Mittwoch, 16. Dezember 2015

Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London



Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London. 2012. dtv Verlagsgesellschaft mbH  Co. KG. München.
Originaltitel: Rivers of London. 2011. Gollancz.

Wie ich beim Lesen immer wieder mit den Gedanken abschweifte







Ich hatte mir wirklich viel von diesem Buch versprochen. Die Grundidee ist wirklich toll und auch die Authentizität von London ist richtig super! Leider haben mich ein paar andere Dinge gestört und beim Lesen aufgehalten, so dass ich mich nicht richtig auf die Geschichte konzentrieren konnte.

Handlung

Peter Grant ist mit seiner Ausbildung zum Londoner Polizisten fertig und soll in eine völlig öde Abteilung gesteckt werden, in der er über Papierkram brüten wird. Doch dann begegnet ihm eines Nachts ein Geist. Ehe Peter sich versieht, befindet er sich mitten in einem mysteriösen London, von dem er bis dato nichts geahnt hatte. Er ist ein Zauberer und arbeitet ab sofort für und mit Nightingale, dem Leiter der polizeilichen Abteilung für Magisches. Ein spannender Fall führt die beiden von einem Opfer zum nächsten quer durch London und dessen zauberhafte Wesen.

Meinung

Die Handlung bekommt von Anfang an Schwung und führt den Leser in die magische Unterwelt Londons ein. Gemeinsam mit Peter, der die Geschichte in der Ich-Form erzählt, jagen wir übernatürliche Mörder, die vor nichts und niemandem Halt machen. Wie bereits geschrieben, finde ich die Grundidee wirklich klasse. Die reale Welt vermischt sich mit der Zauberei und ergibt ein wildes Durcheinander. Leider habe ich ziemlich schnell den Faden verloren, wer tot ist, wer verdächtig und mit wem Peter schlafen möchte. Das sind jeweils eine ganze Menge. Gefühlt. Die schwungvollen Szenen werden oft unterbrochen von Beschreibungen Londons und deren Geschichte, die für sich genommen sehr interessant sind, mich aber an den Stellen störten. Ich konnte mich nie richtig einlesen und wenn ich den Spannungsbogen endlich gefunden geglaubt hatte, ist er mir wieder abhandengekommen.

Die Figuren boten mir persönlich kein Identifizierungspotential. Peter ist nicht unsympathisch, doch dass er Geister sehen kann, irritiert ihn kein bisschen. Meiner Meinung nach nimmt er die magische Welt viel zu schnell an. Außerdem ist er mir manchmal zu unbedacht. Die anderen Figuren sind einfach da. Nightingale ist zu Anfang mysteriös, doch das verliert sich leider ein wenig. Beverly mag ich nicht, die Begründung fällt mir allerdings schwer. Ich sehe einfach nicht das, was Peter in ihr sieht. Lesley ist okay :-D

Der Schreibstil ist an und für sich gut zu lesen. Es lag nicht an den Sätzen selbst, dass ich mich nicht konzentrieren konnte; manchmal schreibt Aaronovitch wirklich lustig. Peter nimmt sich selbst nicht so ernst und der Leser muss oft schmunzeln. Dennoch fügen sich die Passagen nicht richtig ineinander. Wie bereits geschrieben, wird die Spannung oft von seitenlangen Beschreibungen unterbrochen. Deswegen konnte mich die Geschichte leider nicht richtig packen.

Alles in allem finde ich die Idee gut und die ein oder andere Episode und Wortkonstellation haben mir Lesefreude bereitet. Doch ich konnte mich nicht auf das Buch konzentrieren, weil ich es wegen manch einer Unterbrechung nicht spannend genug fand. Ich wollte wissen, wie es ausgeht, aber das Dazwischen interessierte mich nicht so. Vielleicht mag es dem ein oder anderen potentiellen Leser da aber anders gehen ;-)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen