Samstag, 23. April 2016

Literarisches Dreierlei aus Britannien, Spanien und der Welt der Aktionstage

Man nehme den 23. April 2016 und erhalte ohne große Umschweife: den Welttag des Buches sowie Shakespeares und Cervantes 400. Todestag.

Auf das Lesen!

Man kann das Lesen natürlich jeden Tag feiern. Zelebrieren, quasi. Aber einen Tag nur für das Buch, das ist auch eine feine Sache :-) Die UNESCO hat 1995 den Welttag des Buches festgelegt auf den 23. April, den Tag des Sankt Georg. An diesem Tag schenken sich die Katalanen traditionell schon seit langer Zeit Bücher und Rosen. Seit 1996 feiert man den Tag auch in Deutschland.

Wie verbringt man den Tag am besten? Die Tradition weiterführen und Bücher verschenken!
Oder lesen. Gemütlich unter einer Decke, mit einem Getränk dabei oder vor lauter Spannung die Fingernägel zwischen den Zähnen.
Oder jemandem vorlesen. Kindern, Älteren, dem Schatz, jemandem, der noch zu seinem Glück gezwungen werden muss.
Oder das Bücherregal neu sortieren. Nach Farben oder Genre oder Größe oder Zuneigung. Putzen wäre auch mal wieder nötig.





Da es von mir schon was an Ostern gab und dieser Blog im Juli schon ein Jahr alt wird (Geschenke!), gibt es heute kein Buch von mir. Die Idee finde ich allerdings gerade verlockend und merke sie mir für nächstes Jahr vor :-D Ich lese stattdessen weiter in meinem Current Read Alice in Wonderland.



Eine schöne Aktion gibt es aber schon so lange, wie der Welttag des Buches in Deutschland gefeiert wird: Ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Lesen, des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und des cbj Verlags verschenkt in Kooperation mit Buchhandlungen und Bibliotheken Bücher an Viert- und Fünftklässler: „Ich schenk dir eine Geschichte“. Wunderbare Leseförderung!









Shall I compare thee to a … no.

Die Liste der Shakespeare-Zitate ist furchtbar lang. Auf meiner Suche nach passenden Worten von ihm begegneten mir so viele Zeilen, dass ich mich weder entscheiden noch alle in der kurzen Zeit durcharbeiten konnte. Seine Werke stecken voller Weisheit und haben ihre Bedeutung bis heute nicht verloren.

This above all; to thine own self be true.*

Ich mag Shakespeare.

McBeth war das erste, was ich vom William gelesen habe. Damals, im Englisch-LK, hatte ich noch so meine Schwierigkeiten mit der Sprache. Aber ich mochte schon in der zwölften Klasse, wie der Autor es schafft, die tiefsten Gedanken und Gefühle der Menschen durch ihre Handlungen und Worte hervorzubringen.
Im Globe Theatre in London bei As you like it habe ich mich kaputt gelacht. Höchstens die Hälfte habe ich verstanden, aber das machte nichts. Außerdem konnte man sich den Hauptdarsteller ganz gut anschauen ;-)



In der Uni besuchte ich einen Kurs zum Frauenbild in Shakespeare. Dazu haben wir Othello, Anthony and Cleopatra und Titus Andronicus gelesen. Ich weiß nicht mehr genau, was dabei rum kam. Wahrscheinlich nichts Emanzipiertes. Aber trotzdem wurden, soweit ich mich da erinnern kann, die Frauen nicht antriebslos dargestellt.

Spannend, durchdacht, stilsicher, so habe ich Shakespeare immer empfunden. Zielgenau in die Untiefen der menschlichen Seele. Mag übertrieben klingen, aber, ich meine, es ist immerhin Shakespeare! Ob es ihn nun gab oder nicht, ob er eine Person war oder mehrere, mit wem er was auch immer tat, ist Shakespeare so was wie eine Garantie. Wo Shakespeare drauf steht, ist auch Shakespeare drin. Wo Shakespeare drauf steht, ist Liebe, Triebe, Heiterkeit drin. Da ist alles mit dabei. Nettes und nicht so Nettes. Wunderhübsch Aufgerüschtes und abstoßend Widerliches.

Max Morris: Quotable Shakespeare Summersdale Publishers
Seine Werke erreichten Menschen jeden Standes und prägten die englische sowie die Weltliteratur. Er füllte die literarische Lücke zwischen den Armen und den Reichen. Das Leben wurde von ihm auf die Bühne gebracht, dargestellt, vorgestellt, gespielt. To be or not to be, that is the question.

Lest also mal was von Shakespeare ;-)

If we shadows have offended,
Think but this, and all is mended,
That you have but slumber’d here
While these visions did appear.**







Es wäre schon, wenn ich zu Cervantes auch was zu sagen hätte. Leider habe ich weder Don Quijote noch etwas anderes von ihm gelesen, aber das Buch ist Teil meines (unendlich großen) Stapels ungelesener Bücher, die ich in diesem Leben noch lesen will. Hat hier schon jemand Don Quijote gelesen und kann es empfehlen?


Was macht ihr heute? Lest ihr? Verschenkt ihr?









Quellen

* http://www.brainyquote.com/quotes/authors/w/william_shakespeare_2.html

** Shakespeare: A Midsummer Night’s Dream / Ein Sommernachtstraum. Deutscher Taschenbuch Verlag  GmbH & Co. KG, München, 7. Auflage Juli 2004. Zweisprachige Ausgabe. Deutsch von Frank Günther. Seite 162.

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