Montag, 17. August 2015

Wortfindungsstörungen



Ich hatte eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch! Im ersten Moment konnte ich es gar nicht glauben, weil ich mich an die Absagen schon so gewöhnt hatte. Doch sie kam, per Telefon, also auf mein Handy, und ich hatte einen Termin vier Tage später.

Die Frage, was ich anziehen sollte, beschäftigte mich rund um die Uhr. Immerhin will man ja weder zu aufgesetzt noch zu leger aussehen. Ich bewerbe mich nicht in einer Bank und auch nicht auf dem Bau, also entschied ich mich in diesem Fall für eine Bluse und eine schwarze Hose. Im Medienbereich erscheint mir das okay, und als ich an dem Tag nach einer kleinen Suche in dem Raum ankam, wurde ich bestätigt. Die netten Damen trugen ähnliche Kleidung.
Meine größte Sorge im Vorhinein war, dass meine erdachten Fragen schon im Gespräch beantwortet werden würden. Ich hatte Fragen zu Rahmenbedingungen und dem Unternehmen aufgeschrieben – und sie wurden bereits beantwortet. Naja. „Sie haben meine Fragen schon sehr detailliert beantwortet.“ Lächeln. Mist.

Eine weitere Sorge bereitete mir die Frage nach meinen Schwächen. Ich habe genügend davon, allerdings fällt mir keine ein, die man irgendwie positiv auslegen könnte oder die nichts mit dem Beruf zu tun hat. Eine Freundin meinte, ich solle „backen“ sagen, dann erwarte niemand Kuchen von mir zu irgendwelchen Anlässen :-D Vielleicht wollen die Gesprächspartner ja aber auch die Wahrheit hören und das macht mich sympathisch? Immerhin müssen sie ja auch mit meinen Schwächen arbeiten. Zum Glück wurde die Frage nicht gestellt. Ich habe mich auch immer noch nicht für eine Variante entschieden.
Als sich das Unternehmen selbst vorstellte, wusste ich aufgrund meiner Recherche schon alles. Nicht, dass ich so ein Superheld bin, der im Vorhinein jedes kleinste Detail jeder Tätigkeit herausfindet, die er tut. Meine detaillierte Recherche entstand aus purer Nervosität.

Und ich war nervös! Mein erstes Vorstellungsgespräch – und ich redete mich um Kopf und Kragen und vergaß dabei essentielle Wörter. Das Gespräch war nett und die Atmosphäre nicht unangenehm. Aber ich habe mich glaube ich nicht so kompetent dargestellt, wie ich wirklich bin. Eine Woche später kam die Absage. Mein Bauch hatte mir das schon im Voraus mitgeteilt. Natürlich bin ich enttäuscht. Ich hätte mich gefreut, denn der Job war gut. Aber, auf den Rat aller anderen hin, sehe ich das trotzdem positiv. Es ist eine Erfahrung und alles muss man üben. Immerhin können meine Bewerbungen nicht so schlecht sein, wie die Absagen es suggerieren. Weitermachen, weniger nervös :-) 

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