29. September 2018

Drei Lesetipps im September

Vor einiger Zeit war ich bei einer sehr lieben Freundin, die meine Büchervernarrtheit teilt. Ich habe sie im Literaturstudium kennengelernt, da ist das eher weniger eine Überraschung.
Sie hat mir zweimal drei Bücher empfohlen. Die ersten drei stelle ich euch heute vor:



Paulo Coelho: Der Alchimist
Der junge Andalusier Santiago hat einen Traum von einem Schatz in Ägypten. Auf Rat einer Traumdeuterin macht er sich auf einen langen Weg zu den Pyramiden. Er lernt, dass man seine Träume verwirklicken und nicht im Alltag versinken soll. Auf der Reise lernt er viele verschiedene Menschen kennen, die ihren eigenen Träumen folgen oder sie aufgegeben haben. Gleichzeitig ist seine Schatzsuche nicht gerade einfach und viele Hindernisse sind zu überwinden.

Mitch Albom: Dienstags bei Morrie
(Dieses Buch hat eine andere Freundin hier auch schon einmal empfohlen ;-))
 Der Sportjournalist Mitch Albom erfährt, dass sein alter Soziologieprofessor und Freund Morrie Schwartz nicht mehr lange zu leben hat. Deswegen fährt er jeden Dienstag hin und unterhält sich mit dem alten Mann. Er lernt von ihm jede Woche auf's Neue, wie man ein glückliches Leben führt.

Fabio Volo: Einfach losfahren
Michele lebt ein fröhliches Leben mit Freunden und Frauen. Er mag seine Arbeit und ist glücklich. Deswegen kann er nicht verstehen, warum sein Freund Federico beschließt, denn Alltag zu verlassen und einfach loszufahren in die Welt. Michele widmet sich lieber seiner neuen Eroberung, Francesca. Doch eine Nachricht von Federico öffnet ihm die Augen. Michele tut es ihm gleich und fährt einfach los, auf der Suche nach Erkenntnis.


Das sind die Lesetipps im September und der Monat ist ja auch schon fast um. Vielleicht ist ja ein Buch für euch dabei, das ihr diesen Monat noch eurem Regal hinzufügen möchtet :-)

26. September 2018

10 Buchnerd-Probleme

September-Special

Als Booknerd hat man es nicht leicht. Zwar gibt es viele andere Buchliebhaber, mit denen man sich austauschen kann. Dennoch ist man im Leben mit einigen Problemen konfrontiert, die andere Leute einfach nicht verstehen. Wer kennt diese Booknerd-Problems nicht?

10 Buchnerd-Probleme


1. Reiseübelkeit in öffentlichen Verkehrsmitteln


Mit diesem Problem hat nicht jeder Leser zu kämpfen. Ich gehöre aber zu denen, die im Zug lieber vorwärts sitzen und im Bus nach draußen schauen MÜSSEN, damit mir nicht schwummrig wird. Im Bus ein Buch lesen? Auf gar keinen Fall. Im Zug schmökern? Nur vorwärts, aber niemals im Sprinter zwischen Köln und Frankfurt. Wir Booknerds mit Übelkeitsfaktor verlieren soviel wertvolle Lesezeit! Wie gut, dass ich jetzt zu Fuß zur Arbeit gehe. Da stolpert man vielleicht über Steine, wenn man die Nase in einem Buch stecken hat. Schlecht wird mir aber nicht.

2. Das Wetter


Gutes Wetter vor allem. Und Leute, die dann mit einem nach draußen möchten. Etwas unternehmen. Ein Ausflug, bei dem man nicht lesen kann. Scheint die Sonne und man hat Freunde und Familie (auch ein Problem), bleiben die Bücher im Regal. Auf Wanderungen, beim Eisessen. Sie erwarten, dass man nicht weiterliest. So ein Glück, wenn es endlich wieder regnet! Tee kochen, Kerze an, Buch auf.

3. Man kann Bücher nur einmal zum ersten Mal lesen


Und das ist ein ernsthaftes Problem. Wie soll man noch einmal SO überwältigt sein von Hogwarts? Wie soll man noch einmal geschockt sein, dass Prim für die Hunger Games ausgewählt wird? Was für ein Traum, man könnte sich die Erinnerung rausnehmen lassen! Noch einmal entdecken, was es mit der Sternenschildkröte aus sich hat. Sich noch einmal freuen, wenn man zum ersten Mal versteht, wer da in Großbuchstaben spricht.

4. „Es ist nur eine Geschichte“


Wie bitte? Dieses Unverständnis für die Liebe zu Charakteren und dass man den gerade verstorbenen Figuren am liebsten ein Begräbnis zuteil werden lassen möchte. Und diese Leute, die nicht verstehen, dass sich die Moral der Geschichte eins zu eins auf deren Leben übertragen ließe! Was machen wir nur mit den Leuten, die die Namen der Hauptcharaktere vergessen? Und meinen, sie kennen Harry Potter, wenn sie die Häuser aufzählen können?

