Sonntag, 20. November 2016

Amy Ewing: Das Juwel – Die Weiße Rose

Amy Ewing: Das Juwel – Die Weiße Rose. S. Fischer. Frankfurt am Main. 2016.

Zweiter Teil der Juwel-Reihe. Enthält Spoiler zum ersten Teil Die Gabe.






Wie ein Buch unerwartete Wendungen nahm

Handlung

Mit der Hilfe von Garnet fliehen Violet, Ash und Raven aus dem Palast. Doch ihr Weg führt sie direkt unter den Nasen der Soldaten her. Sie müssen sich verstecken und in die Farm gelangen, wo Lucien auf sie wartet. Die Herzogin hat aber keinerlei Absicht, es ihnen leicht zu machen. Violet lernt die Einzige Stadt aus einer ganz anderen Perspektive kennen und erfährt, was es mit den Auspizien tatsächlich auf sich hat. Denn Violet besitzt eine Macht, die sie dem Adel entgegen setzen kann.

Meinung

Dem ersten Teil habe ich ja 3,5 Seifenblasen gegeben und der zweite hat mir leider weniger gefallen. Die Entwicklung der Geschichte hat mich insofern enttäuscht, dass das Buch ein Lückenfüller zwischen schockierendem Auftakt und heroischem Finale ist. Außerdem wirkten die Dialoge sehr gestellt. Die Autorin lässt die Figuren Dinge sagen, die sie besser hätte zeigen oder beschreiben können. Zum Beispiel sagt Ashs Freund zu ihm, er solle sich nicht immer zerreißen, weil er für alle den Helden spielen will. So habe ich Ash, leider, gar nicht gesehen und hätte mir gewünscht, dass das durch seine Handlungen deutlicher wird.

Trotzdem habe ich das Buch sehr schnell durchgelesen, weil es ununterbrochen spannend ist. Obwohl mich ein paar Dinge störten, wollte ich unbedingt wissen, ob Violet und ihre Begleiter es schaffen. Das passiert mir in letzter Zeit öfter. Ich mäkele an der Handlung und dem Figurenentwurf herum, weil ich aber ein emotionaler Mensch bin und mich freue, wenn die Charaktere zum Ziel kommen, lese ich die Geschichte gespannt durch. Außerdem ist es eine Dystopie, meine Schwäche für das Genre ist einfach zu groß :-D

Die Handlung hat mir persönlich nichts gegeben. Die Freunde fliehen und lernen die Stadt besser kennen, doch die Eindrücke sind flüchtig und die Begegnungen kurz. Laufen und Verstecken reihen sich aneinander. Zum letzten Part hin legt sich das ein wenig, doch die neuen Entwicklungen stehen meiner Meinung nach in einem krassen Gegensatz zum vorherigen Geschehen. Dennoch hält die Autorin die Spannung durch das Buch hinweg hoch. Die ständige Gefahr und die Entdeckungen, die den Freunden begegnen, ließen mich Seite um Seite umblättern. Außerdem wollte ich natürlich wissen, wie es mit Violet und Ash weiter geht. Trotzdem passiert mir zu wenig, das mich geflasht hätte, das mich staunen oder ausflippen ließ.

Von den Figuren gefällt mir Raven am besten. Sie ist stark, obwohl ihr Furchtbares angetan wurde. Violet zeigt ebenfalls Mut und durch die Ich-Perspektive kann der Leser ihre Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Zu Anfang wird sie davon angetrieben, sich und ihre Freunde in Sicherheit zu bringen. Im weiteren Verlauf erkennt sie ein zwei Dinge, die Auswirkungen auf die Geschichte haben, und bereitet sich auf das Finale vor, das ich im dritten Teil erwarte. Ansonsten kann ich zu den Figuren nicht viel sagen. Keine von ihnen gefällt mir gut oder schlecht.

Das Thema wird … sagen wir etwas spirituell. Das klingt jetzt extremer, als es der Fall ist, aber ich musste das trotzdem erst einmal akzeptieren. Der zweite Teil kommt mir, wie bereits geschrieben, wie der notwendige Mittelteil einer Geschichte vor. Zum Auftakt lernten wir Violets Welt kennen und fürchten, in diesem Buch warten wir lediglich darauf, dass irgendetwas passiert. Gut, es gibt neue Dinge und Ziele, die wir vorher nicht kannten. Aber irgendwie habe ich mehr Action erwartet.

Aber macht euch ruhig selber ein Bild, denn wie gesagt habe ich das Buch so runter gelesen und es hat auch Spaß gemacht. Der Stil ist gut lesbar und die Geschichte spannend. Die Flucht der Freunde und die neuen Ereignisse sind absolut nicht langweilig. Außerdem freue ich mich schon auf den dritten Teil, denn man kann erahnen, dass es ein fulminantes Finale geben wird.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!

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