Sonntag, 23. April 2017

Cover Love – Kleider machen Bücher

April-Special

Don't judge a book by its cover. Oder doch?

Es gibt ganz tolle Bücher, deren Cover total abschreckend sind. Ich persönlich finde diesen Trend mit den Großaufnahmen von weiblichen Gesichtern gar nicht so toll. Trotzdem liebe ich Panem. Dann gibt es Bücher, die haben richtig coole Cover, aber der Inhalt gefällt nicht. Zum Beispiel hat mich das Bild auf Die Flüsse von London direkt angesprochen, das Buch selber hat mich leider nicht so umgehauen.

Deswegen soll man ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen, auch da gibt es Trends und Fehlgriffe. Trotzdem ist es das, was man bei einem Buch als erstes sieht – Kleider machen Leute. Man bewegt sich durch die Buchhandlung (oder auch online durch Listen) und wird zunächst vom Cover angesprochen. Trends in einzelnen Sparten und Genres helfen in dem Falle auch, ähnliche Bücher zu finden, die einem gefallen könnten. Man sortiert schon vorher ein, was für Arten von Cover gehören zu welchen Büchern und welche davon mag ich?

In letzter Zeit lese ich auch wieder ein paar Krimis, insbesondere die Kaspary-Reihe von Ursula Poznanski. Krimi-Cover finde ich meistens eher langweilig, ein einzelnes Motiv zerbricht, liegt im Schatten oder ist blutverschmiert. Das hat mich bisher oft von Krimis abgeschreckt. Was falsch ist, aber der Mensch ist visuell geprägt ...

Welche Bücher ich mag, kann man hier oft genug lesen. Wer jetzt noch keine Ahnung hat, wird das aber in den 10 Covern sehen, die ich für euch vorbereitet habe. Cover Love, ab!


1. Heaven. Stadt der Feen von Christoph Marzi

Dieses Buch habe ich tatsächlich gekauft, weil mir das Cover so gut gefallen hat. Es glitzert ein bisschen oben in den Schnörkeln und das dezente Lila hat mich total angesprochen. Gut, natürlich hat mir dann auch der Klappentext gefallen.
Ich mag auch die Skyline, vor allem, weil sie von London ist. Das verschnörkelte Tor verspricht den Eingang in eine Geschichte, eine mystische (weil dunkel), magische (weil lila) Welt.

2. Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Bleiben wir direkt bei London. Die Flüsse von London sieht so cool aus! Ich mag London und eine Art Karte als Cover ist eine richtig tolle Idee! Die Lupe lässt auf ein Geheimnis oder etwas anderes schließen, das es zu finden oder aufzudecken gilt. Zusammen mit dem Klappentext hat mich das Buch direkt eingenommen. Leider war mir die Hauptfigur im Endeffekt nicht sympathisch. Das Cover hat leider seine Versprechungen für mich nicht gehalten.

3. Die Seiten der Welt von Kai Meyer

Schön ist es auch, wenn Reihen ähnlich oder gleich gestaltet sind. Die Seiten der Welt sind so wunderhübsch gestaltet! Die goldenen Linien sind mit Folie geprägt und bilden Muster, die zum Buch passen. In der Geschichte kommen auch Origami-Vögel vor, die tatsächlich fliegen können. Bisher konnte ich nur den ersten Teil lesen (und außerdem bin ich mir sicher, Kai Meyer hat auf einer Buchmesse mal gesagt, es bleibt ein Einteiler ... aber bei guten Büchern verzeiht man das ja ;-)). Die anderen beiden sind jedoch auch bald dran! Allein die drei Farben! So hübsch!



