Samstag, 13. Februar 2016

Vielseitig zwischen den Zeilen: Lesezeichen



Februar Special

Ich persönlich bin nicht in der Lage, mir über mehrere Tage hinweg immer wieder erneut zu merken, bis zu welcher Seite ich ein Buch schon gelesen habe. Ich versuche es jedes Mal, wenn ich ein neues Buch kaufe. Ich fange direkt an, es zu lesen, oft schon, bevor ich überhaupt die Kasse erreiche. Möchte ich nicht vor einen Bus laufen, muss ich mir dann zwangsläufig die Seite merken, auf der ich gestrandet bin. Zu Hause habe ich sie vergessen und steige auf das altbewährte Lesezeichen um. Aber auf welches?

Laut Wikipedia* gibt es Lesezeichen seit dem frühen 14. Jahrhundert. Sie wurden von Mönchen benutzt, um sich in ihren Folianten zurechtzufinden. Die Formen waren unterschiedlich, Leserädchen, -bändchen und Stecklesezeichen waren an der Tagesordnung. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten verschiedene Branchen Lesezeichen als günstige Art der Eigenwerbung und sie wurden in Massen produziert.*

Heutzutage benutzen wir hauptsächlich die Einlegelesezeichen, die einfach in das Buch hineingelegt werden, oder Arten von Stecklesezeichen, die auf die Seite oder deren Ecke gesteckt werden. Ich habe zum Beispiel ein Magnetlesezeichen, das man von beiden Seiten anheftet. Wunderbar viele Möglichkeiten gibt es, um sich seine Stelle im Abenteuer zu markieren.

Gekaufte und schön gestaltete

In jeder Buchhandlung liegen sie an der Kasse, auch in vielen anderen Läden kommt man nicht an ihnen vorbei. Schön gestaltete Lesezeichen mit weisen Sprüchen, zu bestimmten Büchern oder mit passenden Lesemotiven. Katzen mit Brillen, aufgeschlagene Bücher oder eine Tasse Heißgetränk – eine super Symbiose, keine Frage. Doch das einfache, bunte Stück Papier reicht manchmal nicht aus, es gibt Magnetmarker, eingearbeitete Bänder, um das Buch zusammenzuhalten, oder kreative Ideen, bei denen ein blutiges Messer im Krimi steckt.

Ich finde vieles davon wirklich hübsch und lustig. Innovative Lesezeichen peppen das Leseerlebnis auf, man sieht sie sich gerne an und kann geistesabwesend an ihnen herumfummeln, wenn eine Passage besonders spannend ist. Leider sind sie doch oft teuer. Ich hätte wahrscheinlich einige mehr, wenn ich es einsehen würde, vier Euro für eines auszugeben. Ich muss ja auch an meine zukünftigen Bücher denken ;-)

Selbstgebastelt

Neben Lesen und Schreiben bin ich gerne anderweitig kreativ, zum Beispiel gestalterisch. Auf die Idee, selbst Lesezeichen für mich zu gestalten, bin ich erst durch die tollen Instagram-Accounts gekommen, denen ich folge. Früher habe ich für Freunde welche als persönliches Geschenk gemacht. Es ist wirklich toll, seine Kreativität an etwas auszulassen, das mit Büchern zu tun hat und dann sogar Teil des Leseprozesses werden kann. Wenn man lächelnd seine eigenen Ideen anschaut und sie dann neben sich legt oder zwischen Buch und Knie steckt, bis sie wieder den Platz in der Geschichte einnehmen. Aber ich muss zugeben, eigentlich ordne ich mich mehr in die nächste Kategorie ein.

Zweckentfremdet

In eine neue Welt einzutauchen ist aufregend und bei Beginn denke ich nicht daran, dass ich meine Reise wahrscheinlich für eine Pause unterbrechen muss. Ich liege, sitze oder stehe wohlmöglich irgendwo, muss das Buch zuklappen und weiß ja schon, dass die Sache mit der Zahlenmerkerei nicht immer funktioniert. Also wandert das nächstbeste, papierdünne Material in die Lektüre. Oftmals sind das irgendwelche Kassenbons, Briefumschläge, Postkarten oder auch mal ein Stück Klopapier. Und wenn ein solches Stück nicht vorhanden ist, lege ich das Handy rein und suche eines. Und irgendwie sind diese zweckentfremdeten Lesezeichen etwas Schönes. Ich erinnere mich an den Kauf vom Kassenbon, die Urlaubsgrüße eines Freundes oder an ein anderes Erlebnis. 

Zweck

Was auch immer ein Leser bevorzugt, ein Lesezeichen dient einem wichtigen Zweck. Wir möchten schnell die Stelle wiederfinden, an der wir unser Abenteuer unterbrochen haben. Bereits Gelesenes zu wiederholen widerspricht dem Bedürfnis, sich weiterzukämpfen. Zu weit hinten zu lesen könnte einem das Leseerlebnis verderben.

Das Lesezeichen ist der treue Begleiter, der mit uns neue Welten entdeckt. Er steht und liegt uns zur Seite, wenn wir das Buch niederlegen und lächeln, weinen, uns aufregen, nachdenken oder aufs Klo müssen. Sie halten solange die Stellung und warten auf uns, bis wir die Lektüre wieder aufnehmen. Wir halten sie in der Hand, schauen sie uns kurz an. Sie sind schön, passend, Erinnerungen. Und dann wird weitergelesen.


Was sind eure Lieblings-Lesezeichen?


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Quelle
* Wikipedia, 13.02.2016, 11:12, https://de.wikipedia.org/wiki/Lesezeichen_%28Buch%29  

 

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