5. Immer diese Schokolade zwischen den Seiten


Weil die Bücher immer von alleine zuklappen. Man will ja nicht den Rücken brechen. Es ist so schwierig, mit einer Hand zu lesen! Dabei ist das unvermeidlich, wenn ein Buchnerd mal essen möchte. Die Geschichte dafür aus der Hand legen? Wovon träumt ihr denn?

6. Fehler in Film-Adaptionen


In Filmen, die dann auch niemand mehr mit einem schaut. Weil wir konstant erklären, dass das im Buch aber anders lief. Dass man diese Szene jar gar nicht ohne das Hintergrundwissen verstehen kann. Warum es anders besser gewesen wäre. Warum Änderungen gar keinen Sinn ergeben. Und dass die Figur im Buch aber ganz anders beschrieben wurde. Wieso haben sie das Buch überhaupt verfilmt, wenn sie es so schlecht machen? Und ja, wir werden den Film trotzdem schauen, wenn er im Free-TV läuft. Aber er ist nicht gut! Um das nochmal festzuhalten!

7. Book-Hangovers


Und Menschen, die sie nicht verstehen. Was wir nicht verstehen. Kennt ihr das auch? Ihr habt gerade eine epische Trilogie beendet. Ihr starrt in die Leere. Endlich nehmt ihr euch ein Herz und klappt das Buch zu. Ihr bewundert es von außen. Völlig mitgenommen. Mit dem Kopf noch in der Welt. Und dann will irgendwer wissen, was ihr morgen essen wollt. Oder sonst einen völlig nichtsbedeutenden Unsinn. :-D

8. Reale Menschen benehmen sich komisch


Vor allem Dates. Heutzutage umwirbt einen ja gar niemand mehr ordentlich. Mit keuschen Spaziergängen durch wilde Wiesen. Beim Vater um die Hand anhalten. Liebesbriefe schreiben, in denen man jemanden Siezt. Wo ist denn nur die Tugend hin?

9. Unterbrechungen


Denn Menschen meinen, sie könnten einen ansprechen, wenn man liest. Selbst wenn man dann nicht aufschaut, reden sie weiter. Über unwichtige Dinge. Sie scheinen zu meinen, man könne gleichzeitig lesen und sich unterhalten. Dem ist nicht so. Oder registrieren sie gar nicht, dass man liest? Vielleicht halten wir das Buch ja auch nur zu Dekozwecken in den Händen. Liebe Mitmenschen, liebe Nicht-Buch-Nerds! Wenn jemand anderer seine Nase in einem Buch stecken hat, dann lasst ihn lesen.

10. Positionen


Denn wirklich JEDE Lese-Position wird irgendwann unbequem. Und in jeder Position tut einem nach einiger Zeit ALLES weh. Ich hätte da eine Idee für einen Job: Buchfesthalter und Seitenumblätterer. Aber nicht wackeln :-)


Welches sind eure größten Buchnerd-Probleme? Wie geht ihr damit um? Und wieviel Verständnis bekommt ihr von den Muggeln?


1. September 2018

Back to Hogwarts Checkliste

Heute ist es wieder soweit und der Hogwarts Express fährt von Gleis 9 ¾ Richtung Norden. Wie jedes Jahr ein sehr emotionaler Moment! Dampf quillt aus der Lok, Eulen kreischen, Katzen entwischen. Eltern zuppeln an der Kleidung ihrer Töchter und Söhne. Die Kleinen sind aufgeregt und die Großen sitzen bereits in den Waggons und erzählen sich vom Sommer. Endlich werden die Zauberstäbe ausgepackt und die Magie beginnt!

Habt ihr an alles gedacht?
  • Haustier. Wer eine Kröte dabei hat, versteckt sie besser schnell in der Umhangtasche. Katzen bitte alle einmal festhalten! Und die Eulen stecken genervt ihre Köpfe unter die Flügel. So viel Trubel!
  • Zauberstab. Einhornschwanzhaar, Drachenherzfaser, Phönixfeder. Wenn ihr bei Ollivander gekauft habt – und das habt ihr vermutlich. Packt die Stäbe aus und übt schon mal ein wenig! Accio, Kesselkuchen!
  • Bücher. Die Geschichte von Hogwarts, das Buch der magischen Tierwesen, Zaubertränke für Fortgeschrittene. Oder welche Fächer habt ihr gewählt? Braucht ihr endlos lange Runentabellen? Und gleichzeitig eine Deutungsübersicht für Teeblätter? Ihr wisst, was das bedeutet: Zeitumkehrer dabei?
  • Umhang. Schwarz, bitte nicht zu kurz. Und einen Schal in euren Hausfarben. Dieses Jahr übrigens auch den Festumhang! Um Weihnachten herum wird getanzt!
  • Kessel. Gefüllt mit klebrigen Süßigkeiten und genügend Socken. Irgendwo tief unten ist die Karte des Rumtreibers versteckt. Aber vor dem ersten Zaubertrankunterricht rausnehmen!
  • Fotos von Muggelfreunden. Die sich nicht bewegen. Merkwürdige Sache.
  • Geschichten aus den Sommerferien. Von haarsträubenden Kämpfen mit Trollen, von schwebenden Tanten, von fliegenden Motorrädern, von geheimnisvollen Nachbarn. Wer die magischste Geschichte erzählt, bekommt einen Lakritzzauberstab!
Dann kann die Reise ja losgehen. Verabschiedet eure Eltern und Geschwister und dann alle einsteigen! Sucht euch mit euren Freunden ein leeres Abteil und steckt die Köpfe zusammen. Euch erwarten spannende Abenteuer, magischer Unterricht, verborgene Räume, mysteriöse Wesen und ein wundervoller Zauber, um euch endlich wieder zu Hause zu begrüßen. Back to Hogwarts!

