Sonntag, 20. Dezember 2015

Ursula Poznanski: Erebos



Ursula Poznanski: Erebos. 2011. Loewe Verlag GmbH Bindlach.

Wie mich ein sehr dickes Buch fesselte






Zunächst hatte ich etwas Respekt vor der Stärke des Buches. Zum ersten Mal las ich es für die Uni und dachte, das schaffe ich nie bis zum nächsten Kurs. Aber ich habe es sehr schnell durchgelesen und konnte es kaum weglegen, so spannend ist die Geschichte!


Handlung

Geheimnisvolle Päckchen wandern an einer Schule von einer Hand zur nächsten. Niemand will etwas darüber sagen. Der sechzehnjährige Schüler Nick würde zu gerne wissen, was da vor sich geht, bis er auch ein Päckchen erhält und darin ein Computerspiel findet. Erebos ist ein Rollenspiel, in dem die Spieler Aufgaben ausführen müssen. Nick ist, wie alle anderen vor ihm, sofort gefesselt und verbringt sehr viel Zeit an seinem Computer. Das Spiel scheint intelligenter zu sein als andere es bisher waren, es antwortet auf Fragen und weiß zudem Dinge über seine Spieler, die sie nur ihren Freunden verraten haben. Dann fordert Erebos Nick auf, Aufträge in der realen Welt auszuführen. Und diese werden immer gefährlicher.


 Meinung

Ich mochte das Buch von Anfang an. Nick ist sympathisch und neugierig, man fiebert die ganze Zeit mit ihm mit und möchte die Geheimnisse von Erebos ergründen. Persönlich spiele ich auch ab und zu Computerspiele und konnte deswegen nachvollziehen, was in ihm vorgeht. Die Spannung wird immer höher gehalten durch die immer schwierigeren, merkwürdigeren und vor allem gefährlicheren Aufgaben, die der Spieler zu lösen hat – in der echten Welt.

Die Handlung lebt von den Aufgaben des Spiels, gemischt mit Nicks Privatleben und seinen Versuchen, Erebos zu ergründen. Von Anfang an war ich gefesselt vom Plot und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht und worauf das Spiel hinausläuft. Die Geheimnisse und Mysterien sind, wie von der Autorin gewohnt, aufregend, merkwürdig und spannen den Leser auf die Folter. Auch die Nebenstränge, die sich mit Nicks Freunden und seiner heimlichen Liebe Emily beschäftigen, würzen den Roman mit fesselnden Wendungen und peppen ihn mit zusätzlichen Themen auf.

Die Figuren sind sympathisch und bieten viel Identifikationspotential. Nick ist freundlich, neugierig und etwas rebellisch. Er kämpft mit dem Erwachsenwerden, seinen Träumen und denen seiner Eltern und mit Emily, dem Mädchen der Geschichte. Erebos kommt dazu und beschäftigt ihn. Als sein Freund Colin einen Drohbrief erhält und dann einen Unfall hat, muss er unbedingt herausfinden, was es mit dem Spiel auf sich hat.

Der Stil ist sehr gut, flüssig, fesselnd und aus einem Guss. Ich mag alle Bücher der Autorin sehr gerne, alle haben mich ununterbrochen bei der Stange gehalten und warteten mit aufregenden Wendungen und Ereignissen auf.

Das Thema ist ein sehr spannendes, mit dem sich, vermute ich, viele Jugendliche auskennen. Computerspiele werden hier in den Mittelpunkt gestellt, jedoch keineswegs negativ beleuchtet, sondern als Ausgang genutzt für mögliche Gefahren. Hier kommen die Online-Welt und böse Machenschaften der realen Welt zusammen und bilden ein gefährliches Potential. Die Geschichte spricht sich keineswegs für oder gegen das Zocken aus, sondern für einen bedachten Umgang damit.

Insgesamt kann ich dieses Buch, so wie die anderen von Ursula Poznanski, nur empfehlen, wenn man eine spannende Geschichte lesen möchte, die nicht langweilig wird und interessante Themen behandelt. Ich fieberte mit den Figuren mit und musste unbedingt wissen, wie diese Idee ausgeht.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen