die Geschichten also ganz wunderbar mit dem Partner teilen.

Wer jetzt nicht überzeugt ist, schreibt mir gerne eine E-Mail. Ich werde dann zurückschreiben, dass das so nicht geht ;-) Im Ernst: Ich empfehle gerne immer wieder aufs Neue, Terry Pratchett zu lesen und sich vor allem auf die Geschichten einzulassen, bevor man zu schnell urteilt. Sie mögen wirken wie einfache und „nur“ verrückte Fantasy-Geschichten. Aber als eigentliche Parodien auf diese und auf unsere Gesellschaft sind sie so viel mehr :-)

14. Februar 2018

Bücher-Liebe macht glücklich

Februar-Special

Zum Valentinstag geht es auch hier um die Liebe: Um die Liebe zu Büchern. Ein Buch nur lesen kann ja jeder. Aber eines zu lieben, das will gelernt sein. Anders als einen Menschen zu lieben ist das eigentlich gar nicht. Es hat sogar ein paar Vorteile ;-)

Der erste Eindruck bleibt. Das gilt für Menschen wie für Bücher. Wir können noch so sehr auf die inneren Werte stehen – anschauen müssen wir das Objekt der Begierde dann ja doch jedes Mal. Ein hübscher Einband ist deswegen der erste Schritt zur Booklove. Aber hat man das Innenleben einmal liebgewonnen, vielleicht sogar doch unabhängig vom Äußeren, dann wird auch der Anblick von Tag zu Tag schöner.

In der zwischenmenschlichen Liebe geht sehr vieles über den Geruch. Er verrät dem Gegenüber einiges, was das Unterbewusstsein genau deuten kann und den anderen direkt einsortiert: Ja oder Nein? Hand hoch, wer riecht an Büchern? Jeder Liebhaber. Die Pheromone der Literatur strömen durch die Nase in unser Gehirn und stupsen dort die Zellen an. Verschiedene Drucktechniken und unterschiedliche Leime ergeben den besonderen Geruch der Geschichten.

Gemeinsame Interessen sind das A und O. Wer also das richtige Buch über die Themen findet, die ihn berühren, kann sich glücklich schätzen. Vielleicht seid ihr beide sehr gefühlsbetont und liebevoll? Oder ihr mögt es gruselig und spannend? Oder ihr diskutiert gerne moralische Probleme aus? Für jeden Leser-Topf gibt es einen Buch-Deckel!

Mit einem Liebhaber muss man nie allein ins Bett gehen, wenn man nicht will. Klar gibt es Ausnahmen und man verbringt den Abend und die Nacht doch allein. Aber dann kann man mit einem großen Grinsen dran denken, wie es wäre, seinen Schatz überall anzufassen.

Und jetzt mal ein Vorteil von Büchern: Man darf mehrere nebeneinander haben. Und sie beschweren sich darüber nicht einmal. Eine ganze Sammlung kann man sich anschaffen und sie alle miteinander in einem hübschen Regal halten. Ein Traum!

Geht es einem mal nicht so gut, sind Buch und Liebhaber zum Trösten und Aufmuntern bereit. Sie wischen jede Träne fort und bringen uns zum Lachen. Für jede Laune gibt es das richtige Buch.

Ist der Schatz einmal nicht da, vermisst man ihn. Man würde ihn schon ganz gerne einmal kurz anschauen oder seine Worte hören beziehungsweise lesen. Aber: Ein Buch passt auch wunderbar in die (richtige) Handtasche und kann überall hin mitgenommen werden. Probier das mal mit einem Menschen aus …

Bücher zu lieben ist also eine ganz phantastische, erfüllende Angelegenheit und sehr empfehlenswert. Sie haben fast alle Vorteile, die ein menschlicher Schatz auch bietet, und warten noch mit einigen eigenen Pro-Argumenten auf. Fazit: Ab in die Buchhandlung und einen Liebhaber kaufen! Der Richtige ist mit Sicherheit in irgendeinem Regal oder Stapel und wartet auf dich.

26. Januar 2018

Kalender – Was sind das für Bücher?

Januar-Special 2018

Jahresende und -anfang – das bedeutet Kalender kaufen! Wahrscheinlich haben die meisten von euch bereits einen käuflich erworben. Oder vielleicht selbst gebastelt oder euch schenken lassen?

Wozu Kalender? Klar, in der heutigen Zeit sind wir alle so beschäftigt, dass wir viele Termine und weit in die Zukunft planen. Wir wohnen weiter weg von Familie und Freunden und wir müssen unser Leben strukturieren. Aber Kalender sind schon viel älter als unser Job- und Freizeitstress. Früher konnte sich die Landwirtschaft an den Tagen und Monaten orientieren. Daher auch die ganzen Bauernregeln. Zum Beispiel: „März trocken, April naß, Mai lustig von beiden was, bringt Korn in'n Sack und Wein ins Faß.“ (http://www.bauernregeln.net/bauernregeln.html) Die Tage und Monate zu beobachten ist notwendig, um Aussaat und Ernte zu planen.

„Der heißeste Sommer aller Zeiten“. Das Wetter und der Klimawandel lassen sich nur über die Jahre und Jahrhunderte tatsächlich gut ablesen. Von daher gibt es auch die 100-jährigen Kalender, die so etwas wie Wettervorhersagen versuchen. Kalender sind also ursprünglich weniger dazu da, das nächste Meeting mit dem Chef zu planen, sondern die tatsächlich lebenswichtigen Dinge zu organisieren ;-)

„Das Wort „Kalender“ entstammt dem lateinischen Calendarium (Schuldbuch). Dies war ein Verzeichnis der Kalendae, der jeweils ersten, auszurufenden (calare „ausrufen“) Tage der antiken Monate. An diesen wurden Darlehen ausgezahlt und Darlehensrückführungen sowie Zinsforderungen fällig.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Kalender)

Wir benutzen heute den gregorianischen Kalender mit 365,2425 Tagen pro Jahr. Die Anzahl orientiert sich am Lauf der Erde um die Sonne. Da dieser in einem Jahr ein klein wenig schneller ist als 365 Tage, wird alle vier Jahre ein Schalttag hinzugefügt, der 29. Februar. Da dadurch die Zeiteinteilung über die Jahrhunderte wieder etwas zu lang wird, ist ein Jahr, das ein Jahrhundert abschließt (zum Beispiel 2100) kein Schaltjahr. Außer, ein solches Jahr ist durch 400 teilbar (zum Beispiel 2000). Kompliziert, aber anscheinend passend :-D

Feiertage werden auch nicht durch Zufall verteilt. Ostern zum Beispiel, welches jedes Jahr an einem anderen Datum liegt, findet immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling statt. Dadurch lassen sich andere Feiertage (Aschermittwoch: 40 Tage vorher, Pfingsten: 50 Tage danach) berechnen. Man kann quasi bis in alle Ewigkeit berechnen, wann die Karnevals-Jecken ihr Unwesen treiben (in der Woche vor Aschermittwoch).

Im Alltag sind Kalender für uns aber reine nützliche Helfer. Und für viele Leute sollen sie auch schön sein. Es gibt Kalender, in denen jeder Tag mit einer ganzen Seite aufgeführt wird. Es gibt Wochenkalender für den Wohnzimmer- oder Arbeitstisch. Es gibt riesige Wandkalender mit wunderschönen Bildern oder aufmunternde Sprüche und Weisheiten auf einem Monats- oder Wochenblatt. Es gibt sie zu Themen wie niedliche Katzenkinder oder die besten Biere Europas. Ich hatte auch ein paar selbstgebastelte Kalender, sowohl zum Aufhängen mit Fotos als auch als Büchlein mit besonderen Kennzeichnungen für Geburtstage, Klausuren oder anderen Dingen.

Was hat das nun mit Büchern zu tun? Ganz davon abgesehen, dass Kalender auch in Verlagen entstehen. Das tun Zeitungen auch. Kalender existieren zunächst oft in Buchform. Äußerlich bestehen Bücher aus bedruckten Seiten in einem Block, der zusammengebunden und umschlagen wird. Tadaa, ein Buch. Und in diesen Kalender-Büchern? Da steht Geschichte. Meine, deine, die der Welt. Kalender sind voller Geschichten, wie es Romane auch sind. Wir können das Leben eines Menschen nachvollziehen, seine Gewohnheiten und besonderen Erlebnisse kennenlernen und ihn ein Stück weit verstehen.

Tagebücher können diese Kalender auch sein. Ich habe mir für dieses Jahr zwei Kalender zugelegt: einen ganz kleinen für die Handtasche mit zukünftigen Terminen. Und einen großen, mit einer Din-A-5-Seite für jeden Tag. Dort hinein schreibe ich alles, was mir durch den Kopf geht, wie ich mich gefühlt habe, was ich genau mit wem und wo unternommen habe. Es sind Erinnerungen und Pläne enthalten und ich kann alles im Nachhinein nachlesen.
Kalender sind also sehr praktisch und in ihrer Art uralt. Sie beherbergen aber genauso Geschichten und Gedanken, Pläne und Erinnerungen. Sie sind Zeitzeugen und persönliche Geheimnisse. Sie teilen unser Leben in strikte Abläufe, doch zugleich bieten sie den Platz, um alles Wichtige festzuhalten. Auch in digitaler Form ;-)


Was für Kalender habt ihr? Was genau schreibt ihr hinein? Habt ihr mehrere für verschiedene Teile eures Lebens? Oder merkt ihr euch einfach alles?

24. Dezember 2017

Harry-Potter-Adventskochen, die Vierte

Dezember-Special 4/4

Da dieses Jahr der Vierte Advent und Heilig Abend auf denselben Sonntag fallen, ist jetzt fast schon Weihnachten! Wie verbringt ihr euren Tag? Feiert ihr zu Hause oder seid ihr schon unterwegs?

Ich mache heute mit euch als krönenden Abschluss der Harry-Potter-Koch-und-Back-Sessions mit euch die Zimtbrötchen aus dem inoffiziellen Buch vom riva Verlag. Zuvor gab es Porridge, Vanillecreme-Kekse und Butterbier.

Zunächst habe ich ganz traditionell alle Zutaten zusammengestellt und für euch fotografiert :-D Nick musste natürlich auch wieder dabei sein – er kann Süßigkeiten nicht widerstehen! Dann habe ich Zucker, Milch und Hefe zusammengerührt sowie Zucker und Eier in einer Schüssel geschlagen. Nick wollte auch mal den Mixer bedienen ;-)


Danach kam ich ganz schön in die Bredouille. Ich hätte vorher checken sollen, wie viele Schüsseln man für dieses Rezept braucht, eine hat vorne und hinten nicht ausgereicht. Jedenfalls habe ich dann Butter und Milch in einem Topf erhitzt: witzige Kombi, die sich ganz wunderbar in zwei Schichten aufteilt :-D Danach kommt alles in eine Schüssel (da reichte dann zum Schluss doch wieder eine) und durchmixen. Mein Teig war leider mal wieder viieel zu flüssig-zäh. Man sollte ihn danach in einem Klumpen aus der Schüssel nehmen können. Das ging so gar nicht :-D


Deswegen habe ich einfach große Flatschen auf das Blech gemacht. Eigentlich sollte man das Ganze nach dem Gehen lassen (da hätte ich mir das Rezept vorher auch intensiver anschauen sollen :-D) ausrollen und in Schnecken formen sollen. Das hat nicht ganz hingehauen, obwohl ich noch extra Mehl hinzugefügt habe ...



Doch nachdem ich die Fladen gemacht und mit einer Mischung aus Butter, braunem Zucker und Zimt bestrichen habe (ja, das vielleicht auch eher radikal), konnte das Blech dann in den Ofen.


Als sich dann der wunderbar zimtig-hefige Duft in unserer Küche verbreitet hat, habe ich noch das Frosting aus Frischkäse, Creme fraiche und Puderzucker gemacht. Und weil ich noch rote Lebensmittelfarbe hatte und die ja ganz wunderbar zu Weihnachten passt, kam die auch noch da hinein. Ro-o-o-te Weihnacht überall!


Und schon waren die leckeren Zimtbrötchen fertig! Sie haben sehr saftig geschmeckt, hätten für meinen Geschmack aber noch etwas süßer sein können, so als Leckerei im Advent. Dieses Backrezept war das aufwendigste der vier – aber auch das mit dem coolsten Ergebnis :-)

Ich wünsche euch schon einmal leckere Feiertage!


17. Dezember 2017

Harry-Potter-Adventskochen, die Dritte

Dezember-Special 3/4

Einen fröhlichen Dritten Advent, ihr weihnachtlichen Bücherwürmer!
Nachdem ich am ersten Adventssonntag Porridge und am zweiten Vanillecreme-Kekse gebacken habe, gibt es heute das berühmt-berüchtigte Butterbier! Das Rezept stammt wieder aus dem inoffiziellen Harry-Potter-Kochbuch vom riva Verlag.

Als ich gesehen habe, dass rohes Eigelb ins Butterbier muss, war ich erst etwas irritiert. Trotzdem wollte ich das Heißgetränk richtig kochen und habe mich dieses Mal brav an das Rezept gehalten.


Die Zutaten: Bier – ja, richtiges echtes Bier! Ich habe allerdings alkoholfreies genommen, so ist das ganze auch für minderjährige Harry-Potter-Fans eine tolle Leckerei! Also, Bier, Zucker, Eigelb, Gewürze und natürlich Butter.

Als Vorbereitung habe ich die Eier getrennt. Nick war natürlich wieder neugierig und hat sich alles ganz genau angeschaut. So ist das mit Nikolaus und Weihnachtsmann – sie sehen alles.

Dann wird direkt das Bier erwärmt. Das ist ein merkwürdiges Gefühl, dieses Getränk in einem Topf zu kochen :-D Gut, dass man direkt Zucker und Gewürze hinzutun konnte.

Das Gebräu darf nicht richtig brodeln. Stattdessen nimmt man es dann vom Herd und fügt Eigelb und Butter hinzu. Guuut, bei der Butter habe ich etwas mehr genommen, als im Rezept steht. Bitte erlaubt mir ein bisschen Rebellen-Haftigkeit :-D

Und so schnell ist das Ganze dann auch fertig! Wenn man es in einem hübschen Gefäß vor dem Weihnachtsbaum fotografiert, sieht es auch richtig schön aus! Wie in der Szene in den Drei Besen, in der Hermine den Baum schweben lässt. Mobiliarbus! Äh – Prost!


10. Dezember 2017

Harry-Potter-Advents-Kochen, die Zweite

Dezember-Special 2/4

Einen frohen zweiten Advent! Heute gibt es leckere Vanille-Creme-Kekse aus dem inoffiziellen Harry-Potter-Kochbuch. So einen, wie Neville ihn im vierten Band von Fred und George bekommt und sich daraufhin in einen Kanarienvogel verwandelt. Mir und den anderen Testessern ist das nicht passiert – nein, wir wurden zu gierigen Schleckermäulern, die immer mehr wollten ;-)

Letzte Woche sind wir übrigens mit einem einfachen Frühstücks-Porridge gestartet.

Los geht's!




 Hier brauchte man schon ein paar Zutaten. Nick war natürlich auch wieder von der Partie und hat alles beobachtet. Ja!, man kann sehen, wo ich einkaufe :-D

Alles miteinander vermixen! Ich habe mich – natürlich – nicht stupide an das Rezept gehalten. Zum Beispiel war ich zu faul, die Butter erst aufzuwärmen beziehungsweise zu warten, bis sie Zimmertemperatur hatte. Sie hat dann mit dem Zucker keinen Schaum ergeben und ich habe alles andere direkt mit reingekippt. Hat auch geklappt! Also: Einfach alles rein!

Der Teig ist dann viel klebriger geworden, als erwartet. Und das trotz Extra-Mehl. Es war gar nicht so einfach, kleine Häufchen auf dem Blech zu verteilen. Ich war nicht sicher, ob daraus noch Kekse werden konnten.

Ich habe dann wie vom Buch befohlen ein Glas mit dem Boden erst in Butter, dann in Zucker und dann auf die Teigklumpen gedrückt. Das hat tatsächlich funktioniert und mit ausreichend Zucker ist auch nichts am Glas kleben geblieben! Ein guter Trick für verschiedene Keks-Rezepte!

Dü dü dü dü ... Warten. Da der WG-Backofen doch oben und unten sowie an den Seiten recht unterschiedlich heizt, habe ich die Wartezeit mit dem Austauschen der Bleche verbracht.

Tadaaa! Kekse fertig! Die mussten dann natürlich erst mal auskühlen. Deswegen habe ich mir mit der Vanille-Creme etwas Zeit gelassen. Die hatte auch so ihre Tücken.

Weil ich keine echte Vanille in Reinform bekommen habe, habe ich meinen Vanille-Sirup genommen. Das hat das Ganze natürlich etwas flüssiger gemacht und es musste Puderzucker dazugegeben werden. Von der Konsistenz abgesehen aber war die Creme ein echter Hit! Und nachdem sie abgekühlt war, konnte ich sie auch gut auf den Keksen verteilen.
Et violà:



Super leckere Vanille-Creme-Kanarienvogel-Kekse!
Lasst es euch schmecken :-)