4. Shakespeare

Wunderschön anzusehen und ein richtiger Blickfang im Regal sind etwas ältere Ausgaben von Klassikern, die man eventuell auch gelesen hat :-D Ich mag Shakespeare ja gern, ein paar wenige Stücke habe ich gelesen. Und dieses Buch, das einfach in einem offenen Bücherschrank in Frankfurt am Main herum stand, ist sofort bei mir eingezogen! Die hübschen Schnörkel muten so schön edel und nostalgisch an und die Seiten sind so wunderbar vergilbt :-D

5. His Dark Materials von Philip Pullman

Diese Ausgabe aller drei Titel aus der Dark-Materials-Reihe (Der Goldene Kompass etc.) fesselt mich immer. Der Blick der Raubkatze fängt den Betrachter ein und ich kann es minutenlang anschauen. Die warmen Farben vermitteln ein wohliges Gefühl, während die dunkleren Farben am Rand mystisch wirken. Das Buch an sich ist unglaublich schwer, weil alle drei Teile darin sind. Man kann es nicht wirklich gut halten. Aber angucken ;-)


6. Das Juwel von Amy Ewing

Dieser lila-glitzernde Kleidertraum für die Mädchen in uns hat auch mich angesprochen. Die Farbe ist wundervoll, weil sie nicht so grell und pinkig ist, aber trotzdem ein bisschen Kitsch vermittelt. Gut, das Genre hat mich ja sowieso überzeugt, ich kann bei Dystopien schlecht Nein sagen. Diese Kombination aus glitzernder Hülle und relativ brutaler Geschichte musste in mein Regal! Da führt das Cover auch erst einmal in die Irre. Es liegt auch im Trend der Abbildungen von den weiblichen Hauptfiguren.



7. Die Tribute von Panem von Suzanne Collins

Genau wie dieses oben bereits erwähnte. Der Trend mit den Gesichtern ebbt etwas ab (oder?), aber sie sind auf jeden Fall in meinem Regal überrepräsentiert. Diese Cover gefallen mir eigentlich nicht so, denn sie sagen wirklich wenig über den Inhalt aus. Ich bin so froh, Die Tribute von Panem trotzdem gelesen zu haben! Ich liebe sie!


8. Cinder von Marissa Meyer

Genau, wie ich diese Reihe liebe! Und das Cover! Im Gegensatz zur deutschen Panem-Ausgabe gibt diese englische Ausgabe vom ersten Teil der Lunar-Chronicles den Inhalt schon wieder: Cinder ist ein Cyborg, ein Mensch verbessert durch Roboter, aber sie versteckt diesen Teil von sich. Außerdem ist die Geschichte an Cinderella, also an Aschenputtel, angelehnt. Aaach ich liebe die Lunar Chronicles :-D Die deutschen Cover gefallen mir übrigens nicht so.

9. The Wizard of Oz von L. Frank Baum

Die Puffin-Chalk-Editionen vom Penguin Verlag sind so schön! Es gibt sie von verschiedenen Kinderbuchklassikern. Dieses sprang mich in einem Laden in San Francisco bei Ashbury and Heights an und ich habe es noch in meinen Koffer gequetscht. Die anderen Bücher werde ich mir auch noch irgendwann holen. Besondere Ausgaben von Klassikern sind toll, besonders Kinderbuchklassiker!

10. Furthermore von Tahereh Mafi

Dieses Cover ist so super bunt, das gefällt mir! Zusätzliches geht es genau darum auch in der Geschichte. Alles ist bunt und versprüht Farbe – außer Alice, die völlig weiß ist und aus der Mitte ihrer Welt heraussticht. Das Buch kann ich nicht nur vom Cover, sondern auch vom Inhalt her empfehlen.

Das sind die Cover aus meinem Regal, die mir besonders gefallen und die mir ins Auge gestochen sind. Welche sind eure Lieblingscover? Könnt ihr meine Meinung zu Panem und Die Flüsse von London teilen oder habt ihr da ganz andere Gedanken? Sucht ihr eure Lektüre nach Covern aus oder lasst ihr euch davon gar nicht beeindrucken, weil man eben ein Buch nicht nach dem Äußeren beurteilen soll?



Montag, 17. April 2017

Frohe Ostern!

Liebe Bücherhasen, ich wünsche euch frohe Ostern!
Dieses Jahr habe ich ein schokoladiges Kaninchen von Karfreitag bis Ostermontag auf Instagram in meiner Story begleitet. Die ganze Geschichte hier: ;-)

video

Samstag, 15. April 2017

Ursula Poznanski: Stimmen

Dritter Teil der Beatrice-Kaspary-Reihe, enthält Spoiler zum vorigen Teil
Zum ersten Teil: Fünf
Zum zweiten Teil: Blinde Vögel





Wie ich von der Hauptfigur überrascht wurde

Handlung

Auf der Traumastation einer Psychiatrie wird ein Arzt tot aufgefunden. Auf seinem Körper sind merkwürdige Gegenstände drapiert, Plastikmesser, ein Kamm und ein Stift bilden ein Muster. Auf den Gegenständen sind die Abdrücke einer Patientin. Doch diese Patientin ist völlig teilnahmslos, ohne eigenen Antrieb und spricht nicht. Kann sie wirklich etwas mit dem Mord zu tun haben? Je tiefer die Ermittlerin Beatrice Kaspary gräbt, desto gefährlicher wird dieser Fall für sie selbst. Dabei hat sie in ihrem Privatleben noch ganz andere Probleme.

Meinung

Ich kann mich nur wiederholen: Ich bin ein Poznanski-Fan. Wie die beiden Romane vorher hat mich auch der dritte Teil dieser Krimi-Reihe gepackt. In gut einer Woche durchgelesen, bei meinem derzeitigen Pensum ein Rekord. Ich sage Krimi, weil es für mich kein richtiger Thriller ist, auch wenn es vorne drauf steht. Trotzdem spannend und mitreißend!

Die Handlung ist wie in den Teilen zuvor: Wer auf atemlose Action steht, kommt wahrscheinlich nicht auf seine Kosten. Stattdessen begleitet der Leser Beatrice auf ihrer Wahrheitssuche, die auch schon mal am Schreibtisch stattfindet. Langweilig wird es aber nie: Im genau richtigen Abstand geschehen neue Dinge, wendet sich die Geschichte, erkennt Beatrice die Zusammenhänge. Der Fall gestaltet sich extrem undurchsichtig und jeder noch so kleinen Spur muss nachgegangen werden. Insgesamt hat mich dieser Teil sogar wieder mehr gepackt als der zweite, der Schauplatz Psychiatrie ermöglicht so einige interessante Szenen. Zusätzlich entwickelt sich die Beziehung zwischen Beatrice und ihrem Kollegen Florin. Doch ihr Exmann schafft es trotzdem, sich brutal in ihr Leben einzumischen.

Die Hauptfigur Beatrice kam mir im zweiten Teil eher unscheinbar vor. Dafür macht sie in diesem Buch einen Sprung. Sie entwickelt mehr Persönlichkeit und lässt sich nicht mehr alles gefallen. Dabei gebärdet sie sich manchmal etwas impulsiv, was nicht unbedingt positiv ist. Es lässt sie dafür menschlich erscheinen und gibt der Figur eine zusätzliche Note. Ihre weibliche, zurückhaltende, nachdenkliche Art bleibt jedoch, sie nimmt sich selbst noch öfter zurück und lässt andere manche Entscheidungen treffen. Wenn es aber um den Fall geht, schreckt sie vor keinen Ermittlungen zurück. Florin bleibt in seiner typischen, zuvorkommenden Beschützerrolle, und das ist gut so.

Wer in diesem Teil besonders durch Charaktere besticht, sind die Ärzte und Patientin der Traumastation. Ihre unterschiedlichen Arten und Krankheiten geben ein spannendes Bild. Auch die anderen Polizisten bekommen weitere Eigenschaften zugeschrieben, vor allem Beatrices Chef kann der Leser hier von einer anderen Seite betrachten. Trotzdem steht der Fall im Vordergrund.

Insgesamt handelt es sich also um einen spannenden Krimi, der zum einen durch einen interessanten und kniffligen Fall besticht, zum anderen durch die Figuren. Verschiedenste Charaktere von Polizisten, Ärzten und Psychiatriepatienten formen ein vollständiges Bild aus möglichen Eigenschaften. Was mich außerdem quasi an den Roman gekettet hat, ist die Entwicklung von Beatrices und Florins Beziehung.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!


Samstag, 8. April 2017

Quartal Eins – Rück- und Ausblick

Über drei Monate ist 2017 schon alt, ein Viertel des Jahres ist um.
Und hier gab es in den ersten 70 Tagen einiges an Buchliebe.

