1. April 2018

Drei Lesetipps zu Ostern

Frohe Ostern! Wer hat schon alle Eier gefunden?

Der April startet mit diesem Fest und wer an den Feiertagen Zeit hat, neue Lektüre zu bestellen, bekommt hier drei Buchvorschläge. Sie haben im engeren Sinne nichts mit Ostern zu tun, aber sie handeln alle drei von den Menschen und ihren Problemen, merkwürdigen Gebaren und ihren Gefühlen füreinander. Meine liebe Freundin Steffi hat sie mir hingelegt und für sehr gut befunden. Eigentlich war ihre erste Empfehlung F von Daniel Kehlmann, ihrem Lieblingsautor. Aber weil sie nett ist und ihre Bücher verleiht, war es gerade nicht da zum Fotografiert-werden.


David Levithan: Every Day (deutsch: Letztendlich sind wir dem Universum egal)

A wacht jeden Tag in einem anderen Körper auf. In einem Körper von irgendjemand anderem. Er kommt damit ganz gut klar, hält sich aus allem raus und ist ja am nächsten Tag auch wieder verschwunden. Doch eines Tages erwacht er in Justins Körper und lernt dessen Freundin Rhiannon kennen – und verliebt sich. Ein Jugendbuch, das man in Another Day auch aus Rhiannons Sicht lesen kann.

Matt Haig: The Humans (deutsch: Ich und die Menschen)
Andrew ist Professor für Mathematik und weil er eine besondere wissenschaftliche Entdeckung gemacht hat, ergreift ein Alien Besitz von seinem Körper. Um das Geheimnis zu schützen, muss der Alien nun unter den Menschen leben. Und die findet er ganz und gar nicht toll. Wie kann eine Planeten beherrschende Rasse nur so egoistisch, gewalttätig und ignorant sein? Aber das Alien muss bald zugeben: Alles ist doch nicht schlecht an diesem Menschsein ...

Philip Roth: Nemesis
Newark, 1944: Eine Polio-Epidemie bricht aus. Davon will der Sportlehrer Bucky Cantor sich aber nicht stoppen lassen und kümmert sich weiterhin um seine kranken Schüler. Um ihn herum bricht die Welt zusammen, doch Bucky tritt den Kampf gegen Angst und Panik an. Von Tag zu Tag wird das Leben für die Schüler und auch für den Lehrer schwieriger und ermüdender. Bucky beginnt zu zweifeln und macht sich selbst und seinem Schicksal die größten Vorwürfe.


Ich wünsche euch noch schöne und ruhige Feiertage :-)

20. März 2018

Drei Lesetipps im März

Es ist Frühlingsanfang! Davon ist draußen allerdings leider gar nichts zu sehen. Wahrscheinlich muss ich gleich eher mein Auto kratzen, wenn ich los will.
Deswegen stelle ich euch heute drei Bücher vor, die wenigstens die warmen Gefühle in uns erwecken. Wie immer wurden sie mir von jemandem empfohlen – diesmal von einer Freundin, die gerne solche Bücher liest und diese drei relativ neu bei sich hatte. Vielleicht ist ja etwas für euren persönlichen Frühling dabei :-)






Mary Simses: Der Sommer der Sternschnuppen (links)
Bei der ordnungsliebenden Grace läuft alles glatt. Bis das Leben zuschlägt und sie auf einmal Job, Freund und Wohnung verliert. Wohin geht man, wenn man alles verloren hat? Grace zieht es ins heimatliche Nest, wo sie aufgewachsen ist. Dort sucht sie nach einer neuen Zukunft für sich. Doch was sie findet, ist ihre Vergangenheit, mit all ihren positiven Freundschaften und den negativen Verlusten, die sie damals erlitt. Sie muss entscheiden, wie ihr Leben weitergeht.

