Sonntag, 4. Juni 2017

Ursula Poznanski: Schatten

Teil vier der Beatrice-Kaspary-Reihe, enthält Spoiler zu den ersten Teilen

Zum ersten Teil: Fünf
Zum zweiten Teil: Blinde Vögel
Zum dritten Teil: Stimmen





Wie ich die Figuren noch besser kennen lernte

Handlung

Der vierte Fall für Beatrice Kaspary und ihren Kollegen Florin Wenninger bringt die Vergangenheit zu ihnen. Dass Beatrice überhaupt Polizistin geworden ist, verdankt sie einem schrecklichen Erlebnis aus ihrer Studienzeit. Und der Serienmörder, der diesmal in Salzburg seine Umwege treibt, weiß das ganz genau. Zwischen den Opfern besteht keinerlei Verbindung. Außer der Tatsache, dass Beatrice sie alle kannte – und nicht leiden konnte. Welches Spiel spielt der Mörder?

Meinung

Der neue Thriller aus Poznanskis Feder beschäftigt sich noch intensiver mit der Hauptfigur als die davor. Beatrice wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, der Fall kreist um negative Erinnerungen aus ihrem eigenen Leben. Der Leser bekommt einen tieferen Einblick in Beatrice und auch in Florin, aus dessen Sicht das Buch diesmal teilweise spielt. Ein wie immer guter Thriller von einer meiner Lieblingsautorinnen.

Die Handlung ähnelt vom Spannungsbogen her den Vorgängern: Der Fokus liegt auf den Ermittlungen und den Gedanken, die sich die Polizisten machen. In diesem Fall werden diese Ermittlungen sehr intensiv und Bea und Florin finden sich mitten drin wieder. Die Geschwindigkeit vom dritten Teil erreicht dieser meiner Meinung nach jedoch nicht ganz. Es ist spannend, aber nicht so sehr wie die letzten einhundert Seiten von Stimmen. Trotzdem hat mich auch diese Geschichte in Bann gehalten. Auch Beatrice‘ Privatleben spielt wieder eine große Rolle, ihr Ex-Mann Achim macht ihr den Alltag mit den gemeinsamen Kindern schwer.

Die Figuren lernt der Leser nun in Extremsituationen kennen. Beatrice ist ganz die alte, sie ist emotional und ein Bauchmensch, im Angesicht der Gefahr berechnend und mutig. Der Einblick, den wir zum ersten Mal in Florin bekommen, vervollständigt seinen Charakter. Bisher war er der charismatische Alleskönner, der jede Lage im Griff hat. Nun sehen wir in ihn hinein und lernen seine Schwächen kennen, seine Ängste und seine Gefühle. Beide Ermittler rücken zusammen als plastische Figuren in den Mittelpunkt der Geschichte. Dadurch tritt der Fall etwas in den Hintergrund.

Wer die ersten drei Bände gelesen hat, sollte sich den vierten Teil keinesfalls entgehen lassen. Zwar steigt die Spannung nicht so sehr wie zuvor, aber allein die tieferen Einblicke in die Figuren und ihre Verwicklung in die Geschehnisse belohnen das Umblättern. Und Spannung kommt trotzdem auf, wie immer war ich schnell durch und habe mit Bea und Florin mitgefiebert.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!


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