Gelesen

Die Verwandlung von Franz Kafka habe ich gelesen, als ich bei meinen Eltern zu Hause war und mein eigentliches Current Read vergessen hatte. Die Verwandlung stand schon länger in meinem Regal, ich hatte es von einer Freundin bekommen, die es aussortiert hat. Ich wollte das Buch nicht im eigentlichen Sinne rezensieren, aber meine Interpretation und Gedanken dazu teilen.

The Bone Season von Samantha Shannon, das ich eigentlich zu dem Zeitpunkt gelesen hatte, hatte ich von einer sehr lieben Freundin zu Weihnachten geschenkt bekommen. Sie mag das Buch sehr gerne und auch mir hat es gut gefallen.

Ich gebe dir die Sonne von Jandy Nelson hat mir unglaublich gut gefallen. Ich hatte gar nicht viel erwartet und brauchte auch ein paar Seiten, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Aber dann habe ich das Buch sehr schnell durchgelesen.

Blinde Vögel von Ursula Poznanski ist der zweite Teil einer Krimi-Reihe, die mir auch sehr zusagt. Ich mag den Schreibstil der Autorin und vor allem ihre Jugendbücher. Auch die Krimis für Erwachsene sind spannend, trotzdem gefiel mir der erste Teil besser. Der dritte wartet aber schon im Regal!

Das Café am Rande der Welt von John Strelecky war ein echter Lese-Quickie! Gerade einmal gut zwei Stunden habe ich gebraucht, nur wenig mehr als die Zugfahrt an dem Tag. Das Buch ist ein ganz anderes als die, die ich sonst lese. Und es hat mich auf den Weg geschickt.

Empfohlen

Ich frage immer Freunde und Bekannte nach Lesetipps. Bisher hat eine sehr gute Freundin drei Bücher empfohlen: Der Märchen-Erzähler – Sieben Minuten nach Mitternacht – The Uncommon Reader. Sieben Minuten nach Mitternacht will ich ja auch unbedingt noch lesen! Im Studium habe ich davon schon Gutes gehört.
Meine (leider ehemalige) Mitbewohnerin aus Frankfurt hat mir ihre Lieblingsautorin empfohlen: Nele Neuhaus. Für Krimi-Fans ein Must-Try!

Zitiert

Die Zitate zum Wochenstart stammen meist aus meinen Current Reads. Wenn ich lese und mir fallen Sätze auf, die ich toll finde, dann lasse ich euch daran teilhaben :-)

Geschrieben

Eins der Specials beschäftigte sich auch mit Zitaten. Im März ging es um wundervolle Sätze rund um die Buchwelt von Menschen aus genau dieser Buchwelt. Sätze, die man nicht vergessen möchte, die man sich in seinen Kalender schreibt, die man am liebsten mit der knalligsten Farbe für jedermann sichtbar an eine hohe Hauswand sprühen möchte.
Das andere Special beschäftigt sich mit ersten Sätzen. Was gibt es für erste Sätze in Büchern? Was verraten sie? Machen sie neugierig auf die Geschichte? Wie sollte so ein erster Satz sein?

Gesehen

Ich glaube es war noch Januar, als ich Passengers im Kino gesehen habe. Von der Vorschau habe ich mir sehr viel versprochen. Der Film war auch gut, keine Frage, sehr spannend und sehr emotional, von den Schauspielern sehr gut umgesetzt. Trotzdem hatte ich noch mehr erwartet. Mehr Gedanken, mehr existentielle Fragen. Die will ich dem Film zwar nicht komplett absprechen, aber … ja. Mehr wäre schön gewesen.

Die Tage habe ich Ghost in the Shell gesehen. Nachdem ich die Vorschau gesehen hatte (und zwar als ich in Passengers war), wusste ich: Ich muss diesen Film sehen. Eine dystopische Zukunft, in der Menschen und Roboter verschmelzen und die Hauptfigur den Sinn ihres Lebens hinterfragt. Toll! Ghost in the Shell ist ein sehr bildgewaltiger Film, die Szenen sehen extrem cool aus, die Stadt mit den Hochhäusern und der bunt flimmernden Werbung zwischen den Gebäuden, keine einzige Pflanze weit und breit. Beeindruckend. Auch die Figuren und die Story haben mir gefallen. Allerdings könnte er noch ein wenig mehr Tiefgang haben. Die Identitätsfragen, die Diskussion darum, was menschlich ist, wie viel Mensch ein Mensch braucht und was Roboter sind, könnte noch mehr angefacht werden.