21. August 2018

Marissa Meyer: Heartless


Feiwel and Friends, New York, Copyright 2016 by Rampion Books







Wie ich mich in Wunderland wiederfand, und dort bleiben wollte. Weil ich dort war, von mir gefunden.

Ich liebe Alice im Wunderland. Weil es so merkwürdig ist, voller Gedanken- und Wortspiele, und weil es zauberhaft ist. Deswegen musste ich Heartless lesen, hatte aber auch aus demselben Grund Angst, enttäuscht zu werden. Was Quatsch ist, denn es ist Marissa Meyer, die Autorin der Lunar Chronicles. Und wie wir wissen, bin ich total vernarrt in diese Bücher.
Ein Marissa-Meyer-Buch ist noch kein Fehler gewesen, auch Heartless nicht. Im Gegenteil.

Handlung

Catherine Pinkerton liebt es zu backen. Ihre Eltern liebt sie nicht ganz so sehr und den König schon gar nicht. Leider verhält es sich andersherum genau umgekehrt und der König von Hearts, wo die Geschichte spielt, macht Cath den Hof. Die kann allerdings nur an ihre Bäckerei denken, die sie eröffnen möchte. Und an diesen mysteriösen Hofnarren, der plötzlich auftaucht und alle Bewohner des Landes verzaubert.

„I’m not sure I want to go to a mad tea party.“

Jest winked at her. „Trust me, my lady. You do.“
(Seite 151)

Meinung

Die Geschichte spielt in Hearts, das dem Wunderland von Lewis Carroll sehr ähnlich ist. Krocket wird mit Flamingo und Igel gespielt, die Nachbarn sind Schweine, deren Köche zu viel Pfeffer ins Essen streuen, und der König ist ein kleiner, alberner Mann. Die rauchende Raupe gibt Ratschläge, Meerschweinchen urteilen im Gericht und bestimmte Kuchen veranstalten mit dem eigenen Körper merkwürdige Dinge. Es ist alles da – und mehr: Die Pflanzen aus Caths Träumen wachsen in ihrem Zimmer und Hüte enthalten viel mehr als weiße Kaninchen.

Die Hauptfigur Catherine ist gut gelungen. Sie ist sympathisch, aber nicht zu sehr. Sie denkt Gedanken und trifft Entscheidungen, die dem Leser manchmal nicht gefallen. Untypisch für eine Heldin stürzt sie sich nicht jederzeit selbstlos, mutig oder närrisch ins Abenteuer. Sie tut vieles für ihre Lieben, aber sie kann auch selbstsüchtig sein. Die anderen Figuren sind weniger vielschichtig, bis auf wenige Ausnahmen. Sie verbleiben aber in den Rollen, die Carroll ihnen zugedacht hat. Die meiner Meinung nach spannendste Figur in allen Alice-Geschichten ist der Hutmacher. Auch hier ist das der Fall. Marissa Meyer gibt ihm sogar noch mehr „Mehrsein“. 

Der Plot plätschert zunächst liebevoll durch Hearts, oder Wunderland, und ich habe mich sehr über die Ähnlichkeiten gefreut. Es geht am Anfang um die persönlichen Probleme der Figuren, bis sich dann die Action entwickelt. Zu keinem Zeitpunkt habe ich mich gelangweilt. Neben Caths Problem, dass sie dem König aus dem Weg geht und am besten auch diesem anziehenden Joker, treibt ein Ungetüm sein Unwesen. Seit Jahrhunderten bekommen die Bewohner von Hearts wieder einen riesigen Jabberwock zu Gesicht. Und der ist hungrig. Gegen Ende ging mir dann aber alles zu schnell und ich hätte mir mehr Zeit gewünscht für bestimmte Szenen und Gefühle, wie es zu Anfang die Kuchen und Torten bekommen.

Das Thema ist das Herz. Wofür schlägt es? Für wen ist es wertvoll? An wen verschenkt man es? Wer stiehlt es? Es geht dabei nicht nur um zwischenmenschliche Liebe, sondern auch um Träume und Liebe für sich selbst. Um Mut und Selbstlosigkeit, um Hass und Rache. Denn ein Herz kann ganze Königreiche retten oder ins Verderben stürzen.

Alles in allem ist die Hommage an Carrolls Alice in Wonderland hervorragend gelungen. Heartless ist ein wundervolles Buch und Meyer konnte den Zauber ohne Abstriche einfangen. Catherine Pinkerton ist eine spannende Hauptfigur voller Überraschungen. Die Konflikte erreichen nicht ganz den allumfassenden Weltkonflikt aus den Lunar Chronicles, sondern befassen sich mit einem persönlichen Schicksal. Bis auf den polternden Plot zu Ende aber hat mich nichts gestört. 

22. Juli 2018

3 Jahre Jessys Momente, 23 Jahre lesen


Es war ruhig hier die letzten zwei Monate. Auch auf Instagram war ich weniger aktiv. Ich erzähle euch, warum:

Anfang Mai habe ich einen neuen Job angefangen. Dieses Mal bin ich wieder in die Heimat gezogen und ich fühle mich unglaublich wohl. Ein wenig Bedenken hatte ich schon, wo ich zuvor in Frankfurt am Main und in Köln gewohnt habe. Aber es ist schon schön, wieder zu Hause zu sein :-)

Ein neuer Job schlaucht zu Anfang immer erst und auch in der Freizeit denkt man darüber nach. Ich lerne sehr viel über Online-Redaktion, Keywords, Texten, Analyse-Software, Satzlänge und so weiter. Die Arbeit gefällt mir und die Kollegen sind sehr nett. Das ist ja die halbe Miete, wie ihr wisst.

Außerdem bin ich umgezogen und habe zum ersten Mal eine Wohnung für mich allein in Unna. Das ist wunderbar, ich fühle mich richtig zu Hause. Und zum allerersten Mal seit neun Jahren habe ich alle meine Bücher wieder an einem Ort. Das mag Nicht-Bücherwürmern unwichtig vorkommen. Ihr habt keine Ahnung ;-)

Und zu guter Letzt bin ich neulich 30 geworden. Tatsächlich bedeutet mir die Zahl gar nichts, ich habe nicht das Gefühl, ich müsste noch was machen. Oder ich sei alt und habe alles Mögliche verpasst. Vielleicht liegt das daran, dass gerade so viel anderes vor sich geht. Trotzdem musste ich eine kleine Sause schmeißen und das hat auch viel Zeit und Kapazität eingenommen.

Bei mir war also viel los. Zum Lesen bin ich da auch weniger gekommen. Dennoch:


Jessys Momente wird dieses Wochenende drei Jahre alt!
Das sind drei Jahre Rezensionen, Specials, Zitate, Gedanken und Ideen rund um die Buchwelt.
Und es macht mir immer noch Spaß :-)

Es gibt aber eine kleine Änderung. Mehr einen Zusatz.
Was mich vom Lesen auch viel abhält, sind Serien. Ich fühle mich manchmal richtig schlecht, wenn ich wieder Netflix oder Prime anschmeiße, anstatt ein Buch aufzuschlagen. Aber eigentlich sind auch das Geschichten. Und sie machen viel Spaß. Deswegen werde ich in Zukunft auch andere Dinge als Bücher vorstellen, zum Beispiel Serien. Oder Spiele, wie ich es schon mit What Remains of Edith Finch oder Hogwarts Mystery gemacht habe.

Der Fokus soll aber beim Lesen und den Büchern bleiben. Die Specials werden sich weiterhin um die Buchwelt drehen. Und ich werde mir in meinem Offline-Leben wieder mehr Zeit fürs Schmökern nehmen. Das Lesen ist immerhin seit 23 Jahren Teil meines Lebens. Bücher an sich waren es natürlich von der ersten Sekunde an. Aber vor 23 Jahren bin ich eingeschult worden und habe gelernt, aus den Buchstaben Wörter und Geschichten zu machen. Eine lange Zeit, in der ich schon lesen kann. Ein volles Bücherregal, das sich in der Zeit angesammelt hat ...

Soviel zu einem kleinen Statusupdate. Ich hoffe, ihr lest fleißig weiter. Den Blog und die Bücher ;-)


20. Mai 2018

Bilderreihe: 15 Mal Dystopie

Bei dem guten Wetter habe ich ein paar Fotos gemacht, die ich auf Instagram posten möchte. Aber ich dachte mir, die passen auch ganz schön hierher und deshalb seht ihr sie als Erste. Es geht um eine Dystopie-Fotoreihe, mein Lieblingsgenre. Mögt ihr das Genre? Habt ihr eins von den Büchern gelesen? Welches ist noch auf eurem SuB?















13. Mai 2018

Muttertag in der Jugendliteratur: Wo sind sie hin?

Mai-Special

Zum Muttertag wollte ich etwas schreiben über Mutterfiguren. Positive, negative, unterstützende, liebevolle, nervige. Ich stand also vor meinem Regal und schaute die Bücher an. Und stellte fest: Mütter in Jugendliteratur glänzen durch Abwesenheit. Schauen wir uns das im Detail an. (Achtung, hier wird bedingt gespoilert.)

Kategorie 1 von 2: Mütter verschwinden

Cornelia Funke: Tintenherz

Maggie lebt bei ihrem Vater, weil ihre Mutter durch einen Zauber verschwand. Sie erinnert sich nicht wirklich an sie. Ohne dass Maggie es weiß, ist ihr Vater Mo auf der Suche nach seiner Frau und somit treibt die Liebe der Frau und Mutter die Geschichte voran.

Veronica Roth: Divergent

Tris lebt bei ihren Eltern und ihre Mutter bringt ihr Liebe und Zuneigung entgegen. Sie versucht, ich zu helfen und sie zu unterstützen. Im Verlauf der Geschichte aber zieht Tris zu den Dauntless, fort von ihrer Familie. Beim einzigen Treffen mit ihrer Mutter findet das Mädchen heraus, dass diese einige Geheimnisse vor ihr hatte. Sie entfernt sich so auch emotional von ihr. Am Ende muss Tris zuschauen, wie ihre Mutter erschossen wird und muss nun endgültig ohne sie auskommen. Trotzdem kann sie auf den positiven Erfahrungen aus der Vergangenheit aufbauen. Das wird besonders am Ende des dritten Buches deutlich.

Joanne K. Rowling: Harry Potter

Harry ist ein Waisenjunge und wohnt bei seinen Verwandten. An seine Mutter hat er keine Erinnerung, aber früh erfährt er, dass seine Eltern ihn geliebt haben. Die Sehnsucht nach ihnen treibt Harry vor den Spiegel Nerhegeb. Die geisterhaften Gestalten seiner Eltern helfen ihm im Kampf gegen Voldemort, sowohl im vierten als auch im siebten Buch. Obwohl James und Lilly Potter tot sind, möchte Harry sie stolz machen und fühlt sich durch Zauber mit ihnen verbunden. Oft genug wird Harry erzählt, dass er innerlich und äußerlich viel Ähnlichkeit mit den beiden hat. Sie stärken ihn.

Jandy Nelson: Ich gebe dir die Sonne

In diesem Jugendbuch löst der Tod der Mutter die Geschichte an sich aus. Ihre beiden Kinder verändern sich stark und trauern um sie. Obwohl sie nicht mehr da ist, beeinflussen ihre früheren Handlungen immer noch den Plot. Die Jugendlichen und der Vater müssen das Bild von ihr ständig neu erfinden und sich trotzdem von ihr lösen, um ihr eigenes Leben fortzuführen.

Amy Ewing: Das Juwel

Violet wird ihrer Familie entrissen, um als Surrogate missbraucht zu werden. Bereits zu Beginn des Buches ist sie selbstständig und hat sich emotional von ihrer Mutter entfernt. Im Gegensatz zu ihrer Schwester ist die Mutter kaum noch relevant. Stattdessen übernimmt Violet die Rolle der Beschützerin für ihre Schwester Hazel. Durch die Abwesenheit der Mutter wächst die Hauptfigur selber zu einer Art Schutzengel für die Jüngere heran.

Suzanne Collins: Die Tribute von Panem

Dasselbe Prinzip treffen wir bei den Hunger Games an. Katniss hat von Anfang an die Mutterrolle für Prim inne und opfert sich sogar für ihre Schwester. Danach muss sie sich aber von beiden räumlich entfernen. Einzig der Gedanke, dass sie diese wichtige Rolle für Prim spielt, lässt sie kämpfen. Das alles gewinnt überhaupt an Gewicht, weil ihre eigentliche Mutter ihre Pflichten vernachlässigt.


Kategorie 2 von 2: Mütter? Gibt es hier nicht.

James Dashner: Maze Runner

In dieser Dystopie gibt es – zunächst – gar keine Erwachsenen. Die Jugendlichen sind auf sich gestellt und müssen über sich hinauswachsen. Sie werden nicht angeleitet von Ratschlägen, Rollenbildern oder Fürsorge. Das lässt sich schnell erwachsen werden und sich selbst Kraft geben.

Terry Pratchett: Maurice, der Kater

Obwohl in diesem Buch zwei Kinder große Rollen spielen, sind deren Mütter und auch Väter gar nicht zugegen. Der Leser erfährt auch nichts von Keiths Familie. Die beiden und auch die tierischen Figuren müssen sich selbst aus jeglichem Schlamassel befreien und können nicht auf die Hilfe oder Ratschläge einer Mutter hoffen.

Ursula Poznanski: Die Verratenen

Ria wächst als Waise auf und ihr fällt das zunächst gar nicht so sehr auf. Sie hat Lehrer und Vertraute, die ihr zur Seite stehen. Als sie jedoch mehr über ihre Vergangenheit erfährt und das Konzept einer Familie kennenlernt, fragt sie sich nach ihrer Herkunft. Trotzdem ist sie in der Lage, für sich selbst zu sorgen und sich aus gefährlichen Situationen zu retten.

Kai Meyer: Arkadien

Die Hauptfigur dieser Trilogie ist ganz bewusst eigenständig und allein unterwegs. Rosa ist tough und fühlt sich niemandem zugehörig. Im Verlauf der Geschichte lernt der Leser, dass ihr dennoch etwas fehlt und sie auf der Suche nach einer Bezugsperson ist. Sie muss über ihren Schatten springen und allein herausfinden, wer und was ihr hilft.

Kai Meyer: Die fließende Königin

Hier wird wieder mit dem Waisen-Motiv gearbeitet. Merle arbeitet wie viele andere Jugendliche für magische Handwerker und alle sind sie auf sich gestellt beziehungsweise aufeinander angewiesen, wenn es um so etwas wie Familie geht. Das Mädchen gerät unabsichtlich in ein rasantes Abenteuer, in dem sie nicht nur für sich selbst, sondern auch für die jüngere Junipa kämpft.

Mütter sind in der Jugendliteratur grundsätzlich ein wichtiger Faktor. Für Heranwachsende gehören sie zum Leben und Mutterfiguren treffen die Realität der Leser. Was die Hauptcharaktere in den Büchern aber stark macht, ist die Abwesenheit der Mütter. In der zweiten Kategorie kämpfen sich die Jugendlichen von vorn herein allein durch das Leben und die Abenteuer. Weil sie auf sich gestellt sind, wachsen sie über sich hinaus. Sie müssen selbst bestehen und können sich nicht auf den Rat einer Mutter verlassen. Die Charaktere aus Kategorie 1 hatten das Glück, mütterliche Fürsorge und Ratschläge zu bekommen oder fühlen sich ihnen zumindest verbunden. Trotzdem müssen auch sie früher oder später ohne eine Mutter, und oft auch ohne Vater, auskommen. Die emotionale und räumliche Trennung stellt sie auf eine Probe, die sie allein bestehen müssen. Plötzlich müssen auch sie für sich selbst und nicht selten auch für andere kämpfen.

Eine Ablösung von der Mutter und vom Elternhaus an sich ist etwas, das auch die Zielgruppe beschäftigt, die gerade erwachsen wird und von nun an für sich selber einstehen muss. Die Hauptcharaktere sind zunächst davon gehemmt oder lernen noch, allein klarzukommen. Die harte Probe aber lässt sie wachsen und ihre Grenzen übertreten. Sie schaffen es, ihre Abenteuer ohne mütterliche Hilfe zu bestehen, und werden zum Helden der Geschichte.

Liebe Mütter! Leider seid ihr in der Jugendliteratur eher abwesend, das liegt in der Sache der Pubertät. Trotzdem sind eure Liebe und eure Ratschläge der Motor, der viele der Hauptfiguren antreibt. Wenn die Charaktere ihr Abenteuer allein bestehen, dann habt ihr euren Job richtig gemacht. Danke für eure Unterstützung, die selbst dann greift, wenn ihr nicht da seid. In den Geschichten wie im wahren Leben.

5. Mai 2018

Marah Woolf: Bookless

Eine neue Buchreihe über Bücher! So etwas musste in mein Regal. Was gibt es Schöneres, als von anderen Menschen zu lesen, wie sehr sie Bücher mögen? Wenig. Aber ob man unbedingt immer eine Geschichte drum herum schmieden muss ...






Daten: Oetinger Taschenbuch, Hamburg, 2017, 8,99 €, 336 Seite, Teil 1 von 3


Handlung

Lucy wohnt seit Kurzem in London, besucht das College und arbeitet in der London Library. Schon als kleines Kind in einem Waisenhaus liebte sie Bücher mehr als alles andere und sich mit Literatur zu beschäftigen ist ihr größter Wunsch. Als im Archiv der Bücherei plötzlich Exemplare vor ihren Augen leer werden und nur noch aus unbedruckten Seiten bestehen, ist sie ratlos. Und dass sich außer ihr auch niemand mehr an die Titel erinnert, ist alarmierend. Hat ihre neue Bekanntschaft Nathan damit zu tun? Warum brennt ihr buchförmiges Mal am Handgelenk plötzlich? Und sprechen wirklich die Bücher zu ihr?

Meinung

Bookless ist ein liebevoller und niedlicher Jugendroman, der die Faszination für das geschriebene Wort in der Vordergrund stellt. Es geht vor allem um die Beziehung zwischen Lucy und den Büchern. Diese wird beeinflusst von ihrer verborgenen Vergangenheit und ihrer Fähigkeit, mit Büchern zu kommunizieren. Die Geschichte ist spannend, das Thema ist toll, aber die Charaktere sind flach.

Die Handlung hat mich Seite um Seite umblättern lassen und erreichte durch verschiedene Cliffhanger und Ereignisse ein flottes Tempo. Nach einigen Seiten wechselt auch die Erzählperspektive und der Leser verfolgt die Geschichte aus der Sicht anderer Figuren. Das ist ein interessanter Kniff und in Jugendbüchern gar nicht selten, es gefällt mir jedoch nicht ganz so gut. Ich habe viel mehr erfahren, als die Hauptfigur Lucy weiß. An manchen Stellen wird die Handlung dadurch spannend und man möchte dem Mädchen zurufen, doch anders zu handeln. Trotzdem finde ich es meist schöner, alles gemeinsam mit einer Figur aufzudecken. Ich sehe hier leider keinen besonderen Grund, die Perspektive zu wechseln. Der Spannungsbogen ist von Anfang an relativ weit oben und steigert sich dann auch nicht mehr viel. Langweilig jedoch wird es nicht. Da das Ganze als Trilogie angelegt ist, endet der erste Band auch mit einem Cliffhanger.

Die Figuren sind extrem stereotypisch und leider konnte ich manchmal auch ihre Handlungen nicht nachvollziehen. Sie denken nicht nach, bevor sie etwas tun, und oft reicht ein kleines Wort und sie sind von einer anderen Meinung überzeugt. Es wirkt, als seien sie keine richtigen Menschen, sondern unterstützten mit bestimmten Handlungen und Dialogen lediglich die Story. Zwar bekommt der Leser einen Einblick in die Gedanken und Gefühle der einzelnen Personen, diese aber stehen felsenfest und doch unbegründet da. Ich habe mich auch gefragt, für welches Alter dieses Buch sinnvoll ist. Lucy ist 17 Jahre alt und entwickelt durchaus romantische Gefühle, die diesem Alter entsprechen. Der Rest der Geschichte aber und viele Handlungen der Figuren würden mich auf ein Buch für Kinder und Jugendliche zwischen elf und 14 Jahren schließen lassen.

Das Thema ist natürlich wundervoll. Bücherliebe trifft die Zielgruppe genau ins Herz und fängt dadurch viele Sympathisanten. Lucys Liebe zum geschriebenen Wort kommt auch gut und glaubwürdig rüber. Die Beschreibung der Bibliothek und des riesigen, fast schon geheimen Archivs ist sehr romantisch und machen das Buch an den Stellen zu einem großen Lesevergnügen. Die Erklärungen für die mystischen Begebenheiten finde ich noch sehr rar und sie wirken leider etwas an den Haaren herbeigezogen. Ich verstehe noch nicht wirklich, was da im Hintergrund vor sich geht.

Insgesamt bin ich mit dem Buch also mäßig zufrieden. Der wichtigste Grund für den Punkteabzug sind die Figuren, die sich einseitig, stereotyp und manchmal nicht nachvollziehbar verhalten. Die ganze Geschichte rund um die verschwundenen Bücher ist phantasievoll, aber auch gekünstelt. Gerne hätte ich schon im ersten Band mehr Erklärungen bekommen, was in der Vergangenheit passiert ist und warum sich wer wie verhält. Das haben leider auch die (dadurch) unnötigen Perspektivwechsel nicht wirklich gebracht. Die Spannung allerdings und der Lesefluss sind so gut gelungen, dass ich das Buch sehr schnell durchgelesen habe und auch in Erwägung ziehe, die anderen Teile zu lesen.

Bookless von Marah Woolf ist also ein Hin- und Hergerissensein zwischen guter Spannung und langweiligen Figuren.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler!

Spoiler: Marah Woolf: Bookless

zum Haupt-Post ohne Spoiler

Daten: Oetinger Taschenbuch, Hamburg, 2017, 8,99 €, 336 Seiten

Wie im Hauptpost zu lesen, haben mich am meisten die flachen Figuren gestört.
Das Buch konnte mir einfach nicht erklären, warum Nathan der Meinung ist, die Bücher sollten von den Menschen ferngehalten werden. Weder er noch sein Großvater bringen akzeptierbare Gründe dafür. Lucys gegenteilige Meinung kommt dem Leser natürlich wie die richtige vor, aber auch sie gibt keine Argumente, warum das so ist.
Die Geschichten, die Lucy durch das Medaillon sieht, sind zwar spannend, jedoch finde ich sie als Überzeugungsarbeit für Lucys Handeln schwach. Nur weil fremde Frauen anderer Meinung sind als der Bund, muss sie deren Standpunkt nicht annehmen.
Auch dass Nathan seinen Großvater mit wenigen Worten überzeugen kann, allein mit Lucy fertig zu werden und sie nicht vernichten zu lassen, ist merkwürdig.

Plötzlich kommt zu dem phantasievollen Part ein religiöser hinzu und ich habe noch nicht verstanden, was die Bücher mit Katharern zu tun haben. Tatsächlich gab es diese Glaubensrichtung und ihr wohnte ein Dualismus inne, aber mir fehlt völlig die Verbindung zu der Geschichte.

Die Romanze zwischen Nathan und Lucy entwickelt sich viel zu schnell und hat in dem Sinne auch wenig romantische Züge. Oft genug wird betont, dass Nathan wirklich gut aussieht. Aber was hat er eigentlich für anziehende Charakterzüge? Und was gefällt ihm an Lucy? Lediglich, dass sie Bücher mag?

Der Perspektivwechsel ist meiner Meinung nach nicht gelungen. Besonders, weil er nicht von einem Kapitel oder Abschnitt zum nächsten stattfindet, sondern manchmal mitten darin. Dadurch war ich zwei-, dreimal sehr irritiert, in wessen Gedanken ich denn da gerade schaue. Zusätzlich hat er auch keine spannenden Erklärungen geliefert und ich wusste lediglich, wer da wie denkt. Warum – keine Ahnung.