Arto Paasilinna: Der liebe Gott macht blau (Mitte)
Die Menschen veranstalten wirklich unglaublich viel Unsinn. Der liebe Gott hat keine Lust, sich das jeden Tag anzuschauen. Ein Jahr Urlaub hält er für eine gute Idee. Eine Vertretung für diese Zeit muss her. Leider kann Gott da nicht auf himmlische Unterstützung zählen. Aber gab es da nicht einen Menschen, der ihn in letzter Zeit immer bat, etwas an seinem Leben zu ändern? Wenig später bekommt Kranführer Birger ein neues Jobangebot und übernimmt die Urlaubsvertretung für Gott. Dass das alles andere als einfach wird, hätte er sich ja eigentlich denken können.

Matthias Sachau: Mit Flipflops ins Glück
Nina ist glücklich mit ihrem Freund Sami. Mit ihm will sie für immer zusammenbleiben. Dieser Entschluss wird auf die Probe gestellt, als Sami ein Jobangebot in Brasilien bekommt. Soll Nina mit ihm in ein fremdes Land auswandern, dessen Sprache sie nicht spricht? Zuhause hat sie ihre Freunde und Familie und ihr eigenes Café. Schwierige Entscheidungen und Zeiten stehen an, vor allem als Ninas erste große Liebe wieder auf den Plan tritt.


Vielleicht ist ja eins der Bücher interessant für euch und ihr könnt den Frühling so in euer Haus holen :-)

12. März 2018

10 Gründe, Terry Pratchett zu lesen

März-Special

Der Todestag meines Lieblingsautors jährt sich nun zum dritten Mal. Ich gebe es offen zu: Ich habe geweint, damals. Weil mir seine Bücher so viel gegeben haben und ich von dem Moment an sicher sein konnte – es wird nie wieder eines geben.
Wer Terry Pratchetts Fantasy-Parodien auf die Gesellschaft und das Leben kennt, der weiß, wie verrückt seine Scheibenwelt und seine anderen Bücher sind. Ja, darunter sind durchaus auch nicht-phantastische Erzählungen. Trotzdem ist er mit der flachen Weltscheibe auf dem Rücken von vier Elefanten, die wiederum auf einer riesigen Schildkröte stehen, die durchs All schwimmt, berühmt geworden. Hier könnt ihr meinen Tribut-Post von 2016 lesen. Wer immer noch nicht überzeugt ist, dem lasse ich mal 10 Argumente da:

1. Terry Pratchett ist ein Ritter

Sir Terence David John Pratchett, OBE – Liebe Leute, der Gute wurde 2008 von der Queen zum Ritter geschlagen! Zwei Jahre später erhielt er sogar sein eigenes Wappen, das sich am Wappen der Scheibenwelt-Hauptstadt Ankh-Morpork orientiert. Der Mann kennt sich aus, wenn es um Abenteuer geht!

2. Er hat eine wundervolle Schriftsprache
Terry Pratchetts Texte sind nicht einfach zu lesen, zugegeben. Aber man kann schon sehr stolz auf sich sein, ein oder gar mehrere Bücher von ihm gelesen und verstanden zu haben :-D Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Sein eigener, manchmal etwas anspruchsvoller Sprachstil macht den Charme seiner Bücher aus. In der Sprache versteckt er wundervolle Anspielungen und Ideen und es macht einfach Spaß, sie zu finden!

3. Die Geschichten sind ein Spiegel unserer Gesellschaft
Der Autor schafft es, Geschichten zu erfinden, die nicht weiter weg von unserer Realität sein könnten und gleichzeitig nicht näher dran. In seiner phantastischen, verrückten Welt voll Zauber und merkwürdiger Kreaturen findet man schnell und humorvoll die eigene Gesellschaft mit all ihren Tücken und den echten Verrückten wieder.

4. Es gibt auch Kinderbücher
Es gibt auch Kinderbücher von Herrn Pratchett. Für, eben, die Kinder oder für diejenigen, die auf sexuelle Anspielungen lieber verzichten wollen. Denn belanglos, langweilig oder weniger gesellschaftskritisch als die Geschichten für Große sind die für die Kleinen auf keinen Fall!

5. Terry Pratchett hat mein Lieblingsbuch geschrieben
Mein Lieblingsbuch ist von Terry Pratchett. Ja. Es ist nicht Harry Potter. Es ist The Amazing Maurice And His Educated Rodents. Ihr solltet es lesen und ich sollte es auch mal wieder lesen.

6. Die Bücher sind bunt
Die Illustrationen auf den Covern sind gewöhnungsbedürftig. Ich finde sie auf den deutschen Ausgaben auch nicht sonderlich schön. Davon abgesehen, dass ich mittlerweile die englischen Ausgaben kaufe und lese und es schöne Sonderausgaben gibt, kann man die bunten deutschen aber total toll nach Regenbogenfarben sortieren ;-) Und manche englischen Cover stehen dem deutschen Illustrations-Horror in nichts nach :-D

7. Terry Pratchett ist Kult
Als Freund der Scheibenweltromane schließt man sich einer riesigen Fangemeinde an, mit der man wunderbar diskutieren und nerden kann. Terry Pratchett ist Kult. Und das macht Spaß!

8. INSIDER-Witze
DA BIN ICH WIEDER. Es gibt Insider-Witze. Wer sich in Pratchetts Multiversum – ja, so heißt das da – auskennt, der entdeckt ein paar lustige Dinge, die dem Erstleser verborgen bleiben. Es lohnt sich also, die Bücher auch mehrmals zu lesen.

9. Abgeschlossene Bücher
Es gibt viele Geschichten mit denselben Charakteren und wenn man sie nacheinander liest, entdeckt man ihre Entwicklung. Trotzdem ist jedes Buch für sich abgeschlossen und kann allein stehen. Man muss also nicht alles lesen. Im Zeitalter der Trilogien oder Heptazyklopäditanten ist das doch mal eine nette Abwechslung.

10. Die Bücher sind für Männlein und Weiblein
Terry Pratchetts Bücher sind völlig geschlechtsunabhängig. Manchmal mag einem das vielleicht anders erscheinen, wenn wieder mal eine Figur über Ehefrau oder -mann meckert, aber man kann nicht sagen, dass sie typische Frauen- oder Männerlektüre sind. Man kann die Geschichten also ganz wunderbar mit dem Partner teilen.

Wer jetzt nicht überzeugt ist, schreibt mir gerne eine E-Mail. Ich werde dann zurückschreiben, dass das so nicht geht ;-) Im Ernst: Ich empfehle gerne immer wieder aufs Neue, Terry Pratchett zu lesen und sich vor allem auf die Geschichten einzulassen, bevor man zu schnell urteilt. Sie mögen wirken wie einfache und „nur“ verrückte Fantasy-Geschichten. Aber als eigentliche Parodien auf diese und auf unsere Gesellschaft sind sie so viel mehr :-)

2. März 2018

Die Stadtbibliothek Stuttgart: Ein Besuch

Letztes Wochenende war ich mit Freunden in Stuttgart. Und weil die genau wissen, wie sehr ich Bücher liebe, haben wir direkt als Erstes einen Abstecher in die Stadtbibliothek gemacht.

Das Gebäude sieht hypermodern aus. Von außen ist es im Grunde ein heller Klotz, der zwischen anderen Klötzen steht. Ich persönlich finde alte Gebäude mit Holzboden, in denen jeder Schritt ein Gruselfilm-Knarren hervorruft, viel schöner. Aber trotzdem hat es mir in dem modernen Ding gefallen. Vor allem, weil es innen so lese-kuschelig warm war. Leider habe ich den Klotz nicht bei Dunkelheit gesehen, da leuchtet er dann durch die Nacht (wie man im Internet recherchieren kann).

Von innen die gleiche Architektur, übrigens vom koreanischen Architekten Eun Young Yi: alles weiß und eckig, ausgestattet mit Technik. Die Atmosphäre ist trotzdem gemütlich. Vor allem, wenn man näher an die Regale herantritt. Bibliotheksbücher bleiben nun einmal etwas abgegriffene Bücher mit einer aufgeklebten Beschriftung. Das ist das Schöne daran. Man kann ein noch so neues oder altes Haus bauen oder finden: Der Inhalt bleibt derselbe.

Wir haben direkt den Fahrstuhl genommen und einen kurzen Abstecher in die Kinderbuchabteilung gemacht. Selbst hier alles hell und aus Glas. Aber die niedlichen Leseecken mit den Bücherkisten haben einige Kinder zum Verweilen und Schmökern eingeladen. Das war sehr süß.

Mit dem Fahrstuhl ging es weiter nach oben. Ich wollte auf die achte Etage und den Ausblick auf die Bücher haben, den man bei einer Bildersuche im Internet immer sieht. Und tatsächlich: Direkt aus dem Fahrstuhl raus entblößte sich die schneckenförmige, quadratische Gestalt im Innern der Stadtbibliothek in Stuttgart. Sehr hübsch!

Trotz des eisigen Wetters besuchten wir dann die Dachterrasse. Die Sonne schien und von oben hatten wir einen Rundumblick auf Stuttgart. Ein älterer Herr mit Zeitung trotzte dem Wind und blätterte sich durch die neuesten Nachrichten. Der Freund, den wir besuchten, erzählte etwas über die Gleise, die Stuttgart 21 verschwinden lassen möchte, und zeigte uns von Fern seinen Arbeitsplatz.

Nach einem kurzen Blick in die Cafeteria und einem Abstecher in die Medien-Abteilung, in der ein Freund über die Bücher zu veralteter Software kichern musste – die müssen aber immerhin auch irgendwo stehen – haben wir dann den Rückweg angetreten. Die Stadt wartet ja noch mit mehr Sehenswürdigkeiten auf.

Seid ihr also einmal in Stuttgart, dann besucht auf jeden Fall die Stadtbibliothek. Sie fällt zwischen den anderen hohen Gebäuden gar nicht so sehr auf (zumindest bei Tag). Von innen ist es einen zweiten Blick aber allemal wert. Auch an modernen Medien mangelt es nicht. Es gibt Computer, Audio- und Videoproben und einen durchsichtigen Blick auf die kleinen niedlichen Schienenfahrzeuge, die Bücher aus dem Archiv holen. Ein Ort für Bücher, also ein Ort für uns.


18. Februar 2018

Drei Lesetipps im Februar

Heute scheint die Sonne und ich hoffe, ihr könnt den Tag draußen etwas genießen! Nichtsdestotrotz gebe ich euch heute die Buchempfehlungen im Februar. Man kann ja auch in eine Decke gemummelt in der Wintersonne lesen ;-)

Die Lesetipps kommen von der lieben Eva aus Köln. Sie liest gerne nachdenkliche, aufmunternde und realistische Bücher und hat mir diese drei Exemplare zur Lektüre empfohlen:


Gretchen Rubin: The Happiness Project
Dieses Buch beschreibt ein Jahr im Leben der Autorin, das sie der Suche nach ihrer Happiness widmet. „The Happiness Project synthesizes the wisdom of the ages with current scientific research, as Rubin brings readers along on her year to greater happiness.“ (https://gretchenrubin.com/books/the-happiness-project/about-the-book/) Als eine Mischung aus persönlicher Suche und wissenschaftlicher Nachforschung ist dieses Buch also für jeden etwas, der sich fragt, wie er die Reise zum Glück gestalten soll.

Jostein Gaarder: Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort
Cecilie ist fünfzehn Jahre alt, als eine lebensbedrohliche Krankheit sie erwischt. Allein in ihrem Bett erscheint ihr der Engel Ariel und die beiden gehen ein Verbündnis ein: Ariel erklärt Cecilie die Welt und den Kosmos. Cecilie zeigt Ariel, wie es ist, ein Mensch mit Gefühlen zu sein. Die Geschichte besteht aus Gesprächen zwischen den beiden und führt den Leser an Lebens- und Existenzfragen heran.

David Berger: Der heilige Schein
Der Autor, homosexueller Theologe, gibt einen Einblick in eine von Lügen, Skandalen und Doppelmoral geprägten katholische Kirche. Er erzählt seine persönliche Geschichte mit Erfahrungen und Gedanken aus dem eigenen Leben.

Vielleicht ist ja eine Idee für euch dabei :-) Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag mit vielen Sonnenstrahlen!

14. Februar 2018

Bücher-Liebe macht glücklich

Februar-Special

Zum Valentinstag geht es auch hier um die Liebe: Um die Liebe zu Büchern. Ein Buch nur lesen kann ja jeder. Aber eines zu lieben, das will gelernt sein. Anders als einen Menschen zu lieben ist das eigentlich gar nicht. Es hat sogar ein paar Vorteile ;-)

Der erste Eindruck bleibt. Das gilt für Menschen wie für Bücher. Wir können noch so sehr auf die inneren Werte stehen – anschauen müssen wir das Objekt der Begierde dann ja doch jedes Mal. Ein hübscher Einband ist deswegen der erste Schritt zur Booklove. Aber hat man das Innenleben einmal liebgewonnen, vielleicht sogar doch unabhängig vom Äußeren, dann wird auch der Anblick von Tag zu Tag schöner.

In der zwischenmenschlichen Liebe geht sehr vieles über den Geruch. Er verrät dem Gegenüber einiges, was das Unterbewusstsein genau deuten kann und den anderen direkt einsortiert: Ja oder Nein? Hand hoch, wer riecht an Büchern? Jeder Liebhaber. Die Pheromone der Literatur strömen durch die Nase in unser Gehirn und stupsen dort die Zellen an. Verschiedene Drucktechniken und unterschiedliche Leime ergeben den besonderen Geruch der Geschichten.

Gemeinsame Interessen sind das A und O. Wer also das richtige Buch über die Themen findet, die ihn berühren, kann sich glücklich schätzen. Vielleicht seid ihr beide sehr gefühlsbetont und liebevoll? Oder ihr mögt es gruselig und spannend? Oder ihr diskutiert gerne moralische Probleme aus? Für jeden Leser-Topf gibt es einen Buch-Deckel!

Mit einem Liebhaber muss man nie allein ins Bett gehen, wenn man nicht will. Klar gibt es Ausnahmen und man verbringt den Abend und die Nacht doch allein. Aber dann kann man mit einem großen Grinsen dran denken, wie es wäre, seinen Schatz überall anzufassen.

Und jetzt mal ein Vorteil von Büchern: Man darf mehrere nebeneinander haben. Und sie beschweren sich darüber nicht einmal. Eine ganze Sammlung kann man sich anschaffen und sie alle miteinander in einem hübschen Regal halten. Ein Traum!

Geht es einem mal nicht so gut, sind Buch und Liebhaber zum Trösten und Aufmuntern bereit. Sie wischen jede Träne fort und bringen uns zum Lachen. Für jede Laune gibt es das richtige Buch.

Ist der Schatz einmal nicht da, vermisst man ihn. Man würde ihn schon ganz gerne einmal kurz anschauen oder seine Worte hören beziehungsweise lesen. Aber: Ein Buch passt auch wunderbar in die (richtige) Handtasche und kann überall hin mitgenommen werden. Probier das mal mit einem Menschen aus …

Bücher zu lieben ist also eine ganz phantastische, erfüllende Angelegenheit und sehr empfehlenswert. Sie haben fast alle Vorteile, die ein menschlicher Schatz auch bietet, und warten noch mit einigen eigenen Pro-Argumenten auf. Fazit: Ab in die Buchhandlung und einen Liebhaber kaufen! Der Richtige ist mit Sicherheit in irgendeinem Regal oder Stapel und wartet auf dich.

10. Februar 2018

What Remains of Edith Finch

Ich möchte euch ein Spiel vorstellen, das eigentlich mehr eine Geschichte ist und somit wunderbar hierher passt: „What Remains of Edith Finch“ von Giant Sparrow für die PS4 oder die Xbox One.

Es war halb zwölf nachts und ich wollte eigentlich schlafen gehen. Super müde habe ich auf dem Sofa herum gelümmelt. Aber ich habe mich überreden lassen, das Spiel wenigstens anzufangen, immerhin musste ich am nächsten Tag nicht raus.

Drei Stunden später war ich hellwach und fertig mit Edith Finch. Was ein Spiel!

Es handelt sich bei diesem Game quasi um eine Erzählung, die man durchläuft. Der Spieler besucht aus der Ich-Perspektive und mithilfe eines Buches das ehemalige Wohnhaus von Edith Finch. Die Stimmung ist melancholisch und ein wenig gruselig, aber gleichzeitig wunderschön und emotional berührend. Ediths Stimme begleitete mich auf dem Weg zum Haus und hinein. Ihre Worte erscheinen auf zauberhafte Weise in der Umgebung und leiten den Spieler durch die Geschichte.

Was hat es mit all den rätselhaften Todesfällen in der Familie auf sich? Wieso wurden die Zimmer alle verschlossen? Und warum ist Edith damals fortgegangen?

Eine mystische Story, die man durch Geheimgänge und Kletterpartien erlebt und erkundet. Ein Walking Simulator, der erfahrene Spieler und Neueinsteiger, Jung und Alt, Männlein und Weiblein durch seine Erzählweise in den Bann zieht. Alle Todesfälle werden einzeln besucht: eine Reise durch Raum und Zeit, bei der man einen kleinen aktiven Part in den Geschehnissen spielt und die Geheimnisse der Familie Finch aufdeckt.

Solltet ihr also Gelegenheit haben, mal in das Spiel zu schauen oder es gar anzufangen – unbedingt machen! Trotz relativ kurzer Spielzeit und unkompliziertem Walk Through ist es ein wundervolles und durchdachtes Spiel, das mich von vorne bis hinten gepackt hat.

5. Februar 2018

Ein neues Harry-Potter-Jahr?

Letztes Jahr war 20 Years Later. Und es geht immer weiter :-)

Als am 13. Januar „Voldemort: Origins of the Heir - An unofficial fanfilm“ auf YouTube veröffentlicht wurde (https://www.youtube.com/watch?v=C6SZa5U8sIg), war das der Startschuss für viele Überraschungen aus der Zaubererwelt. Es lohnt sich definitiv, ihn anschauen und sich in die Zauberwelt entführen zu lassen! Meinen Post dazu könnt ihr hier lesen.

2018 gibt es nicht nur diesen Film. Am 15. November kommt der zweite Teil der Phantastischen Tierwesen ins Kino (http://www.filmstarts.de/kritiken/228086.html). Der erste Teil hat mich in 2016 schon sehr positiv überrascht. Absichtlich bin ich ohne Erwartungen reingegangen. Der Hauptdarsteller Eddie Redmayne spielt die Rolle des schüchternen und gleichzeitig von seiner Sachen überzeugten Newt Scamander sehr gut. Obwohl die Geschichte nicht in Hogwarts spielt, wurde der Zauber der magischen Welt genau getroffen.

Dieses Jahr dürfen wir dann auch selbst zum Zauberstab greifen. Gleich zwei Harry-Potter-Apps werden veröffentlicht.
In „Harry Potter: Hogwarts Mystery“ durchlebt der Spieler ein Leben als Hogwarts-Schüler. Auf der offiziellen Seite http://www.harrypotterhogwartsmystery.com könnt ihr euch schon im Vorfeld für News und Updates registrieren sowie weitere Inos finden. Da werde ich mir wohl Urlaub nehmen müssen, wenn es losgeht ;-)

Bei Niantics „Harry Potter: Wizards Unite“ muss man das Haus verlassen und per GPS und Augmented Reality seiner Zauberkraft in der realen Welt freien Lauf lassen. Auch hier gibt es einen Newsletter auf der offiziellen Seite https://www.harrypotterwizardsunite.com/de.
Für beide Spiele steht noch kein genaues Datum fest, die Entwickler möchten aber noch 2018 veröffentlichen.

Wer nicht warten kann, möchte vielleicht mal Harry Potter In Concert besuchen? http://harrypotterinconcert.com

Ich kann mir keine bessere Geschichte als Harry Potter vorstellen, die ich mit all den Filmen und Games erleben möchte ;-) Besonders auf die Apps freue ich mich schon sehr und werde euch davon berichten.
Wer weiß, welche magischen Überraschungen noch auf uns warten ...


2. Februar 2018

„Voldemort: Origins of the Heir“ von Tryangle Films

Der inoffizielle Harry-Potter-Fanfilm von Tryangle Films ist schon seit Anfang dieses Jahres auf Youtube verfügbar. Wahrscheinlich haben ihn viele von euch schon gesehen :-) Trotzdem oder gerade deswegen schreibe ich euch hier eine kurze Rezension dazu.

Handlung

Eine Frau kämpft sich mit ihrem Zauberstab durch ein düsteres Gebäude, bis sie doch aufgehalten und auf einen Stuhl gefesselt wird. Sie befindet sich in Russland. Ihr wird ein Venenzugang gelegt und Veritaserum fließt in ihren Körper. Ein Mann sitzt ihr gegenüber und befragt sie zu ihrem Motiv und ihrem Ziel. Und dann erzählt die Frau die Geschichte von vier Hogwarts-Schülern: jeder von ihnen ein Erbe einer der vier Schulgründer.

Meinung

Es geht um die Zeit, in der Tom Vorlost Riddle nach Hogwarts ging. Der Film behandelt seine Vergangenheit und als Harry-Potter-Fan bin ich sehr zufrieden mit der inhaltlichen Korrektheit der Geschichte. Es werden viele Begebenheiten aus den Büchern aufgegriffen, die der Leser dort erfahren hat. Zum Beispiel Tom V. Riddles Beruf oder die Geschichte um Slytherins Amulett und Merope Gaunt.
Ich habe nur sehr wenig bis gar keine Ahnung vom Filmemachen, aber ich war als Zuschauer trotzdem begeistert von der Qualität. Die Kameraeinstellungen, die Übergänge, die Musik und auch die schauspielerischen Leistungen sind für einen „Amateur-Film“ wirklich toll gelungen! Die magische und mystische Atmosphäre kam bei mir sehr gut an. Ein oder zweimal ist mein Texterherz bei einem Dialog etwas zusammengezuckt, aber das hat dem Gesamtbild keinen Abbruch getan. Vor allem bei der Musik war ich sehr positiv überrascht. Sie erinnert ein wenig an Harry Potter, ist für sich aber eine eigene Komposition, die ich bei einem Fan-Projekt niemals so gut erwartet hätte.
Die Figuren sind glaubwürdig und durchdacht, die Handlung ist spannend und aus einem Guss. Ich habe mich definitiv in die Zaubererwelt versetzt gefühlt. Ein paar Zauber und magische Fähigkeiten wurden neu erdacht, was mir auch gut gefallen hat. Der Film ist eine gelungene Mischung aus altbekannten Geschichten und neuen Ideen, die sehr gut ineinander greifen.







Von daher habe ich rein gar nichts zu meckern :-D Und gebe dem Film die volle Seifenblasen-Zahl.

Hier geht's zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=C6SZa5U8sIg


28. Januar 2018

Jay Asher: Tote Mädchen lügen nicht

Wie ich mal wieder ein Buch in zwei Tagen durchlas





… und das nicht, weil ich sonst nichts zu tun gehabt hätte. Die Geschichte hat mich von Beginn an in den Bann gezogen. Dabei ist sie gar nicht besonders aufregend. Es geht eher um spannende Gefühle.

Zum Spoilerpost mit weiteren Gedanken zum Buch

Handlung

Der Highschool-Schüler Clay findet eines Tages ein Paket mit Kassetten vor seiner Haustür. Kein Absender. Die Kassetten sind nummeriert und aus Neugier beginnt er mit der ersten Seite. Die Stimme seiner Mitschülerin Hannah dringt an sein Ohr. Clay ist erschüttert – denn Hannah hat sich vor ein paar Wochen umgebracht. Und auf den Kassetten erklärt sie, warum.

Meinung

Die Idee dieses Buches ist sehr spannend. Clay hört die Kassetten und geht währenddessen die Orte ab, um die es in Hannahs Geschichte geht. Die Stimme, die von 13 Gründen, warum sie sich umgebracht hat, erzählt (Originaltitel: 13 Reasons Why), ist in kursiv gedruckt und hebt sich gut vom Rest ab. Die Kapitel sind in die 13 Gründe eingeteilt und jedes ist einem anderen Menschen aus Hannahs Leben gewidmet.

Die Handlung ist wie gesagt nicht actionreich, aber extrem emotional. Clay reagiert besonders stark auf Hannahs Worte, denn er mochte sie. Er versteht nicht, wieso er auf diesen Kassetten ist – zusammen mit den Leuten, die Gründe für Hannahs Tod sein sollen. Es geht um Freundschaft und Verrat, um Mitschüler, die ihre Finger nicht bei sich lassen können, und Erwachsene, die die Anzeichen nicht erkannt haben.

Die beiden Hauptfiguren bleiben relativ mysteriös. Im Nachhinein stellte ich fest: Man erfährt eigentlich nichts über Clay. Lediglich seine Gefühle für Hannah und die Bürde dieser Kassetten machen ihn dem Leser sympathisch. Hannah gibt von sich auch nur so viel preis, wie notwendig, um die Kassetten zu verstehen. Doch der Leser bekommt mit: Hannah fühlte sich mehrfach verraten und reduziert, Clay ist ein netter Typ, der seine Welt plötzlich nicht mehr versteht. So treten die Figuren an sich aber sehr in den Hintergrund. Es geht darum, was ein Mädchen in den Selbstmord treibt.

Das Thema Suizid wird von einer Seite betrachtet. Es wird nicht bewertet oder wissenschaftlich abgehandelt. Stattdessen geht es um die subjektive Wahrnehmung einer Jugendlichen, die sich mit der Welt nicht mehr vereinen konnte. Und einen Mitschüler, der ratlos zurückblieb. Hannahs Gründe sind zum Beispiel Verrat durch Freunde und das Gefühl, von niemandem richtig wahrgenommen zu werden. Dennoch finde ich es immer noch schwierig, Hannahs Entscheidung in Gänze nachzuvollziehen. Manche Dinge sind vielen Menschen schon passiert und kamen mir „nicht so schlimm“ vor. Vielleicht aber ist es das, worum es geht: Die Subjektivität der Weltwahrnehmung und dass auch jemand Selbstmord begehen kann, von dem man es nicht erwartet.

Insgesamt hat mich das Buch vollkommen gefesselt. Es liest sich sehr flüssig und ich wollte immer wissen, was auf der nächsten Kassette passiert. Die Ereignisse ergeben zum Schluss ein Gesamtbild und der Weg dorthin ist gepflastert mit aufregenden Gefühlen und Episoden. Lediglich eine Seifenblase Abzug dafür, dass ich nicht ganz von Hannahs Gründen überzeugt bin.

Weitere Gedanken zum Buch: Achtung, Spoiler