Mittwoch, 9. September 2015

Skype-Interview. Die Sache mit dem Blickkontakt.



Neulich hatte ich ein Jobinterview über Skype. Ich wollte nur kurz der Vollständigkeit halber darüber berichten. Natürlich hatte das Ganze den Vorteil, dass ich nirgendwo hinfahren musste und meine Kleidung auf dem Weg nicht schon bekleckern oder sonst was könnte. Ich zog mich zehn Minuten vorher um, stellte mir alle möglichen und unmöglichen Getränke nebendran und prüfte mehrfach, welchen Bildausschnitt man hinter mir sehen könnte. Es muss ein merkwürdiger Anblick gewesen sein, wie eine Schneise der Ordnung durch mein Zimmer reichte, während sich einen Meter weiter lauter Dinge häuften. Oben an den Bildschirmrand klebte ich einen kleinen gemalten Smiley und legte auf den Tisch zwischen Laptop und mir meine Notizen.

Das typische Online-Telefonie-Phänomen trat direkt auf – die Teilnehmer schauen nicht in die Kamera, sondern auf den Bildschirm auf das Bild des anderen. Das ist wahrscheinlich normal, doch ich bemühte mich, den Blick neben meinen Smiley in die Kamera zu richten und zu lächeln. Ein richtiger Blickkontakt aber findet nicht statt. Das ist wohl die Natur der Online-Sache. Das Gespräch war gut, es fielen die typischen Fragen nach Stärken (der Umgang mit Menschen) und Schwächen (Perfektionismus in nett verpackte Worte, die nicht nach Perfektionismus klingen sollen – ein weiterer Beweis für ebendiese) und meiner Arbeitsweise. Strukturiert. So wahr ich will. Und dann tatsächlich eine Einladung in die Firma zu der Verrichtung einer Probeaufgabe! Nett.
Das war es dann nach keinen 15 Minuten. Ja, und das war es. Keine Regung, die kritischen Drachen schlafen. Schade eigentlich.

Hat noch jemand Erfahrungen mit Online-Vorstellungsgesprächen gemacht?


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