Die Spannung auf der anderen Seite ist gut gemacht. Ich möchte wissen, was mit den Büchern geschieht, warum das so ist und wie Lucy gedenkt, sie zu retten. Die beiden (wahrscheinlichen) Morde am Vikar und Madam Moulin stellen eine große Gefahr dar, die auf das Mädchen und wahrscheinlich auch Nathan zukommt. Ich freue mich schon darauf, wenn Lucy dem Bund die Stirn bietet und sich die Menschen endlich wieder an Austens Emma erinnern. Und ich möchte schon auch erfahren, was es denn mit diesem Bund genau auf sich hat. Ich hoffe, diese Wünsche werden mir erfüllt.

28. April 2018

Was soll ein Lieblingsbuch sein?

April-Special

Ja, was soll so ein Lieblingsbuch sein?
Von den unzähligen Büchern, die es auf der Welt gibt, sollte es auch für jeden ein Buch geben, das er sein Lieblingsbuch nennen kann. Immerhin ist die Anzahl ja schier unendlich. Wer soll sie alle zählen, die alten Schinken, die neuen Ebooks, die nicht verzeichneten selfgepublishten? Immerhin liest ja auch kaum jemand seine eigene (große) Bibliothek komplett. Oder wer besitzt (oder besaß) nur Bücher, die er auch gelesen hat? Ich nicht.

Die Auswahl ist also groß. Trotzdem fällt es schwer, ein Lieblingsbuch zu nennen.
Fragt man mich, schieße ich direkt meine Antwort los: The amazing Maurice and his educated Rodents von Terry Pratchett. Dann füge ich hinzu: Also, ich meine, Harry Potter steht ja irgendwie außer Konkurrenz. Weil es mich geprägt hat. Es ist ja auch ein ganz anderes Buch. Vorletztes Jahr habe ich eine neue coole Buchreihe gelesen, die hat mich auch besonders berührt. Also, mein Lieblingsgenre sind ja Dystopien ...

Was sind die Kriterien für ein Lieblingsbuch?
Soll es spannend sein? Soll es mich mitreißen? Muss es mich zum Weinen bringen? Sollte die Hauptfigur sympathisch sein? Soll ich mich darin wohl fühlen? Muss ich mich im Nachhinein an jedes Detail erinnern können? Wie oft muss ich so ein Lieblingsbuch gelesen haben?
Für jeden spielt ein anderes Kriterium eine wichtige Rolle. Meine Mutter kann sich meist nicht einmal an die Namen der Hauptfiguren erinnern. Trotzdem weiß sie, welches Buch ihr gefällt und warum. (Zu ihrer Verteidigung: Sie liest wirklich viel und schnell.)

Was lesen wir so?
Der Spiegel veröffentlicht Bestsellerlisten in verschiedenen Kategorien (Belletristik und Sachbuch als Hardcover, Softcover und Taschebuch und eine Liste für Kinderbücher und Jugendbücher). Auf den Listen tummeln sich viele verschiedene Genres. Romane, Krimis, Lustiges und Romantisches. Aber nur weil sich ein Buch oft verkauft, wird es nicht automatisch zum Lieblingsbuch. Der Bestseller mag vielen Leuten gut gefallen. Aber bringt er Zeug zum absoluten persönlichen Bestseller mit?

Eine private, kleine, absolut nicht repräsentative Umfrage unter meinen engsten Freunden hat ergeben, dass es nicht das eine Lieblingsbuch gibt. Stattdessen würde es ihnen, und mir, leichter fallen, einzelne Lieblingsdinge zu benennen. Zum Beispiel eine Lieblingsfigur, ein Lieblingssetting, ein Lieblingsautor, Schreibstil, Genre, Atmosphäre, Cover und so weiter. Tatsächlich hat nur ein Mensch angekreuzt, nur ein einziges liebstes Buch zu haben. Auch eine Lieblingsfigur kam nicht aus dem einen oder den mehreren Lieblingsbüchern, die man angeben konnte.

Meine Lieblinge
Drei Bücher zusammengenommen ergeben schon ein gutes Bild meiner Vorlieben. Der Grund für The amazing Maurice and his educated Rodents ist die Geschichte. Es handelt sich um meine Lieblingsstory mit ihren Höhen und Tiefen und dem Ausgang. Die Harry-Potter-Bücher beherbergen meine liebste Welt. Das magische Setting von Hogwarts und der Zauberwelt ist phantastisch und so etwas wie Zuhause. Meine Lieblingsfigur – auch das ist nicht schwer, sondern ziemlich mainstream: Katniss Everdeen. Sie ist wundervoll, gerade weil sie es eigentlich nicht sein will.

Lieblingsbücher sind also schwer zu benennen. Einfacher ist es, Lieblinge in bestimmten Kategorien auszusuchen. Weil es so viele Bücher gibt, ist das vielleicht auch der sinnvollere Weg. Viele Bücher sind spannend und bringen mich zum Weinen. Harry Potter und Maurice habe ich mehrfach gelesen, Panem nur einmal. Maurice besitze ich auf zwei Sprachen, Harry nicht. Aber sie alle haben mich auf ihre eigene Art und Weise berührt. So wie Menschen auch positive und negative Eigenschaften haben, weist jedes Buch gute und weniger gute Aspekte auf.

Was haltet ihr davon? In welcher Kategorie könnt ihr eure Lieblinge benennen?