Freitag, 30. Dezember 2016

Vorsätze, Nachsätze – für mich und für Bücher

Dezember-Special oder das Wort des Monats

Dies ist ein Vorsatz.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, wir werden alle etwas sentimental. Bauchgefühle kann man voller gutem Weihnachtsessen noch besser erahnen. Die rosarote Rückblicks-Brille lässt sich über Braten und Schokolade besonders gut erfühlen, auf Keksen und Soßen stapeln sich die Ideen für das nächste Jahr.

Vorsatz, das ist ein maskulines Substantiv, zwei Silben, laut Duden sogar auch möglich als Neutrum: das Vorsatz. Aha. Jedenfalls handelt es sich um eine Intention, um ein Ziel, das es für eine einzelne Person oder Personengruppe zu erreichen gilt. Ein Entschluss, der nach einiger Zeit zum Bestreben wird, das Streben wird weniger. Man kennt das ja. Meine persönlichen Vorsätze für 2016 habe ich im Privatleben halbwegs erreicht, im Blogleben … Ich wollte mehr Krimis lesen und mehr Dystopien. Dass das mit den Dystopien geklappt hat, ist keine große Überraschung, genauso wenig wie dass die Krimis dafür hintenan stehen mussten.

Amy Ewing: Das Juwel
Vorsätze kann man sich nehmen, man kann sie nicht geben. Dabei wäre es schön, wenn mir jemand etwas geben könnte, das mich durchhalten lässt. Allerdings rauche ich nicht, ich mache Sport, ich rufe meine Oma an und mit dem gelegentlichen Alkoholgenuss ist alles in Ordnung. Also werden sich meine Vorsätze wieder auf Bücher fokussieren: Was ich in 2017 lesen will: Make Room, Make Room!, Six of Crows (ziemlich zu Anfang), Geheimer Ort, Sturmhöhe, Delirium, All the Bright Places, Göttlich 3, Stimmen und Blinde Vögel, die drei letzten Bände der Tiffany Ache Reihe und wahrscheinlich noch so einiges mehr. Ah, Crossed und Reached, Glass Sword und Narnia noch. Und so viele mehr …

Bücher, die haben auch Vorsätze. Aus Papier. Vorsatzpapier. Es handelt sich dabei um das Papier, das sowohl im Buchdeckel klebt als auch am Buchblock befestigt ist. Das Vorsatzpapier dient der Stabilisierung des Buches und verbindet die gehefteten Seiten mit dem Einband. Das Papier an der letzten Seite und im hinteren Einband heißt natürlich Nachsatzpapier. Diese Teile des Buches sind meist hochwertig, da sie das ganze Werk stabilisieren. Viele Bücher haben besonders schöne oder zum Inhalt passende Vorsatzpapiere, wie eine Karte des Landes, in dem die Geschichte spielt, oder die Bücher, um die es in Kai Meyers Seiten der Welt geht.

Kai Meyer: Die Seiten der Welt
Vorsätze sind hochwertig. Sie schützen das, was dann kommt. Mit Vorsätzen wollen wir uns schützen, unser Leben verbessern, gesünder oder glücklicher leben, erfolgreicher sein und mehr schaffen. Weil das Leben eben vergänglich ist. Weil die Zeit voranschreitet. Weil die Chancen verstreichen.

Es heißt natürlich auch VORsatz, weil man sich einen solchen vorher überlegt. Einen Nachsatz in diesem Sinne gibt es nicht. Man kann aus dem letzten Jahr lernen, aber will man etwas verändern, nimmt man es sich VOR. Das System ist in die Zukunft gerichtet. Und weil es die Gegenwart nicht erreicht, frage ich mich, ob wir sie überhaupt umsetzen können, diese Vorsätze. Ich will mir das aber VORnehmen. Das mit den Büchern, die ich in 2017 lesen möchte.



Ah, heute Morgen habe ich dann doch unwillkürlich einen Vorsatz gefasst: Die Socken zusammenlegen und nicht einzeln in die Schublade werfen. Das erspart frühmorgens Zeit, vor allem, wenn man dringend aufs Klo muss.

Dies ist ein Nachsatz.

Ich hoffe, ihr hattet ein schönes Jahr 2016 und dass 2017 für uns alle ein wunderbares (Lese-)Jahr wird!

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