An Serien habe ich mit Dr. Who angefangen – endlich! Und jetzt hat Amazon Prime die Serie einfach wieder kostenpflichtig gemacht und auf Netflix gibt es erst die Folgen ab der sechsten Staffel, ich bin noch in Staffel drei. Also wird das wohl warten müssen, bis es wieder kostenlos ist. Die Serie gefällt mir aber sehr gut! Sie hat eine gute Mischung aus Spannung, Witz und Tiefgang, die Kultserie ist ein Muss für Science-Fiction-Fans!

Außerdem habe ich in der Woche, in der ich so schrecklich krank war, mit Pretty Little Liars angefangen. Die Serie hat totales Suchtpotential und ich bin auch hier in der dritten Staffel. Es ist so spannend, wie die vier Mädels versuchen herauszufinden, wer A ist und wer Alison umgebracht hat! In manchen Momenten ist es mir fast zu spannend :-D

Zurzeit lese ich Stimmen von Ursula Poznanski, davon hört ihr als nächstes :-)





Ich wünsche euch weiterhin ein tolles Bücherjahr 2017!!!


Freitag, 31. März 2017

Quotable Bookworld

März-Special

Unsere Lieblingsautoren, die Schriftsteller der altbekannten Klassiker, die Figuren in unseren Herzensbüchern – sie alle sagen dann und wann ganz tolle Dinge, die uns berühren. Es sind Sätze, die man sich am liebsten mit einem dicken Pinsel an die Zimmerwände schreiben möchte. Die man zur Motivation immer wieder lesen könnte und sollte. Die ich mir in meine Kalender kritzele. Man möchte selbst solche Sätze gesagt haben. Man möchte die Autoren und Schriftsteller fragen, wie sie darauf gekommen sind, was sie dazu bewegt hat, ob man mit der eigenen Deutung richtig liegt.

What really knocks me out is a book that, when you're all done reading it, you wish the author that wrote it was a terrific friend of yours and you could call him up on the phone whenever you felt like it. That doesn't happen much, though.
J.D. Salinger, The Catcher in the Rye

Die Autoren sind sich vielleicht gar nicht bewusst, dass sie sich in unsere Seelen schreiben.

A story is a letter that the author writes to himself, to tell himself things that he would be unable to discover otherwise.
Carlos Ruiz Zafón, The Shadow of the Wind

Wie können Autoren das überhaupt?

Authors like cats because they are such quiet, lovable, wise creatures, and cats like authors for the same reasons.
Robertson Davies

Und wie viel lassen die Autoren von sich in ihren Büchern?

The only way you can truly get to know an author is through the trail of ink he leaves behind him. The person you think you see is only an empty character: truth is always hidden in fiction.
Carlos Ruiz Zafón, The Angel's Game

Wenn man sich bei den Autoren schon unsicher ist und sie selten persönlich kennt, so fühlt man sich doch zu anderen Lesern hingezogen. Dieses Gefühl der Verbundenheit, wenn man im Zug oder in einem Café jemanden entdeckt, der ein Buch liest, das man auch mochte …

"I'm not a stranger," I said, and pointed to his book. "I'm someone who reads the same authors you do.
Lemony Snicket, When Did You See Her Last?

Vielleicht mag der andere das Buch aber nicht so sehr wie man selbst? Dabei sind Lieblingsbücher so wichtig, sie sind die Welt, sie sind alles, was man braucht.

Sometimes, you read a book and it fills you with this weird evangelical zeal, and you become convinced that the shattered world will never be put back together unless and until all living humans read the book.
John Green, The Fault in Our Stars

Man kennt dieses Lieblingsbuch natürlich quasi auswendig.

If one cannot enjoy reading a book over and over again, there is no use in reading it at all.
Oscar Wilde

Da kann alle Offenheit anderem gegenüber auch nach hinten losgehen.

The trouble with having an open mind, of course, is that people will insist on coming along and trying to put things in it.
Terry Pratchett

Aber man sollte vielfältig bleiben. Auch mal anderen Büchern Chancen geben, denn

If you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking.
Haruki Murakami, Norwegian Wood

Dabei ist die Buchauswahl wichtig. Man sollte nicht einfach irgendetwas lesen:

One must always be careful of books," said Tessa, "and what is inside them, for words have the power to change us.
Cassandra Clare, Clockwork Angel

Aber was dann? Klassiker kommen natürlich immer gut. Aber Mark Twain hat Recht:

′Classic′ - a book which people praise and don't read.
Mark Twain

Man kann von Klassikern aber viel lernen.

Power is not a means, it is an end. One does not establish a dictatorship in order to safeguard a revolution; one makes the revolution in order to establish the dictatorship.
George Orwell

Dinge, die man im Hinterkopf behalten sollte.

The essence of being human is that one does not seek perfection.
George Orwell

Denn man sollte nicht jedem gefallen wollen. Im Gegenteil.

It's not worth doing something unless you were doing something that someone, somewere, would much rather you weren't doing.
Terry Pratchett

Also, warum machen die Autoren das?

Books are for nothing but to inspire.
Ralph Waldo Emerson

Inspirieren. Etwas bewegen?

The books that the world calls immoral are books that show the world its own shame.
Oscar Wilde, The Picture of Dorian Gray

Etwas bedeuten. Mir bedeuten Bücher viel. Sie sind Magie.

In a good bookroom you feel in some mysterious way that you are absorbing the wisdom contained in all the books through your skin, without even opening them.
Mark Twain

Ich habe mich für ein Leben als Bücherwurm entschieden.

It is our choices, Harry, that show what we truly are, far more than our abilities.
J.K. Rowling, Harry Potter and the Chamber of Secrets

Lesen lässt einen den Alltag so wunderbar vergessen. Endlich kämpft man mit jemandem für ein höheres Ziel. Realitätsflucht?

Of course it is happening inside your head, Harry, but why on earth should that mean that it is not real?
J.K. Rowling, Harry Potter and the Deathly Hallows

Es kommt eben darauf an, was man aus einem Buch mitnimmt. Die Lesart macht’s.

Fairy tales are more than true: not because they tell us that dragons exist, but because they tell us that dragons can be beaten.
Neil Gaiman, Coraline



Alles in allem, sind wir uns in einem einig:

A room without books is like a body without a soul.
Marcus Tullius Cicero

Denn

The person, be it gentleman or lady, who has not pleasure in a good novel, must be intolerably stupid.
Jane Austen, Northanger Abbey

Und wenn wir unser Lieblingsbuch noch nicht gefunden haben? Wenn es das vielleicht einfach noch nicht gibt?

If there's a book that you want to read, but it hasn't been written yet, then you must write it.
Toni Morrison

Also, was jetzt?

Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.
Franz Kafka


Punkt.

Montag, 27. März 2017

Zitat zum Wochenstart

John Strelecky: Das Café am Rande der Welt. dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. München. 2017. Seite 36.

Welche Frage?
„Warum bin ich hier?“
Nicht auf diesem Blog, nicht dort, wo du sitzt.
Im Leben. Was möchtest du?

Viel Spaß beim darüber Nachdenken :-) und eine schöne neue Woche!

Samstag, 25. März 2017

John Strelecky: Das Café am Rande der Welt

Wie ich gerade einmal gut zwei Stunden für dieses Buch brauchte






Das Buch vom Café der Fragen hat mich im Buchladen im Bahnhof angesprungen. Wirklich. Ich bin in den Laden, weil ich noch 20 Minuten hatte, bis mein Zug kam, und habe durch zwei Regale gestöbert. Dann habe ich mich umgedreht und mein Blick fiel direkt auf dieses Buch. Ich mag kein Gelb. Aber ich musste es in die Hand nehmen. Der Titel gefiel mir sehr gut: Ich mag Kaffee und der Rand der Welt ist immer gut, um darüber hinauszuschauen. Eine Erzählung über den Sinn des Lebens – das musste gut sein. Schließlich bin ich immer auf der Suche danach, und vielleicht würde dieses Buch mich einen Schritt weiter bringen. Ich drehte es um und las den Klappentext. Allein, dass das Wort Hawaii darin vorkam, entzückte mich! Immerhin war ich dort schon gewesen. Und dass Schildkröten einen etwas lehren können, steht ja außer Frage ;-) Ich nahm es also mit und auf dem Rückweg meiner kleinen Wochenendereise fing ich es im Zug an.

Das war eine sehr lange Einleitung für ein sehr kurzes Buch, ja :-D

Handlung

John ist auf dem Weg in den Urlaub. In seinem Berufsalltag kämpft er mit sehr stressigen Tagen und möchte sich eine dringend nötige Auszeit gönnen. Leider kommt er in einen Stau. Er versucht, ihn zu umfahren, und landet dabei mehr und mehr im Nirgendwo. Als er die Orientierung völlig verloren hat und keiner Menschenseele mehr begegnet, taucht an der Straße plötzlich das Café auf. Er geht hinein und setzt sich. Schnell merkt er, dass dies kein gewöhnliches Café sein kann. Auf der Speisekarten stehen drei Fragen:

Warum bist du hier?
Hast du Angst vor dem Tod?
Führst du ein erfülltes Leben?

John fängt an, sich mit der Kellnerin und dem Koch über die seltsamen Fragen zu unterhalten. Und begibt sich damit selbst auf seine Reise zum Sinn des Lebens.

Meinung

Das war es im Grunde. Die Handlung gibt nicht viel mehr her, die Charaktere sind relativ eigenschaftslos, aber darauf kommt es bei diesem Buch auch nicht an. Die Geschichte setzt sich aus Gesprächen zwischen John und den anderen Anwesenden zusammen. Die Kellnerin Casey erklärt ihm, dass die erste Frage nicht auf das Café zu beziehen sei. Er solle nicht überlegen, warum er gerade hier war. Sondern darüber nachdenken, wozu er auf der Welt war. Es geht in der Geschichte darum, seinen eigenen Sinn zu finden, seinen eigenen Platz im Leben. Jeder solle die Dinge tun, die ihm gefallen.

Wie man herausfindet, was man im Leben tun möchte, wo der eigene Platz ist, das ist individuell und völlig verschieden. Manch einer finde es niemals heraus, ein anderer bereits im Kindesalter. Wichtig sei aber eine offene Art und der Austausch mit anderen Menschen, anderen Kulturen und allem in der Umgebung.

Die beiden anderen Fragen schließen sich unausweichlich an die erste an. Warum, das könnt ihr ja mal nachlesen ;-)

Auf jeden Fall hat mir das Buch gefallen, es hat mir ein paar Denkanstöße gegeben und ich habe das Gefühl: Ja, man könnte sich mal auf die Suche nach seinem persönlichen Sinn machen. Die Gedanken aus dem ersten Teil des Buches waren mir aber nicht fremd, ich hatte viele davon selbst schon. Zunächst war ich ein kleines bisschen enttäuscht und dachte: Mehr als meine eigenen, kreiselnden Gedanken bietet das Buch nicht?

Doch. Es bietet mehr. Gegen Ende stellt John Fragen, die auch in meinem Kopf auftauchten. Ob es im Buch für dich die richtige Antwort gibt, musst du wohl oder übel selbst herausfinden.

Allerdings muss ich hinzufügen, dass das Buch an manchen Stellen ein wenig platt erscheint. Die Gespräche wirken das ein oder andere Mal gekünstelt – der Autor wollte seine Gedanken weitergeben und schneidert sie grob in die Wortwechsel ein. Die Intention des Buches wird dadurch aber nicht verfehlt.

Das Café am Rande der Welt ist insgesamt kein Buch für jemanden, der eine Handlung für unentbehrlich hält. Es ist eine Geschichte für Leute, die im Leben nach dem kleinen bisschen Mehr suchen. Die Lektüre gibt Anstoß zum Nachdenken. Und dann klappt man das Buch zu und wenn man will, kann man sich auf den Weg machen.

Dienstag, 21. März 2017

Ursula Poznanski: Blinde Vögel

Teil 2 der Beatrice-Kaspary-Reihe
Hier geht’s zum ersten Teil: Fünf

Wie ich mich die ganze Zeit fragte, wie DAS wohl aufgelöst wird






Handlung

In Beatrice Kasparys zweitem Fall gibt es auch direkt zwei Tote. Zwei Menschen, die absolut nichts miteinander gemeinsam haben, und trotzdem zusammen im Wald ihr Leben aushauchten. Es sieht aus wie Mord und Selbstmord. Beatrice lässt jedoch nicht locker und findet die Verbindung: Eine Facebook-Gruppe, die sich mit Lyrik beschäftigt. Als unter den Usern ein weiteres Opfer ist, glaubt die Ermittlerin nicht mehr an Zufall.

Meinung

Ich bin ein Poznanski-Fan. Zwar kann ich mit den Jugendbüchern von ihr noch mehr anfangen, ihre Thriller für Erwachsene mag ich jedoch auch sehr. Ich habe die Geschichte für meine derzeitigen Verhältnisse schnell durchgelesen und wollte die ganze Zeit wissen, wie es weiter geht. Der Schreibstil gefällt mir wahnsinnig gut. Trotzdem kam weniger Spannung auf als im ersten Teil.

Der Plot fordert Tote und die lassen nicht auf sich warten. Die Polizisten geraten in einen immer tieferen Strudel aus Morden und Facebook-Postings, ein Vorkommnis rätselhafter als das andere. Beatrice kämpft sich durch merkwürdige Online-Beiträge, durch die Skepsis ihrer Kollegen und ihr Privatleben mit Ex-Mann, Kindern und heimliche Verliebtheit. Es gibt kein Geknalle und weniger Action. Stattdessen versucht die Ermittlerin, analytisch an den Fall zu gehen. Deswegen würde ich das Buch eher Krimi als Thriller nennen. Obwohl die Handlung nicht rast, bauen die undurchsichtigen Geschehnisse Spannung auf: Wie hängt alles zusammen? Tut es das überhaupt? Der erste Teil der Reihe war jedoch noch aufregender. Es gibt ja aber bisher noch zwei weitere, die das wieder auffangen können.

Die Hauptfigur ist weiblich und trägt einige typisch feminine Attribute. Sie ist relativ unsicher und sich ihrer Selbst weniger bewusst. Beatrice kann aber auch aus sich herauskommen, scharfe Worte an ihren Ex-Mann richten und ihre Kollegen überzeugen, dass an ihren Theorien etwas dran ist. Der Leser bekommt häufig Einblicke in ihre Gedankenwelt und kann ihre Motive und Gefühle erkennen. Diese sind nicht immer nur positiv und das macht die Figur sympathisch. Der Hauptfigur liegt sehr, sehr viel an der Lösung ihrer Fälle und verbringt auch ihre Freizeit mit Ermittlungen. Sie hat sonst nicht viel in ihrem Leben und das erscheint mir befremdlich, wenn auch nachvollziehbar und sogar wahrscheinlich.

Das Thema Facebook ist sehr interessant. Beatrice‘ Nachforschungen im Social Web geben dem Roman eine moderne, frische Komponente. Poznanski schreibt anscheinend gerne über aktuelle technische Themen oder gegenwärtige Entwicklungen, das gefällt mir sehr gut. Besonders die abgesetzten Posts und Kommentare, die im Buch abgedruckt sind, lassen die Geschichte realistisch wirken.

Insgesamt hatte ich nach dem ersten Teil einen etwas gruseligeren oder actionreicheren Plot erwartet. Trotzdem hielten mich die mysteriösen Zwischenfälle am Buch und ich wollte wissen, was es mit den Toten auf sich hat. Auch die Ausflüge in Beatrice‘ Privatleben haben mich nicht gestört, im Gegenteil. Durch die vielen aufgeworfenen Fragen, die sympathischen Figuren und den guten Schreibstil der Autorin lässt sich dieser Krimi wunderbar und schnell lesen.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!